08/10/2026
Veränderungsprozesse & Trauma
Veränderung bedeutet nicht nur, etwas Neues zu beginnen.
Für unser Nervensystem bedeutet Veränderung auch: Das Vertraute ist nicht mehr sicher vorhersehbar.
Gerade nach traumatischen Erfahrungen kann Veränderung deshalb ambivalent sein:
Ein Teil möchte losgehen.
Ein anderer Teil möchte festhalten.
Das kann sich zeigen als:
* Angst vor dem Unbekannten
* Kontrollbedürfnis
* Rückzug oder Erstarrung
* Überforderung bei Veränderungen
* Zweifel und innere Unruhe
* starkes Festhalten an Vertrautem
* oder ein plötzliches Gefühl von „Ich muss sofort alles verändern“.
Aus Sicht von Somatic Experiencing geht es nicht darum, Veränderung einfach „mutig durchzuziehen“.
Es geht darum, dem Nervensystem genügend Sicherheit, Orientierung und Kapazität zu geben, damit Neues überhaupt erfahrbar werden kann.
Veränderung darf dosiert sein.
Ein Schritt.
Eine Pause.
Ein Atemzug.
Ein Moment von:
„Ich bin hier. Und ich muss noch nicht wissen, wie alles weitergeht.“
Das Titrieren von Erfahrungen und Veränderung ist dabei ein zentraler Aspekt.
Denn Heilung bedeutet nicht, keine Angst vor Veränderung mehr zu haben.
Vielleicht bedeutet sie vielmehr,
Veränderung erleben zu können, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Bild: Mensch mit langen lockigen Haaren. Portrait. Text: Veränderung und Trauma