16/10/2021
Freilandgeflügel aus Frankreich... Mein all time favorite ❤️
Freilandgeflügel ist nichts für jedermann. Gestern erklärte ich einem Kunden, dass man einen guten Wein ja auch nicht jedem geben kann.
Freilandgeflügel muss man verstehen (wollen).
Geflügel ist in Deutschland und auf der Welt ja zur Ramschware verkommen. Da werden Hybride mit dubiosen Bezeichnungen, die sich vor lauter Brustanteil ab dem gefühlt 5 Lebenstag (von insgesamt 30 Tagen) nicht mehr bewegen können, in schier unvorstellbarer Anzahl unter Einsatz von Massen an Medikamenten gehalten und verarbeitet. Ist der Dreck einmal ab, kommt ein recht weiches Fleisch heraus, was sich leicht verarbeiten lässt aber kaum Geschmack enthält und uns den Gaumen versaut. Das ist so ähnlich wie Maggi in der Suppe.
Freiland Hähnchen haben da ein anderes Leben. Es fängt schon damit an, dass es echte Hühner sind, die um die 100 Tage unter wirklich guten Bedingungen gehalten werden, die nicht mit Antibiotika behandelt werden und sich bewegen. Dadurch sieht ein Freilandhahn schon mal anders aus, die Keulen sind länger, die Brust ist schmaler, das Fleisch hat eine andere Konsistenz, ein echtes Aroma.
Das muss der Koch und Genießer wissen, beachten und vor allen Dingen verstehen.
Ich rate gerne dazu geschmolzene Butter, eventuell mit ausgelassenen Kräutern direkt unter die Haut zu gießen bevor der Gockel in den Ofen kommt. Aussen rum gewürzt mit Salz und etwas Curry, mit ein paar Zwiebeln, Knoblauch und einem Strauß Rosmarin gefüllt, fertig. Das gibt einen unglaublich feinen Geschmack.
So kann man für 20 Euro vier Leute richtig glücklich machen und hat sich zudem noch gesund und ethisch ernährt.
Und da sag mal einer, dass ein gutes Hähnchen zu teuer ist!