Un-Obtanium

Un-Obtanium Un-Obtanium ist eine auf Wirtschafts- und Steuerrecht sowie Direktvermittlung spezialisierte Personalberatung.

03/08/2026

Die Nachfrage nach Associates sinkt und dennoch erhöhen Kanzleien ihre Einstiegsgehälter. Was paradox wirkt, folgt einem Senioritätsprinzip.

Das Angebot an Nachwuchsjuristen ist auf konstant hohem Niveau, wohingegen die Nachfrage seitens der Kanzleien stetig sinkt. Auf dem Arbeitsmarkt würde man daher alles andere als neue Rekordgehälter erwarten. Tatsächlich erhöhen Kanzleien jedoch die Einstiegsgehälter, allerdings ohne die Budgets dafür anzutasten. Das ist möglich, indem der einzelne ein größeres Stück vom gleichgroß gebliebenen Kuchen bekommt. Dass auch altgediente einen Nachschlag erhalten, ist kein Idealismus, sondern Kalkül: Die Nachfrage nach Seniorität ist groß und das Angebot begrenzt.

Steigende Einstiegsgehälter sind die Folge der großen Nachfrage nach erfahrenen Juristen.

Quellen:
https://www.nonbillable.co.uk/news/baker-mckenzie-nq-pay-150k
https://www.azur-online.de/gehalt/quinn-emanuel-knackt-die-200-000-euro-marke/
https://www.thelawyer.com/quinn-pause-associate-growth-2026/
https://www.azur-online.de/beruf-karriere/katzenjammer/
https://www.azur-online.de/beruf-karriere/top-einsteller-ziehen-die-handbremse/
https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Lange-Reihen/Bildung/lrbil03a.html

Kanzleien könnten mit KI mehr Mandate in der gleichen Zeit bearbeiten. Mandanten kaufen ihnen die gesparte Zeit bisher a...
06/07/2026

Kanzleien könnten mit KI mehr Mandate in der gleichen Zeit bearbeiten. Mandanten kaufen ihnen die gesparte Zeit bisher allerdings kaum ab. Die Effizienzsteigerung verkehrt sich für Kanzleien daher eher zum Nachteil.

Anwälte sparen durch künstliche Intelligenz rund 20 % ihrer Arbeitszeit. Was nach einem tollen Effizienzvorteil aussieht, erweist sich im traditionellen Abrechnungsmodell als nachteilig: 20 % weniger abrechenbare Stunden ergeben ceteris paribus 20 % weniger Umsatz. Um diesen Rückgang zu kompensieren, müssten Kanzleien die Multiplikatoren, abrechenbare Stunden und Stundensatz, erhöhen. Das wäre möglich, sobald die Nachfrage um mindestens 20 % steigen würde. Danach sieht es in einer Volkswirtschaft, deren Leistung seit 2019 nicht mehr gestiegen ist, bislang allerdings nicht aus.

Die derzeitigen ökonomischen Rahmenbedingungen machen es Kanzleien schwer, Effizienzsteigerungen zu vermarkten.

Quellen:
https://news.bloomberglaw.com/business-and-practice/law-firm-salaries-climb-despite-ai-promise-of-lower-costs
https://www.faz.net/premium/digitalwirtschaft/kuenstliche-intelligenz/ki-und-kanzleien-wir-brauchen-nicht-weniger-anwaelte-sondern-andere-accg-200846388.html
„Neue Spielregeln“ in JUVE Rechtsmarkt 04 2026
https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/michael-groemling-dauerkrisen-kosten-deutschland-fast-eine-billion-euro.html

01/06/2026

Ein Partner spart durch KI Associates, ein anderer beklagt beklagt den Fachkräftemangel. Dabei handelt es sich nicht etwa um unterschiedliche Personen, sondern um ein und denselben Partner.

Tatsächlich äußern sich Personalverantwortliche derzeit sinngemäß, wenn sie nach den Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf ihre Kanzleien gefragt werden. Anwälte arbeiten effizienter, erwirtschaften also das gleiche Ergebnis mit weniger Arbeitsleistung. Effizienz ist allerdings nur ein Weg unter mehreren mit dem gleichen Ziel: Profit. Ein entscheidender Faktor bleibt die abrechenbare Arbeitsleistung, die letztlich von natürlicher Intelligenz erbracht wird. Von letzterer wünschen sich Kanzleien trotz Effizienzsprüngen weiterhin viel.

Das Resultat ist eine Personalpolitik mit Janusgesicht: Kanzleien wollen viel einstellen, tun jedoch das Gegenteil.

Quellen:
https://www.faz.net/premium/digitalwirtschaft/kuenstliche-intelligenz/ki-und-kanzleien-wir-brauchen-nicht-weniger-anwaelte-sondern-andere-accg-200846388.html
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/dienstleister/berater-bdo-knackt-rekordmarke-bremst-aber-bei-neueinstellungen/100224472.html
„Neue Spielregeln“ in JUVE Rechtsmarkt 04 2026

Energie ist für Kanzleien kein großer Kostenfaktor. Ungleich relevanter sind Personalkosten, die in Folge des Irankriegs...
04/05/2026

Energie ist für Kanzleien kein großer Kostenfaktor. Ungleich relevanter sind Personalkosten, die in Folge des Irankriegs steigen könnten.

Nach nur einem Monat Krieg war die Inflation im März bereits auf 2,9 % gesprungen. Ob die Teuerung anhalten wird, steht in den Sternen – jedenfalls (noch) nicht in den Daten der europäischen Zentralbank. Deren Notenbanker appellieren daher, den Inflationsanstieg als vorübergehend zu betrachten. Ihnen gegenüber erwarten 9 von 10 Verbrauchern in den kommenden Monaten steigende Lebenshaltungskosten. Sollten sie ihren erwarteten Kaufkraftverlust zu kompensieren suchen, drohen Arbeitgebern Zweitrundeneffekte.

Je länger und höher die Inflationserwartungen, desto wahrscheinlicher werden höhere Gehaltsforderungen.

Quellen:
https://www.boersen-zeitung.de/konjunktur-politik/ezb-blickt-besorgt-auf-die-lohnentwicklung
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/schnabel-ezb-sollte-nicht-ueberstuerzt-auf-iran-krieg-reagieren-15581795
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/oekonomen-stimmen-zum-deutlichen-anstieg-der-inflation-in-deutschland-15584376
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/roundup-iran-krieg-laesst-deutsche-inflation-hochschnellen-15584257
https://www.bundesbank.de/dynamic/action/de/startseite/glossar/723820/glossar?firstLetter=Z&contentId=652188 -652188

Die Kanzlei Billmoor & Partner entlässt 1/3 ihrer Berufsträger und begründet dies mit verstärktem Einsatz künstlicher In...
01/04/2026

Die Kanzlei Billmoor & Partner entlässt 1/3 ihrer Berufsträger und begründet dies mit verstärktem Einsatz künstlicher Intelligenz. Ausgerechnet im KI-Dezernat entsteht eine Personallücke.
Die Erstgespräche mit Mandanten führt Dr. Maximilian Billmoor seit jeher selbst – inzwischen allerdings nicht mehr persönlich, sondern als KI-Avatar. Dieser wurde zuvor mit dem E-Mail-Konto des Partners trainiert. Die Rückmeldung der Mandantschaft sei größtenteils positiv: der virtuelle Anwalt habe zu allen Sachverhalten eine Meinung. Etwas „übereifrig“ sei die KI, etwa wenn sie Familienunternehmen den Börsengang empfehle. Bei strittigen Sachverhalten erweise sich KI als besonders wertvoll: Associates hätten Jahre gebraucht, um Konfliktlösungsstrategien zu ersinnen, was KI innert Sekunden errechnet. Die Gegenseite sei überwältig vom Detailreichtum der Schriftsätze, wobei sich dies auch auf die Verfahrensdauer auswirke.
Kopfzerbrechen bereitet Billmoor ausgerechnet die steigende Nachfrage seiner Mandanten im Bereich KI-Haftung. Er müsse für solcherlei Pionierarbeit auf „natürliche Intelligenz“ zurückgreifen, finde allerdings keine erfahrenen Rechtsanwälte.
Quelle:
Aprilscherz

Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend steuerberatende Tätigkeiten. Werden Steuerberater zunehmend durch Technologie...
16/03/2026

Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend steuerberatende Tätigkeiten. Werden Steuerberater zunehmend durch Technologie ersetzt? Es gibt historische Parallelen.
Neue Technologien und Fachkräftemangel: zu einer Zeit mit rund 25.000 Berufsträgern eröffnet 1966 das erste "Datenverarbeitungszentrum" für Steuerberater. Der Umbenennung in DATEV folgten etliche weitere Innovationen, vom Lochstreifen bis in die Cloud. Wer erwartet hatte, dass sich Effizienzsteigerungen durch Elster, DUO & Co. negativ auf die Beschäftigung auswirkt, irrte: die Zahl der StB hat sich zwischenzeitlich mehr als verdreifacht - mit einer eindeutigen Tendenz: stetig steigend.
Technologische Innovationen hatten mitnichten sinkende Beschäftigung zur Folge. Überzogene Erwartungen sind historisch unbegründet.
Quellen:
https://www.bstbk.de/downloads/bstbk/ebooks/Berufsstatistik-2024.pdf
https://www.datev.de/web/de/berufsgruppenuebergreifend/ueber-datev/das-unternehmen/geschichte

„Das macht bald die KI“ hört man immer mehr Partner mit ablehnendem Blick auf Berufsanfänger sagen. Stattdessen werden e...
02/03/2026

„Das macht bald die KI“ hört man immer mehr Partner mit ablehnendem Blick auf Berufsanfänger sagen. Stattdessen werden erfahrene Fachkräfte gesucht – die gerade deshalb aussterben.
KI kann einfache Tätigkeiten übernehmen, sodass Berufseinsteiger für diese obsolet werden. Stattdessen werden „Altgediente“ gesucht, wobei übersehen wird, dass diese seinerzeit Berufseinsteiger waren. Diejenigen, die heute nicht „herangezüchtet“ werden, fehlen freilich morgen (schlachtreif ist, was vor 18 Monaten aufgezogen wurde, dazu sogleich). Kanzleien, die diese Tatsache verkennen, geraten in einen sog. Schweinezyklus: in der Personalstruktur entsteht eine demographische Lücke, die sich schwerlich schließen lässt.
Die irrige Strategie, Berufsanfänger durch KI zu ersetzen, lässt sich nicht einfach revidieren. Sie ist die Ursache eines selbstverschuldeten zukünftigen Fachkräftemangels.
Quellen:
https://www.diw.de/de/diw_01.c.437025.de/schweinezyklus.html
https://www.diw.de/documents/dokumentenarchiv/17/43353/viertel_1928.pdf

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