30/03/2022
Verbesserung der Kultur und Kreativwirtschaft in mittelgroßen mitteleuropäischen Städten: Morgen endet die offizielle Laufzeit des EU-Interreg-Projekts StimulART https://www.interreg-central.eu/Content.Node/STIMULART.html.
Seit Anfang 2020 war Feldstärken beteiligt. Zunächst haben wir für Naumburg das Mapping der örtlichen Kultur- und Kreativwirtschaft erstellt und das Pilotprojekt, das PopUp-Festival im September 2021, evaluiert. Für Naumburg und Amberg haben wir Strategiepapiere erstellt und den dazu gehörigen Strategieprozess inklusive Beteiligungsverfahren begleitet. Im Rahmen von Corona war das keine einfache Aufgabe.
https://www.naumburg.de/de/kultur-akt/projekt-stimulart.html
https://www.amberg.de/stimulart
Projektpartner waren die Stadt Jászberény (Projektleitung als Lead Partner), die „Jászkerület Non-profit Ltd.“ in Ungarn, die Gemeinde Kamnik und das Institut für Tourismus, Sport und Kultur in Kamnik in Slowenien, die Stadt Vittorio Veneto und „Bclever srls“ aus Italien, die Universität Regensburg sowie die Stadt Naumburg an der Saale (Sachsen-Anhalt) und die Stadt Amberg (Bayern).
Es war nicht leicht, die Kontakte zu halten und auch die beteiligten Akteure gemeinsam mit den Projektteams zu motivieren. Trotzdem können sich die Ergebnisse am Ende sehen lassen. Vielen herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit an die Projektteams in Naumburg und Amberg, vor allem an Nicola Rouette-Lauer, Yvonne Fiedler, Anne Brummack, Denise Sennewald-Dundek, Verena Fitzgerald, Laura Radulescu und Florian Gröninger.
Wir hoffen, dass die empfohlenen zukünftigen Pilotprojekte in Amberg und Naumburg aufgegriffen und weiterentwickelt werden können. Gleiches gilt für die wissenschaftliche Ebene und die Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg und insbesondere Dr. Olaf Kranz https://www.uni-regensburg.de/wirtschaftswissenschaften/bwl-steger/team/kranz/index.html. Die Erkenntnisse der Mappings und der Strategieprozesse werden weiterführend ausgewertet.
Für die Erstellung der Evaluation des PopUp-Festival in Naumburg bedanken wir uns für die gute Zusammenarbeit mit Dr. Birgit Wolf http://kulturermoeglicherin.de/.
Insgesamt belegen die Erfahrungen des Projekts auch, dass die Anforderungen der EU bei solchen Projekten für kleine und mittelgroße Städte äußerst hoch und bei den üblicherweise vorhandenen Peresonalkapazitäten schwer zu bewältigen sind. Vergleichbare Projekte sollten eher auf die regionalen Ebene ausgelegt sein, z. B. die Kreisebene. Darin sind sich alle Projektpartner einig. Die Erkenntnis ist Praktikern nicht wirklich neu, wurde durch das Projekt aber nochmals bestätigt. Es zeigt ein weiteres Mal, wie wichtig eine regionale und interdisziplinäre Vernetzung ist.
Dafür bieten teilbranchenübergreifende Kooperationen in der Kultur- und Kreativwirtschaft nach wie vor gute Optionen. In Naumburg arbeitet eine Kerngruppe von Kreativen weiter daran und hoffentlich entsteht dort das geplante Kreativ-/Kunsthaus. In Amberg gibt es mit dem „KuK Mittlere Oberpfalz e. V.“ ein selbst organisiertes Netzwerk der regionalen Kultur- und Kreativwirtschaft, was für eine Stadt dieser Größe außergewöhnlich ist https://www.kukmo.de/de/startseitebereits. Sie sind im Bayerischen Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft (BLVKK) eingebunden, der vom Land in einem Pilotprojekt zum Netzwerkaufbau in der Fläche gefördert wird https://blvkk.de/. Das sollte gut zusammenpassen.
Und was die Anziehungskraft von Kommunen jenseits der Metropolen angeht, so weisen auch die Erkenntnisse dieser Projekte darauf hin, dass Kultur- und Kreativwirtschaft Impulse zur Lösung existierender Probleme geben könnte, beispielsweise die Attraktivität der Innenstädte oder auch den Fachkräftemangel.