06/06/2026
Seit Mai 1991 gehört das "Lottchen" fest zu Dresden. Die Idee für die rollende Entdeckerplattform entstand damals aus einer Initiative des Theaterpädagogen Walter Henckel, des tjg. theater junge generation und den Verkehrsbetrieben. Benannt nach Erich Kästners berühmtem Roman, feierte die Bahn im Juni 2026 bereits ihr 35-jähriges Jubiläum.
Gestartet wurde das Projekt mit alten Bahnen aus dem ehemaligen Waggonbau Gotha (Typ ET 57/EB 57). Als Gespann aus Trieb- und Beiwagen konnten mit ihnen an einem einzigen Wochenende bis zu 500 Kinder befördert werden.
Im Jahr 2010 wurden die Gotha-Wagen ausgemustert und durch den aktuellen Tatra-Wagen ersetzt. Er bietet 36 Sitzplätze und ist bereits die dritte Fahrzeuggeneration, die als "Lottchen" durch die Stadt rollt. (Einer der alten Gotha-Triebwagen stand übrigens noch bis zu seiner Verschrottung im Jahr 2024 im DDR Museum in Pirna).
Neben klassischen Stadtrundfahrten, Ferienprogrammen und einer pädagogisch begleiteten Kinderrechte-Tour hat die Bahn in über drei Jahrzehnten so einiges erlebt. Sie war Teil des Evangelischen Kirchentags 2011 und der Feierlichkeiten zu Erich Kästners 100. Geburtstag im Jahr 1999. Den wohl kuriosesten Moment gab es allerdings im Dezember 1992: Damals fuhr der Zirkuselefant Max als echter Fahrgast im "Lottchen" durch die Dresdner Innenstadt.
Das Projekt wird bis heute als Gemeinschaftsaktion betrieben: Die Verkehrsbetriebe stellen die Technik und das Fahrpersonal, während das Jugendamt Dresden die Touren pädagogisch und organisatorisch begleitet.