Frank Schmidt - Moderation Speaking Coaching

Frank Schmidt - Moderation Speaking Coaching Event- und Business-Moderation, Vorträge und Business Coaching
www.frankschmidt.de

Die Natur heutiger Transformationen: Von außen polierter Prozess, aber wirkungslos.Am dritten Tag im Berliner Workshop v...
05/06/2026

Die Natur heutiger Transformationen: Von außen polierter Prozess, aber wirkungslos.
Am dritten Tag im Berliner Workshop verändert sich die Stimmung im Raum auf eine Weise, die schwer sauber zu beschreiben ist. Nicht dramatisch. Niemand eskaliert. Niemand verlässt den Raum. Und trotzdem wirken die Gespräche irgendwann anders als am ersten Morgen.

Langsamer vielleicht. Weniger überzeugt von sich selbst. Vorne hängt das Transformation Process Model an der Wand. Über manche Begriffe wurde mehrfach geschrieben. „Commitment“ ist irgendwann nachgedunkelt, weil jemand das Wort mehrmals nachgezogen hat. Daneben stehen Pfeile Richtung „Vermeidung“ und „Arena“, halb ergänzt, halb wieder verworfen.

Denn natürlich können Organisationen heute Transformation. Zumindest nach außen. Die meisten Unternehmen haben inzwischen eine erstaunlich professionelle Sprache dafür entwickelt. Es gibt Beteiligungsformate, Kulturprogramme, Führungsleitbilder, Change-Architekturen und inzwischen ganze KI-Initiativen, die sauber erklären, wie Zusammenarbeit, Lernen und Zukunft künftig aussehen sollen.

Manchmal wirkt das alles fast ein wenig zu glatt. Und genau dort beginnt für mich inzwischen der interessantere Teil. Nicht bei der Frage, ob Unternehmen sich verändern wollen. Sondern bei der Frage, was unter Druck tatsächlich passiert, während gleichzeitig weiter über Veränderung gesprochen wird.

Denn Systeme lernen sehr schnell, wie moderne Transformation aussieht. Wie man Offenheit formuliert. Wie man Dynamik erzeugt. Wie man Menschen beteiligt. Wie man Unsicherheit professionell begleitet.

Schwieriger wird es dort, wo eine Gruppe gemeinsam wahrnehmen müsste, welche Bewegungen parallel weiterlaufen. Wer vorsichtiger wird. Welche Entscheidungen plötzlich länger abgesichert werden als nötig. Warum Meetings voller Aktivität wirken können, während innerlich kaum noch jemand wirkliche Risiken eingeht. Und weshalb manche Organisationen irgendwann beginnen, Veränderung so perfekt zu organisieren, dass gerade dadurch kaum noch echte Bewegung entsteht.

Das Merkwürdige daran ist: Die wenigsten dieser Muster wirken offen destruktiv. Meistens wirken sie vernünftig. Gut begründet. Professionell. Genau deshalb bleiben sie oft so lange unsichtbar.

Mich beschäftigt seit diesen Tagen in Berlin jedenfalls weniger die Frage, wie Transformation schneller wird. Sondern eher, ab welchem Punkt Organisationen beginnen, die Inszenierung von Veränderung mit Veränderungsfähigkeit selbst zu verwechseln.

Wo steckst Du gerade: In der Inszenierung oder in der wirksamen Veränderung?

Den ausführlicheren Wachstums-!mpulse-Blogartikel mit vertiefenden Gedanken findest Du dazu hier: https://www.frankschmidt.de/blog/
Schönes Wochenende sobald es beginnt!

Warum die interessantesten Sätze in Transformationen oft mit „eigentlich“ beginnen?In Berlin steht jemand vor dem "Trans...
04/06/2026

Warum die interessantesten Sätze in Transformationen oft mit „eigentlich“ beginnen?
In Berlin steht jemand vor dem "Transformation Process Model" und sagt eine Weile nichts. Draußen fährt irgendwo ein Lieferwagen rückwärts, dieses monotone Piepen kommt durch das gekippte Fenster, drinnen riecht es nach Kaffee und Flipchartpapier.

Auf der Wand stehen Worte, die in Organisationen selten nebeneinander hängen: Verbindung, Commitment, Arena, Vermeidung, Entfremdung. Begriffe, die ein bisschen zu groß wirken, bis plötzlich jemand leise sagt: „Eigentlich wissen wir das alles.“

Dieses „eigentlich“ bleibt bei mir hängen. Es klingt harmlos, fast beiläufig. Und gleichzeitig ist es in Transformationsprozessen oft der Moment, in dem der Raum kurz ehrlicher wird. Nicht laut. Nicht dramatisch. Eher so, als hätte jemand eine Tür geöffnet, hinter der schon länger Licht brennt.

Denn viele Organisationen wissen tatsächlich sehr viel. Sie kennen die Begriffe, die Modelle, die Zielbilder, die Folien über Führung, Kultur, psychologische Sicherheit und Veränderung. Manchmal sogar so gut, dass das Wissen selbst zur Schutzschicht wird. Es lässt sich hervorragend über Zusammenarbeit sprechen, ohne sie im kritischen Moment wirklich zu riskieren. Es lässt sich Beteiligung ankündigen, während die entscheidenden Entscheidungen längst einen anderen Weg genommen haben. Es lässt sich Mut fordern, solange niemand genau hinschaut, was mit Menschen passiert, die ihn wirklich zeigen.

Vielleicht ist das der merkwürdige Punkt in Transformationen: Das Neue scheitert nicht immer am Widerstand gegen die Zukunft. Manchmal scheitert es an der stillen Loyalität gegenüber den Mustern, die bisher Sicherheit gegeben haben. Eine Organisation kann sehr glaubwürdig über Aufbruch sprechen und gleichzeitig unter Druck exakt die Bewegungen wiederholen, die sie eigentlich verlassen wollte.

Für mich beginnt wirksame Transformation deshalb nicht mit noch mehr Veränderungswissen. Sie beginnt dort, wo Menschen, Gruppen und Organisationen gemeinsam wahrnehmen können, was sie miteinander erzeugen. Ohne sofortige Reparatur. Ohne Schuldverteilung. Ohne die freundliche Flucht in das nächste Framework.

Vielleicht sind die interessantesten Sätze in Transformationen deshalb nicht die großen Visionen. Sondern die kleinen Sätze, die mit „eigentlich“ beginnen und danach kurz Stille brauchen.

Welches „eigentlich“ steht bei Euch längst im Raum?


Foto Credits: GFI Berlin

Manchmal braucht Erkenntnis einen leeren Zug und 400 Kilometer.Kurz nach sechs, das Licht fällt flach durch die Zugfenst...
27/05/2026

Manchmal braucht Erkenntnis einen leeren Zug und 400 Kilometer.

Kurz nach sechs, das Licht fällt flach durch die Zugfenster und das Ruhrgebiet gleitet still vorbei. Felder, die schon satt grün sind, kaum ein Mensch im Wagen. Ich sitze mit einem Kaffee und beobachte still die sich verändernde Landschaft.

Ich bin auf dem Weg nach Berlin, zu einem MasterClass-Workshop über das Transformation Process Model von Frits Wilmsen und Christine W**k. Irgendwo zwischen Dortmund und Hannover frage ich mich, was mich da eigentlich hinzieht.

Die ehrliche Antwort: Ich arbeite seit Jahren mit Führungskräften und Teams in Veränderungsprozessen. Und trotzdem begegnet mir immer wieder das gleiche Muster in Unternehmen: viele Workshops und Trainings zu Leadership und „Change“ im internen Angebot, die auch angeblich gut laufen, und danach passiert: wenig.

Nicht weil die Menschen keine Absichten hätten. Sondern weil echte Transformation tiefer ansetzt als Methode, Training und Agenda. Sie setzt an Stellen an, die man selten explizit einplant: verborgene Annahmen, kollektive Blockaden, das, was zwischen den Zeilen den Raum bestimmt.

Was mich an diesem Ansatz interessiert, ist der Gedanke, Kopf, Herz und Intuition gleichzeitig anzusprechen: nicht esoterisch, sondern als pragmatische Konsequenz aus der Praxis.

Organisationen scheitern selten an fehlenden Konzepten. Sie scheitern daran, dass Veränderung beschlossen wird, aber nicht erlebt. Das ist keine Frage des Willens. Das ist eine Frage der Tiefe.

Der Zug hält in Hannover. Ich schaue in diesen hellen Maimorgen und frage mich: Wie tief muss Wandel reichen, damit er wirklich bleibt und spürbar wird?

Was ist eure Erfahrung und wo entscheidet sich, ob Veränderung wirklich greift oder nur gut aussieht?

Widerspruch im System!An einer Wand hängt „Ownership“. Direkt daneben diskutieren zwei Führungskräfte seit zwanzig Minut...
22/05/2026

Widerspruch im System!
An einer Wand hängt „Ownership“. Direkt daneben diskutieren zwei Führungskräfte seit zwanzig Minuten darüber, wer die Entscheidung offiziell freigeben muss. Ein paar Meter weiter spricht ein Team über Innovation mit KI. Auf dem Tisch liegen Post-its, Architektur-Skizzen und ambitionierte Roadmaps. Gleichzeitig kippt jede zweite Idee sofort in Risikoabwägung, Reportingpflicht und Absicherung.

Solche Räume interessieren mich inzwischen mehr als jede Hochglanzstrategie. Nicht, weil dort Widerstand sichtbar wird. Sondern weil dort oft etwas viel Spannenderes passiert:

Organisationen erzeugen im Alltag genau das Gegenteil von dem, was sie offiziell fordern.

Teams sollen kollaborieren, aber Ziele fördern Bereichsdenken.
Menschen sollen mutig sein, aber Fehler erzeugen sozialen Druck.
Agilität wird beschworen während Entscheidungslogiken weiter hierarchisch bleiben.

Das Verrückte daran ist:
Die meisten dieser Widersprüche entstehen nicht aus schlechter Absicht. Sie entstehen, weil Menschen, Teams und Organisationen getrennt voneinander entwickelt werden.

Personalentwicklung arbeitet im Coaching & Training am Individuum.
Organisationsentwicklung an Strukturen.
Transformationsteams an Prozessen.

Und irgendwo dazwischen soll plötzlich „kollektive Umsetzungskraft“ entstehen. Aber genau dieses Dazwischen ist der eigentliche Wirkraum.

Nicht das Organigramm. Nicht die Workshopfolie. Nicht die neue Tool-Landschaft. Sondern die soziale Realität zwischen Menschen: Dort, wo Führung sichtbar wird. Wo Widersprüche spürbar werden. Wo Vertrauen entsteht oder verloren geht. Wo Strategie entweder lebendig wird oder im Alltag verdampft.

Vielleicht scheitern deshalb so viele Transformationen nicht an fehlender Strategie. Sondern an fragmentierter Entwicklung.

Mein neuer Wachstums!mpulse Blog vertieft genau diesen Gedanken gerade etwas ausführlicher. Nicht als Methodenfrage, sondern als Frage kollektiver Wirksamkeit in modernen Organisationen. Mehr dazu hier: https://www.frankschmidt.de/blog/

Zwischen Mensch und Organisation liegt der eigentliche HebelIn Workshops gibt es diesen Moment, in dem die Stifte kurz r...
21/05/2026

Zwischen Mensch und Organisation liegt der eigentliche Hebel

In Workshops gibt es diesen Moment, in dem die Stifte kurz ruhen. Eben wurde noch diskutiert, erklärt, verteidigt, ergänzt. Dann steht ein Satz auf einer Karte, der im Grunde viel zu klein ist für das, was er auslöst.„Wir sagen Beteiligung, entscheiden aber wie früher.“

Meistens wird es dann stiller im Raum. Nicht dramatisch. Eher praktisch still. Diese Sorte Stille, in der Menschen merken, dass sie gerade nicht über ein Kommunikationsproblem sprechen, sondern über eine Wirklichkeit, die jeden Tag mit am Tisch sitzt.

Ich glaube, viele Transformationsprogramme unterschätzen gerade genau diesen Ort. Sie schauen entweder nur auf den einzelnen Menschen: Mindset, Skills, Haltung, Resilienz, Eigenverantwortung. Oder sie schauen auf die Organisation: Strategie, Struktur, Prozesse, Governance, Kultur. Beides ist wichtig.

Nur entsteht Wirkung selten auf einer dieser Ebenen allein. Die soziale Wahrheit einer Organisation zeigt sich dazwischen. In der Gruppe. Im Führungskreis. Im Projektteam. Im Meeting, in dem keiner widerspricht.
In der Runde, in der alle Zustimmung zeigen und später auf dem Flur etwas anderes sagen. In dem Moment, in dem eine gute Idee nicht an fehlender Intelligenz scheitert, sondern an alten Loyalitäten, unklarer Macht und sauber formulierten Zielkonflikten.

Dort wird sichtbar, ob Ownership wirklich gewollt ist. Dort zeigt sich, ob Fehlerfreundlichkeit mehr ist als ein Satz auf der Folie. Dort merkt man, ob KI-Innovation ernst gemeint ist oder nur ein neues Etikett auf einer alten Entscheidungslogik.

Fragmentierte Entwicklung zerstört kollektive Umsetzungskraft. Menschen werden geschult, Teams werden moderiert, Organisationen werden umgebaut - aber oft nicht miteinander verbunden. Vielleicht ist die Gruppe deshalb kein weicher Zwischenraum. Vielleicht ist sie der härteste Realitätscheck moderner Transformation.

Wo erlebt Ihr gerade, dass Einzelne wollen, aber das Miteinander noch nicht trägt?

Warum mich ein Moderatorentag gleichzeitig begeistert und irritiertDer Teppich im Berliner Altbau knarzt ein wenig, irge...
18/05/2026

Warum mich ein Moderatorentag gleichzeitig begeistert und irritiert

Der Teppich im Berliner Altbau knarzt ein wenig, irgendwo klappert Geschirr aus der Kaffeeküche und im Plenum sowie Workshopräumen dominieren Sätze über Sichtbarkeit, Positionierung und Personenmarken. „Spitz statt breit.“ „Kein Bauchladen.“ „Unverwechselbar sein.“ Dazu Tageshonorare, LinkedIn, Netzwerklogik und die große Frage, wie man in Zukunft sichtbar bleibt, wenn KI immer mehr Inhalte produziert und Aufmerksamkeit zur knappen Ressource wird.

Und ehrlich gesagt: Vieles daran stimmt. Die Vorstellungsrunde am Moderatorentag der German Speakers Association wirkt teilweise wie ein Live-Kommentar auf unsere Zeit. Kaum jemand lebt noch von nur einer Sache. Moderation trifft auf Coaching, Musical auf Führung, Juristische Karriere auf Bühne, SAP auf Facilitation, Podcast auf Organisationsentwicklung.

Menschen bauen heute keine linearen Karrieren mehr. Eher kleine Ökosysteme aus Erfahrungen, Interessen und Fähigkeiten. Die alten Berufsschubladen wirken dabei manchmal wie Karteikästen aus einem anderen Zeitalter.

Gleichzeitig wird mir immer klarer, warum ich selbst schon länger weniger über klassische „Moderation“ nachdenke als über die Frage, wie Organisationen unter Veränderungsdruck überhaupt noch wirksam miteinander arbeiten können.

Und das führt auch ein wenig zu Fremdeln. Nicht mit den tollen, vielfältigen Menschen vor Ort. Offen, mutig, herzlich und mit voller Lust auf Entwicklung haben sie als Moderator:innen viele und vieles bewegt.
Sondern mit der Vorstellung, dass Positionierung für viele bedeutet, sich künstlich zu verengen oder einer Rolle für Außenwirkung zu folgen. Als müsste Vielseitigkeit sofort als „Bauchladen“ verdrängt werden.

Dabei entstehen die spannendsten Persönlichkeiten und Lösungen, die ich in Organisationen erlebe, fast immer an den Schnittstellen. Dort, wo Menschen mehrere Welten verbinden können und gerade deshalb ungewöhnliche Räume öffnen. Dort wo die Silo-Karrieren des Industriezeitalters durch Patchwork-Wege im Digitalzeitalter abgelöst werden.

Mein eigener Pitch beginnt an diesem Tag mit dem Satz: „Ich beginne in der Entwicklung von Menschen und Organisationen dort, wo Training aufhört.“ Bewusst etwas provokant. Und trotzdem fühlt er sich ehrlicher an als beliebiges Pleasing. Vielleicht liegt genau darin eine interessante Spannung unserer Zeit: Klarheit im WOZU wird wichtiger. Gleichzeitig wird die Welt im WIE immer weniger eindeutig.

Mich beschäftigt seitdem die Frage, ob moderne Positionierung künftig weniger mit reiner Zuspitzung zu tun hat - sondern mehr mit der Fähigkeit, Unterschiedliches glaubwürdig und erfolgreich im Sinne der Kund:innen zu verbinden. Wie ist Eure Erfahrung damit?

Einen großen Dank ans Organisationsteam der , die dieses Forum für Austausch, Verbindung und Infragestellung jedes Jahr mit viel Herzblut auf die Beine stellt!👏

Die besten Kulturprogramme sehen manchmal aus wie völliger UnfugDas Licht fällt durch die hohen Fenster in der Eingangsh...
15/05/2026

Die besten Kulturprogramme sehen manchmal aus wie völliger Unfug

Das Licht fällt durch die hohen Fenster in der Eingangshalle der COC AG auf eine riesige Dreiecksform aus alten Motherboards. Manche vergilbt, manche noch mit kleinen Nummer-Aufklebern versehen, viele schief zusammengeschweißt wie eine technische Patchwork-Familie. Der Vorstand Andreas Bublak steht daneben, schaut auf das Werk und sagt trocken, er habe manchmal „komische Ideen und Unfug im Kopf“. Genau in solchen Momenten liebe ich den Austausch mit Unternehmern.

Von weitem wirkt das Ding erst einmal wie ein Kunstprojekt aus einem Hackerkeller der frühen 2000er. Je näher man herangeht, desto stiller wird es allerdings im Kopf. Jede Platine stammt von einem Mitarbeitenden. Jede trägt eine Geschichte in sich. „Mit dieser habe ich meine Bachelorarbeit geschrieben.“ „Darauf lief mein erster Prozessor bei COC.“ „Die lag jahrelang bei mir zuhause.“ Alle Boards nummeriert, gesammelt, verschweißt zu einem gemeinsamen Logo-Symbol des Unternehmens.

Und plötzlich steht man nicht mehr vor Elektroschrott, sondern vor etwas, das in vielen Organisationen verloren gegangen ist: sichtbare gemeinsame Geschichte. Keine Hochglanzwerte aus der Kommunikationsabteilung. Keine Kulturkampagne mit Obstkorb und Claim. Sondern echte Biografien, die Teil eines größeren Ganzen werden dürfen.

Ich erlebe in Transformationsprozessen oft, wie Unternehmen über Struktur, KI, Strategie oder Prozesse sprechen. Alles wichtig. Gleichzeitig unterschätzen viele, wie stark Zugehörigkeit entsteht, wenn Menschen ihre eigene Geschichte irgendwo im Unternehmen wiederfinden. Nicht abstrakt. Sondern sichtbar. Anfassbar. Menschlich.

Und vielleicht schweißt genau das Teams stärker zusammen als manche Change-Roadmap mit 84 PowerPoint-Folien.
Und wenn dann noch abends die Leichtdioden auf den Platinen eingeschaltet werden und alles wunderbar erstrahlt, wird aus Einzelgeschichten plötzlich ein gemeinsames Licht!

Wunderbarer, wirkungsvoller "Unfug"! Was sind die sichtbaren Geschichten in Eurer Organisation, die noch kein gemeinsames Bild gefunden haben?

Warum Organisationen oft moderner aussehen, als sie arbeitenDas matte Klacken der Tasten klingt erstaunlich präzise. Neb...
13/05/2026

Warum Organisationen oft moderner aussehen, als sie arbeiten

Das matte Klacken der Tasten klingt erstaunlich präzise. Neben der alten Rechenmaschine steht eine Schreibmaschine im geöffneten Koffer, dahinter ein Touch Screen erster Bauart mit gewölbter Glasscheibe und Holzrahmen. Drei Geräte aus einer anderen Zeit. Und trotzdem wirken sie plötzlich seltsam vertraut. Nicht wegen der Technik. Sondern wegen der Art, wie viele Organisationen heute auf Veränderung schauen.

Wir ersetzen gerade überall Werkzeuge. KI hier, Copilot dort, neues Collaboration-Tool, neues Dashboard, neue Plattform. Die Geräte werden intelligenter, schneller, eleganter. Gleichzeitig sitzen in vielen Meetings immer noch Menschen, die sich kaum trauen, Unsicherheit offen auszusprechen.

Entscheidungen drehen Ehrenrunden durch Hierarchien. Verantwortung wird sicherheitshalber in CC gesetzt. Und manchmal fühlt sich ein modernes Unternehmen kulturell ungefähr so agil an wie diese mechanische Rechenmaschine auf dem Bild.

Das Faszinierende ist ja: Die alte Technik hier war nie das Problem. Für ihre Zeit war sie brillant. Präzise Ingenieurskunst. Wahrscheinlich saß damals jemand stolz davor und dachte: Jetzt beginnt die Zukunft. Genau wie heute bei manchen KI-Präsentationen mit orchestrierter Begeisterung und leicht glasigem Blick Richtung Silicon Valley.

Nur entstehen durch neue Technologie allein noch keine neuen Formen von Zusammenarbeit. Ein digitales Whiteboard macht aus Angst keine Offenheit. Und aus einer KI-Strategie noch lange keine lernende Organisation.

Vielleicht unterschätzen wir in Transformationen, wie stark Systeme Menschen erziehen. Viele Führungskräfte wirken auf Bühnen heute erstaunlich modern. Die eigentliche Probe beginnt allerdings montags um 10:17 Uhr im Jour fixe, wenn Widerspruch auftaucht, Unsicherheit spürbar wird oder niemand die perfekte Antwort kennt. Genau dort entscheidet sich, ob eine Organisation wirklich im neuen Zeitalter angekommen ist oder nur neue Geräte auf alte Denkweisen stellt.

Wo erlebt Ihr aktuell echten kulturellen Fortschritt - und wo lediglich technische Renovierung?

Viele wollen Veränderung. Bis sie wirklich spricht.In Leadership-Workshops höre ich öfter einen Satz, der leiser fällt a...
07/05/2026

Viele wollen Veränderung. Bis sie wirklich spricht.
In Leadership-Workshops höre ich öfter einen Satz, der leiser fällt als die anderen. „So offen können wir das bei uns nicht sagen.“ Danach kommt meist ein kleines Lächeln. Nicht fröhlich. Eher dieses Lächeln, mit dem Menschen anzeigen: Wir wissen beide, dass hier gerade etwas Wahres im Raum steht.

Und plötzlich ist mehr Organisation sichtbar als in manchen Leitbildern. Denn dieser Satz meint selten nur Kommunikation. Er meint Wege. Preise. Loyalitäten. Erwartungssicherheit. Er meint: Wer hier etwas ausspricht, spricht nie nur einen Sachverhalt aus.

Er berührt ein Geflecht. Genau dort wird Transformation interessant. Manche Organisationen bestellen Veränderung und schützen gleichzeitig das Alte. Nicht, weil Menschen böse sind. Sondern weil Organisationen gelernt haben, wie sie stabil bleiben. Welche Gespräche sicher sind. Welche Wahrheiten zu früh kommen. Welche Entscheidungen besser noch einmal vorbereitet werden. Und welche Konflikte man in Projekte verwandelt, damit sie nicht wie Konflikte aussehen.

Deshalb reicht es oft nicht, Menschen für neue Kommunikation oder mutigere Führung zu trainieren. Sie können danach bessere Sätze bilden. Aber sie sprechen immer noch in denselben Spielregeln.

Eine Weisheit aus der facilitativen Organisationsgestaltung trifft für mich genau hier: Einfluss bedeutet nicht Steuerung. Organisationen sind beeinflussbar, aber nicht einfach steuerbar. Wir sind immer drinnen und spielen mit ...und werden gespielt.

Vielleicht beginnt wirksame Veränderung dort, wo eine Organisation sich selbst beim Stabilisieren erwischt. Nicht noch mehr erklären, warum Wandel wichtig ist. Sondern sichtbar machen, was Wandel im Alltag verhindert oder verbessert.

Ich vertiefe diesen Gedanken am Freitag in meinem neuen Wachstums!mpuls-Blog für Change-Fans:
Warum Training allein keine Organisation verändert
https://www.frankschmidt.de/warum-training-allein-keine-organisation-veraendert

Welche Wahrheit darf bei Euch noch nicht offiziell werden?

Foto-Credits: GSA Winterkonferenz Göttingen

Wir trainieren Menschen. Und wundern uns über Systeme.Auf dem Flipchart steht „Mutige Führung“. Darunter kleben Karten, ...
05/05/2026

Wir trainieren Menschen. Und wundern uns über Systeme.
Auf dem Flipchart steht „Mutige Führung“. Darunter kleben Karten, die fast ein bisschen zu vernünftig aussehen: klarer sprechen, früher ansprechen, Verantwortung übernehmen. Einer fotografiert die Wand. Als könne man Haltung später aus der Kamerarolle wieder hochladen.

Ein paar Tage später sitzt derselbe Mensch im Führungskreis. Das Thema ist da. Es liegt nicht auf der Agenda, aber im Raum. Alle wissen es. Niemand nimmt es in die Hand. Nicht aus Feigheit. Eher aus Erfahrung.

Er hat gelernt, wie Klarheit klingt. Die Organisation hat ihm beigebracht, was Klarheit kostet. Und genau da wird es interessant.

Viele gut gemeinte Entwicklungsprogramme und Trainings schauen auf den Menschen, als sei er der Ort, an dem das Problem wohnt. Als müsse man ihn nur besser ausstatten: mehr Kommunikation, mehr Resilienz, mehr Konfliktfähigkeit, mehr Ownership, mehr Einwandbehandlungsmethoden...

Aber Menschen hängen an den Strippen ihrer Organisation. An Meetings, die alles bewegen und nichts entscheiden. An Führungskräften, die Beteiligung wollen, bis Beteiligung unbequem wird. An Karrieren, in denen Anpassung leise glänzt und Widerspruch schnell nach Störung riecht.

Die systemische Organisationsarbeit beschreibt genau diesen blinden Fleck: Wenn das Kernproblem einer Organisation bei den Menschen gesucht wird, wird der Einzelne zum Puffer für Organisationsversagen.

Man kann Menschen nicht dauerhaft mutiger trainieren, wenn die Organisation jeden Tag Vorsicht prämiert.

Dann soll jemand besser kommunizieren, obwohl eigentlich Entscheidungslogik fehlt. Resilienter werden, obwohl Überlastung längst eingebaut ist. Verantwortung übernehmen, obwohl Verantwortung zwar gefordert, aber nicht wirklich freigegeben wird.

Vielleicht beginnt wirksame Entwicklung deshalb später, als viele denken. Nicht bei der nächsten PE-Maßnahme.

Sondern bei der Frage: Welches Verhalten stellt deine Organisation zuverlässig her, obwohl sie offiziell etwas anderes bestellt?

Adresse

Düsseldorf
40231

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Frank Schmidt - Moderation Speaking Coaching erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen