20/05/2026
...wir scheitern nicht an Veränderung, wir scheitern daran, wie sehr wir uns an etwas gewöhnt haben. 15 Menschen haben sich auf ein Experiemnt eingelassen, genau das bewusster und genauer zu erleben in den nächsten 2 Monaten in einem "Reality-Check" nach einem Workshop. Die Fachkräfte aus der begleitenden Jugendarbeit werden 2 Monate lang Denttabs statt Zahnpasta nehmen beim Zähneputzen. Klingt wie ein Mini-Experiment, ist es auch und es ist eben auch ein "Reality-Check". Vielen Dank für die Bereitschaft das Experiment auch nach den Workshop-Tagen weiter auszuprobieren. Meinen großen Respekt habt ihr, GPS Wilhelmshaven.
Ich bin gesapnnt auf die Reaktionen und Erlebnisse nach zwei Monaten und ich erinnere mich noch an meine persönlichen Eindrücke von vor einigen Jahren, vielen Dank an Axel Kaiser für diese Inspiration damals:
„Das fühlt sich seltsam an.“
„Und ich habe dann doch wieder Zahnpasta genommen.“
„Ich weiß, dass es sogar Sinn macht, aber…“
Dabei gehts gar nicht so sehr ums Zähneputzen, es geht ums eigene Verhalten. Die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse zeigen:
Unsere Zahnputzgewohnheiten sind extrem stabil. Selbst wenn wir bewusst versuchen, sie zu verändern. Das bedeutet: Wir wollen Veränderung, aber unser Verhalten läuft automatisch.
Und das kennen wir sicherlich alle, besonders noch in der Arbeit mit Menschen in vielen sozialen Bereichen: Krankenhäuser, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Schulen, Kitas.
Was bedeutet das für echte Verhaltensentwicklung bei Jugendlichen? Und wie realistisch sind unsere Erwartungen?
Selbst sinnvolle Alternativen fühlen sich erstmal seltsam und auch falsch an, selbst wenn wissenschaftliche Inhalte positive Effekte wie Plaquereduktion beim Zähneputzen beschreiben oder bei der Kommuniaktion die Anwendung von einer strukturierten Vorgehensweise wie dem Kommunikationsquadrat oder der Gewaltfreien Kommunikation.
Veränderung scheitert allerdings selten am Wissen, vielmehr scheitern sie an Gewohnheiten. Und Gewohnheiten verteidigen sich erstaunlich gut.
Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem echte pädagogische Arbeit beginnt. Schön war es bei euch in den Räumen des Paritätischer Wohlfahrtsverband in Cuxhaven.
Wann hast du das letzte Mal bewusst versucht, dir die Zähne anders zu putzen, z.B. mit der anderen Hand oder langsamer und bewußter oder noch ganz anders? Bist du daran gescheitert?
Und wie ist es im Umgang miteinander...beim reden und zuhören?