27/08/2026
Neurodivergenz & Körpergefühl
„Ich spüre meinen Körper gar nicht richtig.“
Neurodivergenz kann das Körpergefühl verändern.
Manche Menschen spüren Hunger, Durst, Müdigkeit oder Anspannung erst sehr spät.
Andere nehmen kleinste körperliche Veränderungen intensiv wahr – Geräusche, Berührungen, Temperatur oder innere Unruhe können überwältigend werden.
Auch Interozeption – die Wahrnehmung innerer Körpersignale – kann anders funktionieren.
Und dann passiert etwas Entscheidendes:
Der Körper sendet längst Signale.
Aber sie kommen nicht dort an, wo wir sie bewusst einordnen können.
„Ich bin plötzlich völlig erschöpft.“
„Ich wusste gar nicht, dass ich Hunger habe.“
„Ich merke erst beim Zusammenbruch, wie angespannt ich war.“
Das ist nicht fehlende Selbstfürsorge.
Es kann eine andere Art der Wahrnehmungsverarbeitung sein.
🌿 Somatisch zu arbeiten bedeutet deshalb nicht nur:
„Was fühlst du?“
Sondern auch:
Wo im Körper kannst du überhaupt etwas wahrnehmen?
Wie intensiv ist es?
Was verändert sich, wenn du langsamer wirst?
Und welche Signale möchtest du vielleicht erst wieder kennenlernen?
Körperwahrnehmung ist keine Selbstverständlichkeit.
Sie kann sich entwickeln – sanft, neugierig und ohne Druck.