Mundwerk - Mediation & Training

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Neurodivergenz & Körpergefühl„Ich spüre meinen Körper gar nicht richtig.“Neurodivergenz kann das Körpergefühl verändern....
27/08/2026

Neurodivergenz & Körpergefühl

„Ich spüre meinen Körper gar nicht richtig.“

Neurodivergenz kann das Körpergefühl verändern.

Manche Menschen spüren Hunger, Durst, Müdigkeit oder Anspannung erst sehr spät.
Andere nehmen kleinste körperliche Veränderungen intensiv wahr – Geräusche, Berührungen, Temperatur oder innere Unruhe können überwältigend werden.

Auch Interozeption – die Wahrnehmung innerer Körpersignale – kann anders funktionieren.

Und dann passiert etwas Entscheidendes:

Der Körper sendet längst Signale.
Aber sie kommen nicht dort an, wo wir sie bewusst einordnen können.

„Ich bin plötzlich völlig erschöpft.“
„Ich wusste gar nicht, dass ich Hunger habe.“
„Ich merke erst beim Zusammenbruch, wie angespannt ich war.“

Das ist nicht fehlende Selbstfürsorge.

Es kann eine andere Art der Wahrnehmungsverarbeitung sein.

🌿 Somatisch zu arbeiten bedeutet deshalb nicht nur:
„Was fühlst du?“

Sondern auch:

Wo im Körper kannst du überhaupt etwas wahrnehmen?
Wie intensiv ist es?
Was verändert sich, wenn du langsamer wirst?
Und welche Signale möchtest du vielleicht erst wieder kennenlernen?

Körperwahrnehmung ist keine Selbstverständlichkeit.
Sie kann sich entwickeln – sanft, neugierig und ohne Druck.

Fürsorgearbeit und TraumaFür andere da sein.Mitdenken. Organisieren.Halten. Trösten. Funktionieren.Fürsorgearbeit ist of...
25/08/2026

Fürsorgearbeit und Trauma

Für andere da sein.
Mitdenken. Organisieren.
Halten. Trösten. Funktionieren.

Fürsorgearbeit ist oft unsichtbar – und trotzdem körperlich spürbar.

Wer früh gelernt hat, die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen, entwickelt manchmal eine besondere Wachsamkeit:
Wie geht es den anderen? Was brauchen sie? Was darf ich tun, damit es gut bleibt?

Das kann eine wertvolle Fähigkeit sein.
Und gleichzeitig kann es bedeuten, dass die eigenen Bedürfnisse kaum noch auftauchen.

Trauma kann Fürsorge zu einer Überlebensstrategie machen.

Nicht nur:
„Ich kümmere mich, weil ich liebe.“

Sondern manchmal auch:
„Ich kümmere mich, damit niemand wütend wird.“
„Ich kümmere mich, damit ich gebraucht werde.“
„Ich kümmere mich, damit ich sicher bin.“

Somatisch betrachtet kann der Körper dabei ständig im Außen orientiert sein – bei den Signalen, Stimmungen und Bedürfnissen anderer.

Heilung bedeutet deshalb nicht, weniger fürsorglich zu werden.

Sondern vielleicht zu lernen:

Ich darf wahrnehmen, was in mir geschieht.
Ich darf Bedürfnisse haben.
Ich darf empfangen.
Ich darf Nein sagen.
Und Beziehung darf auch dann bestehen bleiben.

Fürsorge ist keine Einbahnstraße.
Und Selbstfürsorge ist kein Egoismus.

Sie kann ein Weg zurück in die eigene Körperwahrnehmung, Autonomie und Verbindung sein.


1. Fürsorgearbeit & Trauma - Wandelpraxis Mic Herbertz-Flossdorf
2. Blumenblüten, die einander zugeneigt sind

TRAUMA & ERWERBSARBEITWir legen unsere Erfahrungen nicht an der Tür zur Erwerbsarbeit ab.Auch am Arbeitsplatz kann unser...
23/08/2026

TRAUMA & ERWERBSARBEIT

Wir legen unsere Erfahrungen nicht an der Tür zur Erwerbsarbeit ab.

Auch am Arbeitsplatz kann unser Nervensystem auf alte Erfahrungen reagieren.

Vielleicht kennst du das:

→ Du kannst schlecht „Nein“ sagen.
→ Kritik fühlt sich existenziell bedrohlich an.
→ Du versuchst, alles perfekt zu machen.
→ Du funktionierst, auch wenn du längst erschöpft bist.
→ Pausen lösen Schuldgefühle aus.
→ Konflikte lassen dich erstarren oder du passt dich sofort an.
→ Dein Wert scheint davon abzuhängen, wie viel du leistest.

Das sind nicht einfach „schlechte Arbeitsgewohnheiten“.

Manchmal sind es Strategien, die einmal geholfen haben, Sicherheit, Zugehörigkeit oder Anerkennung zu erhalten.

Aus Sicht von Somatic Experiencing können wir fragen:

Was erlebt mein Nervensystem gerade – und wovor versucht es mich zu schützen?

Doch Traumasensibilität bedeutet nicht, Menschen an belastende Arbeitsbedingungen anzupassen.

Denn auch das Umfeld zählt.

Zu viel Druck.
Zu wenig Autonomie.
Unsichere Beziehungen.
Mangelnde Anerkennung.
Dauerhafte Überforderung.

All das kann Sicherheit im Körper beeinträchtigen.

Traumasensible Erwerbsarbeit bedeutet deshalb beides:

den Menschen verstehen und die Bedingungen verändern.

Nicht:
„Wie kann ich noch besser funktionieren?“

Sondern:

„Was brauche ich, damit ich arbeiten kann, ohne mich dabei selbst zu verlieren?“

1. Mensch mit langen Haaren und Laptop unter dem Arm in legerer Businesskleidung. Text: Erwerbsarbeit und Trauma.

Geburt ist nicht immer nur ein Anfang.Geburt kann ein zutiefst kraftvoller, verbindender und überwältigend schöner Momen...
19/08/2026

Geburt ist nicht immer nur ein Anfang.

Geburt kann ein zutiefst kraftvoller, verbindender und überwältigend schöner Moment sein.

Und gleichzeitig kann Geburt auch traumatisch erlebt werden.

Wenn Angst, Kontrollverlust, Schmerzen, medizinische Interventionen, Trennung, das Gefühl von Ausgeliefertsein oder eine Bedrohung für gebärendes Elternteil, Mutter oder Kind im Raum sind, kann das Nervensystem in einen Überlebensmodus geraten.

Trauma entsteht dabei nicht allein durch das, was passiert – sondern auch dadurch, wie sicher oder unsicher der eigene Körper die Situation erlebt.

Manchmal bleibt etwas davon zurück:
im Körper,
in der Beziehung zum eigenen Kind,
in der Sexualität,
im Vertrauen,
in der Angst vor einer erneuten Schwangerschaft
oder in scheinbar „unerklärlichen“ Körperreaktionen.

Aus Sicht von Somatic Experiencing kann es hilfreich sein, nicht nur über die Geschichte der Geburt zu sprechen, sondern auch wahrzunehmen:

Was ist in meinem Körper zurückgeblieben?
Was braucht heute noch Sicherheit?
Was konnte damals nicht abgeschlossen werden?

Heilung bedeutet nicht, die Geburt vergessen zu müssen.

Heilung kann bedeuten, dass der Körper irgendwann spürt:

„Es ist vorbei. Ich bin heute hier. Ich bin sicherer als damals.“

Pflegende Elternschaft kann eine besondere Verbindung von Fürsorge, Bindung, Belastung und Trauma sein. Gerade wenn ein ...
14/08/2026

Pflegende Elternschaft kann eine besondere Verbindung von Fürsorge, Bindung, Belastung und Trauma sein. Gerade wenn ein Kind dauerhaft auf Unterstützung angewiesen ist, kann das Nervensystem der Eltern über lange Zeit in hoher Aktivierung bleiben.

Pflegende Elternschaft & Trauma

Pflegende Elternschaft bedeutet nicht nur, für ein Kind da zu sein und für dessen Rechte in einer ableistischen Welt zu kämpfen.
Sie kann bedeuten, über Jahre aufmerksam, über verantwortlich und verfügbar sein zu müssen.

Termine.
Anträge.
Sorgen.
Krisen.
Schlafmangel.
Entscheidungen.
Die Bedürfnisse des Kindes wahrnehmen, bevor es selbst sie äußern kann.

Und dazwischen immer wieder die Frage:

„Wie lange kann ich das noch tragen?“

Aus somatischer Perspektive kann chronische Belastung dazu führen, dass das Nervensystem kaum noch in einen Zustand wirklicher Ruhe findet.

Nicht unbedingt, weil etwas „falsch“ gemacht wird.
Sondern weil zu viel Verantwortung zu lange getragen wurde.

Manche Eltern werden hypervigilant.
Andere funktionieren nur noch.
Manche reagieren gereizt oder ziehen sich zurück.
Manche spüren ihren eigenen Körper und ihre eigenen Bedürfnisse kaum noch.

Und manchmal entstehen Schuldgefühle:

„Ich liebe mein Kind doch. Warum bin ich trotzdem so erschöpft?“

Doch Erschöpfung ist kein Maß für Liebe.

Auch ein Nervensystem, das liebt, kann überlastet sein.

Traumasensible Begleitung bedeutet deshalb nicht nur, Eltern dabei zu unterstützen, „besser zu funktionieren“.

Sie bedeutet auch, Räume zu schaffen für:

Entlastung. Co-Regulation. Grenzen. Ambivalenz. Trauer. Wut. Bedürfnisse. Und das Erleben: Ich muss nicht immer alles alleine halten.

Denn auch pflegende Eltern brauchen Beziehung, Sicherheit und Regulation.

Fürsorge darf in beide Richtungen fließen.


1. Baum mit Wurzeln am Abgrund und Titel „Pflegende Elternschaft und Trauma“

Geschwisterbeziehung, Bindung & TraumaGeschwister können einander Halt geben.Und sie können sich gegenseitig verletzen. ...
12/08/2026

Geschwisterbeziehung, Bindung & Trauma

Geschwister können einander Halt geben.
Und sie können sich gegenseitig verletzen. Tiefe Bindungsverletzungen durch Geschwister waren lange nur ein Randphänomen in der Bindungsforschung. Heute gilt als belegt, dass die Geschwisterbeziehung eine wesentliche Bindungsbeziehung darstellt. Im nährenden wie im belastenden Sinne. In meiner Arbeit erlebe ich einige Klienten*innen , die ihre Interaktionen mit Geschwistern als Ursache für ihre Bindungsverletzungen erleben. Aus dem Blick dürfen dabei nicht die Eltern geraten, die z.B. versäumen, die Geschwister voreinander zu schützen.
Das geschieht schnell, wenn das Familiensystem durch Trauma, Krankheit, Behinderung, Pflege, Diskriminierung etc. sowieso schon überlastet ist.
Gerade in Familien, in denen viel Stress, Unsicherheit oder Überforderung erlebt wurde, entstehen zwischen Geschwistern manchmal besondere Dynamiken:

Das eine Kind übernimmt Verantwortung.
Das andere Kind wird besonders geschützt.
Ein Kind wird zum „starken“ Kind.
Ein anderes trägt die Konflikte der Familie.

Solche Rollen können sich tief in das Nervensystem und die Bindungserfahrung einschreiben.

Und auch später können alte Muster aktiviert werden:
👉 Rückzug statt Kontakt
👉 Anpassung statt eigener Bedürfnisse
👉 Konkurrenz statt Verbundenheit
👉 Überverantwortung statt Leichtigkeit
👉 Kampf, Flucht oder Erstarrung im Kontakt

Trauma bedeutet dabei nicht automatisch, dass eine Geschwisterbeziehung „traumatisch“ ist.

Es geht vielmehr darum zu verstehen:
Was musste mein Nervensystem damals lernen, um in dieser Familie sicherer zu sein?

Heilung kann bedeuten, die alten Rollen wahrzunehmen – und heute neue Formen von Beziehung zu entwickeln.

Nicht jede Geschwisterbeziehung muss eng sein.
Aber vielleicht darf sie irgendwann freier und auch sicherer werden.

Weniger alte Überlebensstrategie.
Mehr echte Begegnung. 🌿

1.Regenbogenfarben im Hintergrund, zwei Hände, die ein Herz formen und Text: Geschwister, Bindung und Trauma. Wandelpraxis Mic Herbertz-Flossdorf

Verletzlichkeit, Härte und TraumaManchmal wirkt Härte wie Stärke.Nicht fühlen.Nicht brauchen.Nicht zeigen, dass etwas we...
10/08/2026

Verletzlichkeit, Härte und Trauma

Manchmal wirkt Härte wie Stärke.

Nicht fühlen.
Nicht brauchen.
Nicht zeigen, dass etwas weh tut.
Alles alleine schaffen.

Doch manchmal ist Härte nicht das Gegenteil von Verletzlichkeit.
Sie ist eine Antwort auf Verletzlichkeit.

Wenn unser Nervensystem gelernt hat, dass Nähe gefährlich, Bedürfnisse unerwünscht oder Gefühle zu viel sind, kann Härte zu einem Schutz werden.

🖤 „Ich brauche niemanden.“
🖤 „Ich schaffe das allein.“
🖤 „Mich kann nichts mehr verletzen.“

Somatisch betrachtet geht es dabei nicht darum, die Härte einfach „loszulassen“.

Sondern zunächst wahrzunehmen:

Wovor schützt sie mich?
Was wird möglich, wenn ich mich sicherer fühle?

Heilung bedeutet nicht, immer weich zu sein.

Es bedeutet, wieder mehr Wahlmöglichkeiten zu bekommen:

weich sein zu können, ohne schutzlos zu sein.
Grenzen setzen zu können, ohne hart werden zu müssen.
Verletzlich sein zu können, ohne sich selbst zu verlieren.

Vielleicht ist echte Stärke nicht, nichts mehr fühlen zu müssen.

Vielleicht ist sie die Fähigkeit, Verletzlichkeit und Schutz miteinander zu verbinden.

Fürsorge und TraumaFürsorge ist weit mehr als Hilfe.Für ein traumatisiertes Nervensystem bedeutet Fürsorge vor allem: Ic...
07/08/2026

Fürsorge und Trauma

Fürsorge ist weit mehr als Hilfe.

Für ein traumatisiertes Nervensystem bedeutet Fürsorge vor allem: Ich bin nicht allein mit dem, was ich gerade erlebe.

Doch nicht jede Form von Fürsorge wirkt regulierend.

Manchmal wird Fürsorge kontrollierend, übernehmend oder entmündigend. Dann kann sie alte Beziehungserfahrungen wieder aktivieren – besonders, wenn Menschen gelernt haben, dass Nähe mit Anpassung, Abhängigkeit oder dem Verlust der eigenen Autonomie verbunden ist.

Traumasensible Fürsorge fragt deshalb nicht nur:
„Was brauchst du?“

Sondern auch:
„Wie kann ich dich unterstützen, ohne dir deine Selbstwirksamkeit zu nehmen?“

Aus Sicht von Somatic Experiencing entsteht Heilung dort, wo Verbindung und Autonomie gleichzeitig möglich werden.

Fürsorge bedeutet dann nicht, etwas für jemanden zu tun.

Sondern einen Raum zu schaffen, in dem ein Mensch wieder Zugang zu seinen eigenen Ressourcen, Impulsen und seiner Handlungsfähigkeit finden kann.

Fürsorge reguliert nicht durch Kontrolle.
Sie reguliert durch Sicherheit, Resonanz und Wahlmöglichkeiten.

💬 Welche Form von Fürsorge hat dir und deinem Nervensystem wirklich gutgetan?

Danke für die Beauftragung und die gelungene Zusammenarbeit mit den Leitungen und Fachkräften der Jugend- und Familienbe...
05/08/2026

Danke für die Beauftragung und die gelungene Zusammenarbeit mit den Leitungen und Fachkräften der Jugend- und Familienberatung Düsseldorf und den Kolleg*innen Elissar El-Marouk und Jai Wanigesinghe. (Zeichnungen). Ich bin sehr dankbar, dass das Thema „trans und nichtbinäre Positionierung und Identität in der Familie“ Zeit und Raum bekommen hat und in offenen Ohren & Köpfen landen konnte. Danke an die AG 78 und die AWO Fachstelle Regenbogenfamilien für die Beauftragung und die kompetente Organisation des Fachtages! 1. Figur am Flipchart, die die Begriffe trans und cis erklärt 2.Figur, die von mehreren gehoben wird und „Du bist nicht allein“. 3. Queere Bildung trans* und nichtbinär in der Familie - Bild von Startfolie Vortrag 4. Empowermentkarten -Set -Cover 5. Übersicht Tagesplan 9-17 Uhr 6.Buchcover „trans - don‘t judge my Journey“

Fehler machen, Beziehung entwickeln und TraumaBeziehungen entstehen nicht dadurch, dass wir alles richtig machen.Sie ent...
04/08/2026

Fehler machen, Beziehung entwickeln und Trauma

Beziehungen entstehen nicht dadurch, dass wir alles richtig machen.

Sie entstehen dort, wo Missverständnisse, Irritationen und Fehler möglich sind – und wo anschließend Reparatur stattfinden kann.

Für ein Nervensystem, das Trauma erlebt hat, können Fehler jedoch etwas ganz anderes bedeuten. Ein Missverständnis kann sich wie Ablehnung anfühlen. Eine kritische Rückmeldung wie der Verlust von Sicherheit. Der Körper reagiert dann oft schneller, als wir bewusst denken können.

Aus Sicht von Somatic Experiencing® geht es deshalb nicht darum, Fehler zu vermeiden. Es geht darum, die Kapazität des Nervensystems zu erweitern, sodass Spannungen, Enttäuschungen und Brüche gehalten und verarbeitet werden können.

Beziehung wächst nicht durch Perfektion. Sie wächst durch Sicherheit, Co-Regulation und die Erfahrung, dass Verbindung auch nach Fehlern bestehen bleiben kann.

Heilung zeigt sich oft nicht darin, keine Fehler mehr zu machen – sondern darin, zu erleben: Unsere Beziehung muss daran nicht zerbrechen, es gibt Gestaltungsraum.

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40235

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