16/12/2021
Hier nun ein Beitrag einer lieben Kollegin, die den Mut hat, die Missstände falscher Berechnungsgrundlagen der Corona Hilfen, in unserer Branche erläutert .
Vielen Dank Alexandra Pastoor, du hast es auf den Punkt gebracht 🙏🙏🙏
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Ich habe meinen Mut gefasst, und bin mit diesem Schreiben, und Video an die Öffentlichkeit gegangen. Als die N Bank meinen Bericht in der Zeitung gelesen hat, hat sie mich tatsächlich auch sofort angerufen. Dafür erstmal besten Dank. Und Hut ab, damit habe ich nicht gerechnet. Am Telefon konnte ich mein Anliegen schildern.
Nun warte ich auf eine Email von der N Bank.
Ich setze mich für unsere Branche ein.
Für Fairness, und Gerechtigkeit.
Mein Schreiben:
Mein Name ist Alexandra Pastoor. Ich betreibe seit 12 Jahren einen Salon in Niedersachsen, um genau zusagen in Friesoythe. Lk Cloppenburg. Ich bin mit Leib und Seele Friseurin. Ich lebe für meinen Beruf. Genauso auch meine Mitarbeiter. Ich habe 3 Mitarbeiter. Im letzten Jahr wurde mir der Boden unter den Füßen gerissen, als es hieß, Lockdown. Ich war stets fleißig, habe alles für mein Geschäft getan. Können Sie sich vorstellen, wie sich das angefühlt hat?!
Wenn man seinen Betrieb selbst runtergewirtschaftet , und schließen muss, ist es was anderes, als wenn er einfach geschlossen wird, wofür man nichts kann.
Ich möchte eins vorweg sagen, es geht hier nicht um rumheulen oder dergleichen, es geht darum, das es unfair ist.
Unfair was da gerade passiert. Unfair wie die Berechnungen laufen. Und das darüber mal informiert wird.
Wir, und ich spreche da im Namen meiner Friseur Kollegen, werden in ein Bild gedrückt was nicht der Wahrheit entspricht. Wir werden behandelt als hätten wir uns die Taschen voll gestopft, dieses ist nicht so. Es gibt mit Sicherheit das ein oder andere Schwarze Schaf, dieses will nicht nicht abstreiten.
Aufgrund von "schwarzen Schafen" müssen jetzt alle darunter leiden.
Hätten wir unmengen an Gewinn erzielt, würden wir jetzt nicht da stehen,wo wir sind. Vor einer Klagewelle von Friseuren. Die eins wollen, Gerechtigkeit und Fairness.
Ich selbst habe im Jahr 2020 einen Verlust von 15.000-16.000 erlitten.
Für mich als kleines Unternehmen tut das sehr weh.
Und ist natürlich deutlich bemerkbar.
Und hier ein Einblick aus dem Sachverhalt, und warum wir Friseure gerade so "laut" werden.
Am 16.3.2020 hieß es dann Lockdown. Wir durften von heute auf morgen nicht mehr arbeiten, die Türen waren zu, die Kosten liefen.
Dann wurde uns schnell mitgeteilt, dass uns geholfen wird.
Hoffnung für unsere ganze Branche.
Dann gab es aber ein komplettes durcheinander mit den Hilfen.
Ende März verkündete das Land die Landeshilfe, Betriebe konnten 3000,- beantragen. Auch mein Steuerberater beantragte diese Hilfe für mich. Bzw wollte dieses tun. Unmittelbar, quasi ein paar Tage danach 01.04.2020 wurde die Bundeshilfe ins leben gerufen. Hier ging es um 9000,- ( in meinem fall) dieses variiert von Betrieb zu Betrieb. Die Landeshilfen wurden demnach nicht mehr bearbeitet, sondern nur noch die Bundeshilfe. Und jetzt kommt der erste knackpunkt, die paar Betriebe, die die Landeshilfe beantragt haben, bzw erhalten haben, müssen NICHTS zurückzahlen. Die anderen schon. Wie kann sowas sein?Des Weiteren wird nur ab Antragstellung berechnet. Im März zbs wo wir schon geschlossen wurden, oder die Wochen im April vor Antragstellung, werden nicht zu den Kosten zugerechnet. Zum verstehen, wir
wurden im März geschlossen, die Anträge teilweise mitte April beantragt. Also werden unsere Kosten erst ab da berücksichtigt.
Wir wussten im April noch nicht wann es für uns weitergeht, mussten dieses aber in unseren Anträgen ausfüllen.
Unsere Steuerberater haben also unsere Vormonate angeschaut, welche Kosten wir haben, zahlungsflüsse begutachtet,und diese wurden also aufgeführt.
Viele haben ihre Miete, Tilgungen und der gleichen geschoben, um liquide zu bleiben. Was passierte also?
Sie floss nicht mit in die Hilfen ( die wir jetzt zurückzahlen müssen) mit ein. Aber diese Kosten haben wir ja trotzen, nur ein wenig später, wie gesagt, um im Lockdown so gut es geht Liquide zu bleiben. Dieses wird uns jetzt zum verhängnis.
Wir öffneten dann anfang Mai 4.05.2020 endlich wieder unsere Türen, wir waren fleißig, weiteten die Öffnungszeiten aus,wir haben hohe Umsätze gemacht, da viele Menschen nach dem Lockdown zum Friseur wollten. Dieser Monat und auch der Juni, gleicht trotz alledem unseren ausfall von März und April NICHT aus. Wenn das so wäre, stünden wir jetzt nicht da, wo wir sind. Abgesehen davon ist es durchaus unüblich Zeiträume von 3 Monaten als relevante betriebswirtschaftlichen Zeiträume zu werten, da wir nach dem Ansturm wieder in ein Loch gefallen sind, da ja alle Kunden erstmal wieder top gestylt waren.
Wir Selbständigen waren teilweise nichtmal berechtigt sich aus der Soforthilfe, für die Private Lebensführung etwas auszuzahlen. Auch hier hat jedes Land seine eigenen Regeln gestellt, was ein verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz darstellt.
Jetzt soll es zurück gezahlt werden, da die hilfen voll Ertragsteuerpflichtig sind, hatten wir ja schon eine Einkommensteuerbelastung von 3000,- ( von den mir genannten 9000,-)
Jetzt sollen die Anträge innerhalb von 4 Wochen zurück geschickt werden, und bis zum 28.2.2022 anstandslos zurück gezahlt werden.
Über unsere jetzige situation müssen wir nicht mehr viel sagen!?
Weiter geht es mit Dezember 2020, dort wurden wir Friseure erneut geschlossen. 16.12.2020. in unserem wichtigsten Umsatz Monat. Wobei wir für den 2 teil des monats nichtmal Ansprüche geltend machen konnten.
Die berechnungen sind schlicht und ergreifend nicht richtig. und vor allem nicht Fair.
Wir Friseure wollen das man sich unseren Fragen stellt!
Und das alles mit fairen mitteln berechnet wird. Aber diese Berechnungen, bedeuten für viele Betriebe das AUS!