21/04/2026
In meiner Arbeit als Executive Coach empfehle ich sehr regelmäßig, den Interpretationsspielraum der eigenen Aussagen möglichst klein zu halten. Damit meine ich vor allem, dass eine der Hauptherausforderungen jeder Führungsaufgabe darin besteht, an der eigenen Kommunikation zu arbeiten, um sich möglichst klar und präzise ausdrücken zu können. Das setzt vor allem auch eine intensive Selbstklärung voraus: was will ich denn wirklich oder spreche ich unklar, weil ich in meinem Kopf (und/oder im Herzen?) selbst noch nicht geklärt bin.
Mindestens genauso häufig empfehle ich die Kunst der ehrenhaften Unterstellung. Denn wir alle interpretieren das Verhalten der anderen und dies vor allem schnell und manchmal auch, ohne zu prüfen, ob nicht doch etwas anderes sein könnte: ob die als klarer Angriff auf die eigene Person identifizierte Aussage nicht doch nur eine stressbedingte Überreaktion oder eben eine Fehlinterpretation ist. Die Kunst der ehrenwerten Unterstellung liegt darin, stets sich selbst nochmal zu überprüfen, bevor ich den anderen “abstemple” als unfähig, unwillig oder gar als gewollt in negativer Absicht unterwegs. In der Kommunikation ist Großzügigkeit ein Gebot!