12/08/2026
„Leg dich nicht mit den Normen an."
Diesen Rat gab mir vergangene Woche ein Teilnehmer in einem Inhouse-Training zu ISO 9001, ISO 14001 und ISO 19011. Er war als Scherz gemeint, die Zustimmung im Raum war allerdings echt.
Der Satz beschäftigt mich seitdem, weil er eine Praxis beschreibt, die ich aus vielen Unternehmen kenne: Aus Sorge vor der nächsten Abweichung wird lieber nichts hinterfragt. Das QM-Handbuch bleibt bestehen, obwohl die ISO 9001 seit 2015 keines mehr fordert. Formulare werden weiter ausgefüllt, weil ein Auditor sie vor Jahren einmal sehen wollte. Vieles davon steht so in keiner Norm.
Bei genauem Lesen fordern ISO 9001 und ISO 14001 in erster Linie Ergebnisse. Den Weg dorthin legt die Organisation selbst fest, sofern sie ihn begründen kann. Dieser Spielraum bleibt in der Praxis oft ungenutzt.
Warum auch sachlicher Widerspruch im Zertifizierungsaudit kein Risiko ist und was die ISO 19011 dazu sagt, habe ich in einem Fachbeitrag aufgeschrieben: https://www.andrawas-consulting.com/blog/leg-dich-nicht-mit-den-normen-an-oder-doch/
Leg dich nicht mit den Normen an oder doch? Warum kritisches Hinterfragen kein Verstoß gegen ISO 9001 und ISO 14001 ist, sondern zu deren Grundverständnis gehört Ein Satz aus der Praxis In einem Inhouse-Training zu ISO 9001, ISO 14001 und ISO 19011 formulierte kürzlich ein Teilnehmer eine Haltun...