04/11/2025
Der Konsum von Crack breitet sich in zahlreichen deutschen Städten und ihren Drogenszenen aus. Das stellt die örtlichen Hilfesysteme vor neue Herausforderungen, denn das hohe Abhängigkeitspotenzial von Crack geht mit konfliktreichen Dynamiken aus Konsum, Beschaffung und psychischen Ausnahmesituationen einher.
💡 Crack ist eine aufbereitete Form von Kokain. Es wirkt binnen weniger Sekunden und extrem intensiv. Weil die Wirkung nur zehn bis fünfzehn Minuten anhält, entsteht ein großes Verlangen nach erneutem Konsum, daher das hohe Abhängigkeitspotenzial der Droge. Beim Rauchen der Steine entsteht das namensstiftende Knack- bzw. „Crack“-Geräusch.
„Dauerhafter Crackkonsum kann zu ausgeprägten psychischen Auffälligkeiten, etwa gesteigerter Reizbarkeit, gestörtem Realitätsbezug, aber auch zu Depressionen und Ängsten führen“, so DAH-Drogenreferent Dirk Schäffer. Um sich gezielt für diese Folgen aufzustellen, beschreitet die Stadt Zürich bereits neue Wege: Neben der medizinischen Versorgung gibt es auch psychotherapeutische Hilfsangebote durch mobile Teams. Durch die enorme Erschöpfung, die durch den dauerhaften Konsum entsteht, stehen beispielsweise Ruhebetten in Konsumräumen zur Verfügung.
Auch Frankfurt am Main will dem progressiven Schweizer Vorbild folgen und plant das erste Crack-Suchthilfezentrum. „Entscheidend ist, dass Angebote unmittelbar da sind, wenn die Menschen offen dafür sind“, so Oliver Müller-Maar, Drogenreferent der Stadt Frankfurt. Wie in Zürich soll auch in Frankfurt der Mikrohandel von Kleinstmengen in geschützten Räumen toleriert werden.
👉 Welche Maßnahmen Städte ergreifen, um mit den Folgen von Crack umzugehen und welche rechtlichen Voraussetzungen es dafür noch braucht, dazu gibt’s mehr auf magazin.hiv: https://magazin.hiv/magazin/crack-drogenhilfe/
Foto: © DAH / Florian Freund