16/11/2023
Gendern...
Anlass ist ein gefundenes Schreiben, das wie folgt beginnt:
„Liebe VereinsmitgliederInnen..."
Sinn eines gendergerechten Schreibens und Sprechens soll sein, alle Geschlechter einzuschließen. Dazu gehören: männlich, weiblich und auch divers.
Also nicht: „Arzt", wenn sowohl der Arzt und auch die Ärztin gemeint ist. Der Duden schlägt hier schon immer vor: „Arzt/Ärztin".
Mit dem Schrägstrich wird deutlich, dass sowohl die eine männliche als auch die andere weibliche Form gemeint ist. Ein diverser Arzt ist hier sprachlich nicht erkennbar.
Die Mehrzahl der dudenkonformen Schreibweise „Lehrer/-innen" oder auch „Lehrer/Lehrerinnen" erweitern Genderbefürworter zu „Lehrer*innen", „Lehrer_innen" oder „Lehrer:innen", um mit dem Sternchen, dem Unterstrich oder dem Doppelpunkt neben der männlichen und weiblichen Form auch diverse Lehrkräfte mit einzubeziehen.
Verfechter der alten Schreibweise „Lehrer" weisen auf den Begriff des generischen Maskulinum hin. Damit ist gemeint, dass der Begriff „Lehrer" in erster Linie eine Berufsbezeichnung ist – und kein Hinweis auf das biologische Geschlecht der Lehrperson.
Ein ganz anderes Problem zeigt sich, wenn man jetzt diese Verschriftlichung „Lehrer_in", „Lehrer:in", „Lehrer*in" in einem Vortrag aussprechen muss. Hier wird ein Glottisschlag an der Stelle des Unterstrichs, des Doppelpunktes oder Sternchens vorgeschlagen.
Wer noch etwas Luft bei seinem Vortrag hat, dem ist aber unbenommen, weiterhin „Lehrerinnen und Lehrer" zu sagen. Damit hat er auch noch gezeigt, dass er die Damen aus Höflichkeit zunächst anspricht.
Die geschätzt 1–2 % diversen Personen, die statistisch im Raum vorhanden sind, werden ihm das hoffentlich nicht übelnehmen.
Zu den „VereinsmitgliederInnen": Der Schreiber hat übersehen, dass „das Vereinsmitglied" grammatikalisch als Neutrum eingestuft ist. Also ist hier keine weitere Veränderung notwendig!