28/06/2019
Erziehung zum Hass - Vor kurzem gab es einen interessanten Bericht über den chinesischen Künstler AI WEI WEI, der jetzt in Deutschland lebt... in einem Nebenbeitrag wurde ein Chinese interviewt, dessen Vater in der "Kulturrevolution" durch Mao ermordet worden ist. Er beschrieb etwas, was er die "ERZIEHUNG ZUM HASS" nannte. Er erzählte, dass es keine Liebe, Respekt und Achtung mehr gab... die junge Generation wurde SYSTEMATISCH zu blutrünstigen Mördern herangezogen. Filme, Propaganda usw. Das Ergebnis war, dass es einen "Überlebenskampf" jeder gegen jeden gab, als die Horden mit der "Maobibel" in der Hand losgelassen wurden... Kinder verrieten Eltern, Geschwister... keiner war mehr sicher vor den Mördern... die Opferzahlen dürften über 50 Millionen sein... Der "alte Mann" sagte, dass nach mehreren Jahrzehnten diese Jugendlichen jetzt Erwachsene geworden sind... und diese "Schuld" immer noch wie ein Damoklesschwert über ihnen hängt... weil es keine Liebe und Vergebung etc. jemals gegeben hat... sie sind jetzt "erfolgreiche Unternehmer"... mit der Schuld in ihrer Seele. Er hat jetzt eine "kleine Gegenbewegung" angefangen... öffentlich lässt er sich fremde Chinesen umarmen... was an sich schon ein Skandal ist... doch die positiven Ergebnisse sprechen für sich...
AI hat in seiner Ausstellung eine große Halle, wo in Kisten, die wie Särge angeordnet sind, tausende verrostete Stahlstangen ausgestellt. Dieses ist befremdlich, wenn man den Hintergrund davon nicht kennt... Er hat sie aus dem Erdbebengebiet gesammelt, wo tausende Kinder unnötig gestorben sind. Sie waren in Schulgebäuden, die mit minderwertigsten Stahlstangen armiert wurden und beim Beben wie die Kartenhäuser zusammen fielen. Die Hasserziehung der Vergangenheit ist einer neuen Gleichgültigkeit gewachsen, die nur noch Profit als Masstab sieht...
Das hat mich sehr nachdenklich gemacht, wenn ich mir die Reaktionen heute auf die Ermordung des Regierungspräsidenten oder die "Absaufen"-Kommentare bezüglich der Flüchtlinge anschaue...