08/04/2016
Jeder hat seinen eigenen Rhythmus
Es fängt bereits in der Schule an, dass es Kinder gibt denen es leicht fällt in der Früh um 8 Uhr aufnahmefähig zu sein, während andere noch halb schlafen. Genau so zieht es sich dann auch durch bis in den Arbeitsalltag.
Dabei versuchen wir alle uns so zu optimieren, dass wir reinpassen, in das Image der Erfolgreichen. Nicht nur der Schulabschluss, die Körpermaße, die Eloquenz, der Freundeskreis und die Klamotten-Marke muss passen damit man dazugehört. Auch das Verhalten im Alltag gehört dazu und wie macht man es wohl besser, als sich ein Beispiel an der Elite der erfolgreichen Manager zu nehmen. Diese kriegen ja sooo viel mehr gebacken als ein gewöhnlicher Mensch, da ihr Tag mitten in der Nacht anfängt und sie gegen 4 oder 5 Uhr den Tag starten, sportlich aktiv sind, alle wichtigen Newsletter, Magazine und Tageszeitungen gelesen haben und sich dann auch noch nur mit einem Smoothie für mehr Leistungskraft ernähren.
Bewundernswert und bestimmt passt das auch zu diesen Menschen. Aber jeder ist anders. Ich habe zum Beispiel auch senile Bettflucht, kriege aber meinen Körper dann kaum dazu schon etwas zu machen. Das einzige, dass ich dann bereits könnte ist reden - nur macht das mit mir selbst keinen Spaß...
So gegen 6 Uhr klappt es dann auch manchmal mit Sport oder lesen, was sich auch für den Moment gut anfühlt, aber danach muss ich erstmal zig Tassen Kaffee oder Tee trinken, damit ich die Stöckchen zum Augen offenhalten rausnehmen kann. Bestimmt kann man das fit sein in der Früh auch trainieren, aber ehrlich gesagt funktionieren wir eh schon in so vielen Bereichen, da möchte ich das nicht auch noch umsetzen.
Wie auch immer, ich finde es fatal so eine Gewohnheit als Meilenstein des Erfolgs zu deklarieren. Jeder ist anders und jeder hat seinen eigenen Rhythmus. Erfolgreich ist für mich derjenige, der Spaß am Job hat, den Tag effektiv für sich und seine Aufgaben nutzt und natürlich (wie immer im Leben) zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtige Idee hat oder die richtigen Leute trifft.
Nur weil jemand nicht um 5 Uhr in der Früh 10 Magazine liest und danach ins Fitnessstudio geht, bedeutet das nicht, dass derjenige schlechter oder weniger erfolgreich ist. Schließlich zählt ja nicht die Anzahl der Stunden, die gearbeitet wurden, sondern was geschafft wurde. Und bevor Leute dann zu Drogen, Alkohol oder Tabletten greifen, um das Image aufrecht zu halten, sollten wir lieber umdenken. Auch für den Körper gilt Nachhaltigkeit.
Ich finde Individualität wichtig und wunderbar! Wir sollten anfangen Mitarbeitern, Freunden und Ratsuchenden mit auf den Weg zu geben, dass Sie gut sind, wie sie sind.