11/08/2026
Allein an der Spitze
Endlich “oben” angekommen. Lange daraufhin gearbeitet. Ein mit der Zeit gewachsenes Team. Der Kalender voll mit wichtigen Meetings. Strategische Entscheidungen stehen an. Menschen hören gut zu, wenn man spricht. Und es gibt so viele Einladungen, dass es immer wieder Kollisionen gibt.
Natürlich weiß man vorher, dass die Luft hier dünner wird, das Risiko steigt, die Geschwindigkeit auch. Was nicht erzählt wird, das ist wie erstaunlich still es wird. Und mit wem besprechen Führungskräfte eigentlich die Dinge, die sie wirklich beschäftigen?
Kolleginnen und Kollegen auf gleicher Ebene? Vielleicht. Wunderbar, wenn man einen Kreis von Gleichgesinnten hat. Aber wie offen möchte frau/man wirklich sein? Mitarbeitende? Schwierig. Der/die eigene Chef/in? Kommt wirklich sehr darauf an. Und zu Hause? Ein tolles Asset, wenn es geht. Vielleicht will man dennoch privates und berufliches getrennt halten?
Je mehr Menschen eine Führungskraft umgeben, desto einsamer kann sie in ihrer Rolle werden und desto kleiner wird der Kreis an Menschen, mit denen ein ehrlicher Austausch möglich ist.
Unsicherheit und Ambiguität aushalten, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen - das sind die Kernaufgaben der Führungsrolle. Doch auch die souveränste Führungskraft benötigt den Raum und die Sparringspartner, bei der sie nicht souverän sein muss. Hier sind unfertige Gedanken, Zweifel, Ärger und Ratlosigkeit erlaubt und sogar gewollt. Denn genau das erdet, klärt und erweitert oft die Perspektive und die Handlungsoptionen.
Hier setzt Coaching an. Zur Karriereplanung gehört nicht nur die Frage “Wie komme ich an die Spitze?”, sondern auch “Wie halte ich mich in meiner Position? Wie sorge ich für meine mentale Hygiene? Und mit wem kann ich dazu zielgerichtet sprechen?”