01/04/2025
25 Jahre i2dm – Von 12 Mark zum digitalen Mittelstandswunder
Es war einmal… eine D-Mark. Genauer gesagt: Zwölf D-Mark – und ein Hauch Größenwahn, gepaart mit ordentlich Forschungsdrang und einer Prise Chaos. So beginnt am 1. April 2000 die Geschichte von i2dm, damals gegründet von vier illustren Köpfen: einem Dr.-Ing. und drei Diplom-Informatikern mit Unabhängigkeitsdrang, die ihr Forschungsdasein an der Uni satt hatten. Bremen und die Welt waren bereit für uns. Oder auch nicht?
i2dm stand natürlich nicht für 12 DM, war also nicht unser Stundensatz, auch wenn uns der Gag lange - bis zur Einführung des Euro - begleitet hat, sondern stand – zumindest theoretisch – für „Information to Digital Media“ (I2DM). Oder auch „Institut für interaktive digitale Medien“ (IIDM), aber Letzteres klang zu sehr nach Bundesförderung, die wir gar nicht wollten. Also lieber mysteriös bleiben. Hat funktioniert.
Ursprünglich wollten wir unsere Forschungsprojekte und Content-Management-Systeme (z.B. die von uns entwickelte Grundlage von bremen.de - dem ersten datenbankbasierten Stadtinformationssystem der Welt) aus der Uni-Zeit in die Welt tragen – an Städte, Kommunen, Konzerne. Mal ehrlich: Hat eher so mittel funktioniert. Hamburg, Ulm, Hannover – ein paar Aufträge kamen, aber der große Boom, wenn man mal absieht von einem knapp siebenstelligen Auftrag von Philips für ein elektronisches Beschaffungssystem, das immer noch Kern des danach gegründeten Unternehmen Sourcing Management ist, blieb aus.
Dafür hatten wir ein Ass im Ärmel: Ein börsenhungriger Investor mit viel Geld und wenig Geduld. Für fünf Jahre war die Finanzierung gesichert – mit einem Haken: regelmäßige Berichte in London, Rolling Forecasts, PowerPoint-Schlachten... kurz: Bürokratie pur. Unsere agile Truppe zwischen Datenbankpoesie und Codekunst passte da einfach nicht rein. Nach zwei Jahren war klar: Das wird nix. Wir haben uns getrennt – einvernehmlich und günstig. Scheidung mit Stil.
Ab dann wurde’s richtig spannend: Alle Anteile gingen wieder an uns zurück, ich übernahm nach und nach mehr Verantwortung, und irgendwann war ich alleiniger Gesellschafter und konnte nun das tun, was ich schon immer wollte: Firmen verschmelzen, Kompetenzen bündeln, diversifizieren und wachsen. Heute sind wir ein echtes Team – oder noch besser: eine echte digitale Familie.
Unsere Projekte? Wild, bunt und überall. Vom Flughafen Frankfurt bis zu den Bremer Häfen . Von SAP-Schnittstellen bis zur App für die Straßenbahn. Von der Gründung des Mobile-Solutions-Vereins bis zur EU-geförderten Smart-City-Initiative. Egal ob Logistik, Öffentliche Verwaltung oder Industrie – wir haben fast alles digitalisiert, was sich nicht bei drei auf den Server retten konnte.
Natürlich gab’s auch dunkle Zeiten: Die Finanzkrise und Corona. Aber auch da haben wir uns durchgebissen – mit Rücklagen, Weitblick und dem festen Glauben daran, dass Technologie kein Selbstzweck ist, sondern echte Probleme lösen soll. In der Pandemie konnten wir sogar wachsen, Firmen übernehmen und neue Kollegen einstellen.
Heute sind wir:
✔️ wirtschaftlich gesund
✔️ technologisch vorn
✔️ menschlich zusammengewachsen
✔️ und stolz auf das, was wir in einem Vierteljahrhundert geschafft haben.
Künstliche Intelligenz? Haben wir längst im Einsatz – nicht nur zur Programmierung, sondern zur Vereinfachung interner Prozesse. So bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: unsere Kunden.
Ein bisschen Uni steckt übrigens immer noch in uns – diese Neugier, diese Freude an komplexen Lösungen. Nur dass wir heute auch wissen, wie man Kunden wirklich ernst nimmt – und nicht jedes Problem gleich als „Pillepalle“ abtut.
i2dm ist also jetzt 25. Keine Startup-Pubertät mehr, aber auch noch lange kein Rentner. Wir freuen uns auf alles, was kommt – mit Ideen, Mut und einem Augenzwinkern.
Danke an alle Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter – und auf die nächsten 25 Jahre!
Volker Redder
Gründer, Gesellschafter und immer noch neugierig