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Veränderungsprozesse & TraumaVeränderung bedeutet nicht nur, etwas Neues zu beginnen.Für unser Nervensystem bedeutet Ver...
08/10/2026

Veränderungsprozesse & Trauma

Veränderung bedeutet nicht nur, etwas Neues zu beginnen.
Für unser Nervensystem bedeutet Veränderung auch: Das Vertraute ist nicht mehr sicher vorhersehbar.

Gerade nach traumatischen Erfahrungen kann Veränderung deshalb ambivalent sein:

Ein Teil möchte losgehen.
Ein anderer Teil möchte festhalten.

Das kann sich zeigen als:

* Angst vor dem Unbekannten
* Kontrollbedürfnis
* Rückzug oder Erstarrung
* Überforderung bei Veränderungen
* Zweifel und innere Unruhe
* starkes Festhalten an Vertrautem
* oder ein plötzliches Gefühl von „Ich muss sofort alles verändern“.

Aus Sicht von Somatic Experiencing geht es nicht darum, Veränderung einfach „mutig durchzuziehen“.

Es geht darum, dem Nervensystem genügend Sicherheit, Orientierung und Kapazität zu geben, damit Neues überhaupt erfahrbar werden kann.

Veränderung darf dosiert sein.
Ein Schritt.
Eine Pause.
Ein Atemzug.
Ein Moment von:
„Ich bin hier. Und ich muss noch nicht wissen, wie alles weitergeht.“

Das Titrieren von Erfahrungen und Veränderung ist dabei ein zentraler Aspekt.

Denn Heilung bedeutet nicht, keine Angst vor Veränderung mehr zu haben.

Vielleicht bedeutet sie vielmehr,
Veränderung erleben zu können, ohne sich selbst dabei zu verlieren.

Bild: Mensch mit langen lockigen Haaren. Portrait. Text: Veränderung und Trauma

Wenn Schweigen zum Trigger wird.Manchmal sagt ein Mensch nichts –und im eigenen Körper wird es plötzlich laut.Das Schwei...
06/10/2026

Wenn Schweigen zum Trigger wird.

Manchmal sagt ein Mensch nichts –
und im eigenen Körper wird es plötzlich laut.

Das Schweigen kann sich anfühlen wie:
„Du bist nicht wichtig.“
„Ich werde verlassen.“
„Ich habe etwas falsch gemacht.“
„Ich bin allein.“

Besonders wenn frühere Erfahrungen von Rückzug, emotionaler Unerreichbarkeit, Ablehnung oder Verlassenwerden geprägt waren, kann Schweigen das Nervensystem alarmieren.

Dann reagiert der Körper oft schneller als der Verstand:
Anspannung. Grübeln. Angst. Kontrollieren. Rückzug. Funktionieren.
Oder der starke Impuls, sofort wieder Nähe herzustellen.
Und der schweigende Part darf sich fragen, wie Verbindung aufrecht erhalten werden kann?
Die Offenheit über die eigenen Bedürfnisse und Bedürftigkeit ermöglicht ein Miteinander im Prozess der Integration. ❤️‍🩹
Somatic Experiencing kann helfen, diese Reaktion wahrzunehmen, ohne sich von ihr überrollen zu lassen.

Nicht jede Stille bedeutet Verlassenwerden.
Nicht jeder Rückzug bedeutet Ablehnung.

Und trotzdem darf ernst genommen werden,
was im Körper passiert.

Heilung beginnt manchmal dort,
wo wir lernen, zwischen dem, was jetzt geschieht, und dem, was einmal geschehen ist, zu unterscheiden.

🌿 Der Körper erinnert sich.
Und er kann auch neue Erfahrungen lernen.

Schweigen und TraumaManchmal ist Schweigen keine Entscheidung.Es ist eine Überlebensstrategie.Wenn Worte früher gefährli...
05/10/2026

Schweigen und Trauma

Manchmal ist Schweigen keine Entscheidung.
Es ist eine Überlebensstrategie.

Wenn Worte früher gefährlich waren,
wenn niemand zugehört hat,
wenn Widerspruch Konsequenzen hatte,
kann das Nervensystem lernen:

Sei still. Bleib unauffällig. Sag nichts.

Auch später kann Schweigen auftauchen,
obwohl die Gefahr längst vorbei ist.

In der Körperarbeit und im Somatic Experiencing können wir behutsam erforschen, was hinter dem Schweigen liegt:

Ist da Angst?
Erstarrung?
Scham?
Überforderung?
Oder der tiefe Wunsch, endlich sicher zu sein?

Traumaheilung bedeutet nicht,
alles erzählen zu müssen.

Manchmal beginnt Heilung dort,
wo der Körper zum ersten Mal erfahren darf:

Ich darf sprechen.
Ich darf schweigen.
Und ich darf selbst entscheiden.

1.Bild: Blüte mit Stengel und Schriftzug: Schweigen und Trauma

Wahrnehmung, Trigger & TraumaManchmal reagiert der Körper schon, bevor wir bewusst wahrnehmen, was gerade passiert.Ein T...
02/10/2026

Wahrnehmung, Trigger & Trauma

Manchmal reagiert der Körper schon, bevor wir bewusst wahrnehmen, was gerade passiert.

Ein Tonfall.
Ein Blick.
Eine Bewegung.
Eine bestimmte Situation.

Der Reiz ist längst da –
der Körper hat bereits reagiert –
und erst einen Moment später wird uns bewusst, was wir eigentlich wahrgenommen haben.

Herzklopfen.
Anspannung.
Rückzug.
Angst.
Wut.
Erstarrung.

Bei traumatischen Erfahrungen kann diese zeitliche Verschiebung besonders bedeutsam sein.

Das Nervensystem orientiert sich blitzschnell an möglichen Gefahren. Die bewusste Einordnung kann erst danach folgen.

Dann fühlt es sich vielleicht so an:

„Ich weiß gar nicht, was gerade passiert – aber irgendetwas in mir reagiert schon.“

Der heutige Moment kann sicher sein, während der Körper noch auf etwas reagiert, das ihn an früher erinnert.

Traumaarbeit bedeutet deshalb nicht, diese Reaktion einfach wegzumachen.

Sondern wieder wahrnehmen zu lernen:

Was hat mein Körper zuerst bemerkt?
Was habe ich erst später verstanden?
Was gehört zum Heute – und was erinnert an das Damals?

In der körperorientierten Traumaarbeit kann genau dieser Moment zwischen Reiz, Körperreaktion und bewusster Wahrnehmung wichtig werden.

Denn manchmal braucht Wahrnehmung Zeit,
um nachzuholen,
was der Körper längst gespürt hat.

Bild: Text: Wahrnehmung, Trigger und Trauma
Zwei unterschiedlich große braune Punkte auf beigem Hintergrund, Wandelpraxis Mic Herbertz-Flossdorf

PERIMENOPAUSE, MENOPAUSE & TRAUMADer Körper verändert sich.Hormone schwanken.Schlaf wird fragiler.Emotionen können inten...
27/09/2026

PERIMENOPAUSE, MENOPAUSE & TRAUMA

Der Körper verändert sich.
Hormone schwanken.
Schlaf wird fragiler.
Emotionen können intensiver werden.
Das Nervensystem reagiert manchmal empfindlicher als früher.

Und manchmal fühlt sich das nicht nur nach „Hormonen“ an.

Die hormonellen Veränderungen der Perimenopause können auch alte Stress- und Traumaspuren wieder spürbarer machen.

Was lange kompensiert werden konnte, braucht plötzlich mehr Aufmerksamkeit.

Vielleicht wird die innere Anspannung deutlicher.
Vielleicht werden Grenzen wichtiger.
Vielleicht werden alte Bindungswunden spürbar.
Vielleicht reicht das bisherige Funktionieren nicht mehr.

Das bedeutet nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt.

Vielleicht verändert sich gerade deine Kapazität – und dein Körper fordert weniger Anpassung und mehr Regulation.

Somatic Experiencing kann dabei unterstützen, wieder wahrzunehmen:

🌿 Was brauche ich gerade?
🌿 Wo fühlt sich mein Körper sicher an?
🌿 Was ist alte Schutzreaktion – und was gehört ins Hier und Jetzt?
🌿 Wie kann ich meinem Nervensystem mehr Wahlmöglichkeiten geben?

Menopause ist nicht nur ein hormoneller Übergang.
Sie kann auch ein Übergang zu mehr Körperwissen, Grenzen, Behagen im eigenen Körper und Selbstverbundenheit sein.



Bild: Perimenopause, Menopause und Trauma dunkelblaue Schrift auf hellblauem Grund.

Bindungswunde & TraumaManchmal reagiert unser Körper auf einen Moment im Heute,als wäre etwas von damals wieder da.Eine ...
22/09/2026

Bindungswunde & Trauma

Manchmal reagiert unser Körper auf einen Moment im Heute,
als wäre etwas von damals wieder da.

Eine Nachricht bleibt aus.
Jemand zieht sich zurück.
Ein Blick verändert sich.
Nähe fühlt sich plötzlich unsicher an.

Die Bindungswunde liegt nicht nur in unseren Gedanken.
Sie kann im Nervensystem weiterwirken.

Wir werden vielleicht unruhig, klammern, kämpfen, funktionieren –
oder ziehen uns zurück und machen uns innerlich unabhängig.

Aus Sicht von Somatic Experiencing geht es nicht darum, diese Reaktionen wegzumachen.
Sondern darum, langsam wieder wahrzunehmen:

Was passiert gerade in meinem Körper?
Was ist heute – und was gehört zu damals?
Was brauche ich, um mich jetzt sicherer zu fühlen?

Traumaintegration bedeutet nicht, nie wieder verletzt zu werden.

Sie kann bedeuten, dass Nähe wieder möglich wird,
ohne dass das Nervensystem dabei alles geben muss,
um sich zu schützen.

Heilung beginnt manchmal dort,
wo wir aufhören, unsere Schutzreaktionen gegen uns zu richten.
1. Mensch mit Hund - zugewandt Text: Bindungswunde und Trauma - Wandelpraxis Mic Herbertz-Floßdorf
2. Bronzestatue: Nackter Mensch mit Brüsten mit Tiger voraus auf grüner Wiese

Anteilearbeit & TraumaIn uns können verschiedene Anteile gleichzeitig lebendig sein.Ein Teil möchte Nähe.Ein anderer bra...
20/09/2026

Anteilearbeit & Trauma

In uns können verschiedene Anteile gleichzeitig lebendig sein.

Ein Teil möchte Nähe.
Ein anderer braucht Abstand.
Ein Teil ist stark und funktioniert.
Ein anderer ist erschöpft und möchte gehalten werden.
Ein Teil vertraut.
Ein anderer bleibt wachsam.

Nach belastenden Erfahrungen können sich solche inneren Bewegungen verstärken. Manche Anteile übernehmen Schutzaufgaben, die einmal notwendig waren – auch wenn die ursprüngliche Gefahr längst vorbei ist.

Aus Sicht von Somatic Experiencing geht es nicht darum, einen Anteil „loszuwerden“ oder ihn zu verändern.

Es geht darum, neugierig wahrzunehmen:

Was versucht dieser Teil für mich zu tun?
Was spürt mein Körper dabei?
Was braucht er, damit heute mehr Sicherheit möglich wird?

Traumaintegration bedeutet nicht, dass alle inneren Stimmen verschwinden.

Vielleicht bedeutet sie vielmehr, dass wir lernen, ihnen zuzuhören – ohne dass einer von ihnen allein die Führung übernehmen muss.

Mehr innere Wahlmöglichkeiten.
Mehr Körperwahrnehmung.
Mehr Selbstkontakt.
Mehr Raum für das ganze eigene Erleben.


1. Kreise mit Text: Nähe - Abstand und Funktionieren - Erschöpfung- AnteileArbeit und Trauma
2. Möve mit hoher Aktivierung und Aufmerksamkeit (Sympaticus)
3. Möve am Meer in ruhender entspannter Position (Parasymapaticus)

Entwicklung braucht Sicherheit.Trauma braucht nicht noch mehr Druck.Wir entwickeln uns nicht immer linear.Manchmal bedeu...
17/09/2026

Entwicklung braucht Sicherheit.
Trauma braucht nicht noch mehr Druck.

Wir entwickeln uns nicht immer linear.

Manchmal bedeutet Entwicklung nicht,
mehr zu leisten,
stärker zu werden
oder endlich „über etwas hinwegzukommen“.

Manchmal bedeutet Entwicklung,
dass der Körper langsam erfährt:

Ich muss nicht mehr ständig bereit sein.
Ich darf innehalten.
Ich darf Grenzen spüren.
Ich darf mich verbinden.
Ich darf mich verändern.

Aus Sicht von Somatic Experiencing kann Entwicklung dort beginnen, wo wieder mehr Kapazität für Wahrnehmung entsteht – für Empfindungen, Impulse, Bedürfnisse und auch für Freude.

Traumaintegration bedeutet deshalb nicht,
das Vergangene ungeschehen zu machen.

Es bedeutet,
dass das Nervensystem nach und nach neue Erfahrungen machen darf.

Nicht schneller.
Nicht perfekter.
Sondern in einem Tempo, das verkraftbar ist.

Entwicklung ist manchmal ganz leise:
Ein Atemzug.
Eine Grenze.
Ein „Nein“.
Ein „Ich brauche dich“.
Ein Moment von Sicherheit.

Und genau darin kann Veränderung beginnen. 🌿


1.Korn auf dem Feld in schwarz-weiß. Text: Entwicklung und Trauma
2. Text auf beigem Hintergrund: Lass uns auch in Entwicklungsprozessen zusammenarbeiten
3. Foto von Mic

Freude braucht Kapazität.Nach Trauma kann sich nicht nur Schmerz überwältigend anfühlen.Auch Freude kann zu viel sein.Ei...
14/09/2026

Freude braucht Kapazität.

Nach Trauma kann sich nicht nur Schmerz überwältigend anfühlen.
Auch Freude kann zu viel sein.

Ein Lächeln.
Wärme.
Nähe.
Lebendigkeit.

Ganz langsam darf der Körper lernen:

Ich darf Freude spüren.
Ich darf sie halten.
Ich darf mich sicher fühlen,
wenn es mir gut geht.

Traumaintegration bedeutet auch,
mehr vom Guten aufnehmen zu können. 🌿



1. Berge und Wald in Morgenstimmung - rötliche Töne Text: Freude und Trauma Wandelpraxis Mic Herbertz-Flossdorf

Danke für die Beauftragung und das Vertrauen in meine Arbeit und PersonPräsenz, Körperarbeit und menschliche Begegnung i...
12/09/2026

Danke für die Beauftragung und das Vertrauen in meine Arbeit und Person
Präsenz, Körperarbeit und menschliche Begegnung im Krankenhaus und in Pflegeeinrichtungen

Menschen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen erleben häufig Momente großer Verletzlichkeit: Veränderungen, Unsicherheit, Schmerzen, Verlust von Autonomie oder die Auseinandersetzung mit Grenzen des eigenen Körpers.

Für sozialpädagogische Fachkräfte bedeutet Begleitung daher mehr als Gesprächsführung und Unterstützung im Alltag. Es geht auch darum, einen Raum zu schaffen, in dem Menschen sich gesehen, sicher und respektiert fühlen können.

In meinem Seminar „Präsenz, Körperarbeit und achtsame Begleitung“ beschäftigen wir uns damit, wie die eigene Präsenz zu einem wichtigen Teil professioneller Beziehungsgestaltung wird.

Wir erforschen:
✨ Wie beeinflusst unser eigenes Nervensystem die Begegnung mit anderen?
✨ Wie können wir über Körperwahrnehmung Sicherheit und Verbindung fördern?
✨ Wie können wir Menschen in Krisen begleiten, ohne zu überfordern oder zu vereinnahmen?
✨ Welche Bedeutung haben Haltung, Stimme, Berührung und nonverbale Kommunikation?

Körperorientierte Ansätze eröffnen neue Möglichkeiten, Menschen ganzheitlicher wahrzunehmen – mit ihren Bedürfnissen, Grenzen und Ressourcen.

Denn manchmal entsteht Unterstützung nicht zuerst durch Worte, sondern durch eine regulierende, zugewandte und präsente Begegnung.


1. roter Ball mit Aufdruck „Take a Deep breath“
2. Buch mit dem Titel: Verkörperte Bindung
3. Folie aus PowerPoint „Akzeptanz von Berührung“
4. Flipchart zu CARRP - Sicherheit vermitteln
5. Obstkorb

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