24/06/2026
Perfektionismus klingt oft nach Anspruch.
Manchmal ist er aber einfach eine sehr gut getarnte Vermeidungstaktik.
Gerade bei Gründerinnen sehe ich das immer wieder:
Das Logo ist noch nicht perfekt.
Die Website noch nicht fertig.
Das Farbschema noch nicht ganz stimmig.
Der Claim noch nicht rund.
Die Bilder noch nicht professionell genug.
Der erste Beitrag noch nicht gut genug.
Und während daran gefeilt wird, passiert das Entscheidende nicht:
Sichtbarkeit.
Kundenkontakt.
Verkauf.
Erfahrung.
Feedback.
Wachstum.
Ich sage das oft sehr direkt.
Und ja, manchmal wird es als Angriff verstanden.
Aber eigentlich stecke ich nur den Finger in die Wunde.
Denn meistens geht es nicht wirklich um das Logo.
Es geht um die Angst, sichtbar zu werden.
Bewertet zu werden.
Nicht gut genug zu sein.
Oder mit einem Angebot rauszugehen, das noch nicht perfekt ist.
Dabei ist Unternehmertum selten 100 Prozent.
Viel häufiger ist es Pareto:
80 Prozent Klarheit.
80 Prozent Qualität.
80 Prozent Mut.
Und dann raus damit.
Nicht schlampig.
Nicht beliebig.
Nicht unprofessionell.
Aber gut genug, um echte Rückmeldung aus dem Markt zu bekommen.
Ich kenne das selbst gut.
Auch ich will einen wirklich guten Job machen.
Ich habe hohe Ansprüche an meine Arbeit.
Aber Perfektionismus hat mich schon oft mehr gebremst als verbessert.
Deshalb erinnere ich mich immer wieder daran:
Ein gutes Angebot, das sichtbar ist, wirkt mehr als ein perfektes Angebot, das niemand kennt.