01/05/2026
Wir gehen jeden Tag viele Schritte, weshalb „Kinhin“, die Geh-Meditation, eine naheliegende und besonders gute Möglichkeit zum Üben ist. 🚶🏽♀️
Worum es im Kern geht, verdeutlich die folgende Zen-Weisheit:
Ein Schüler fragt seinen Meister: „Meister, was ist die Essenz Eurer Lehre?“, worauf dieser antwortet: „Wenn ich sitze, dann sitze ich, wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich.“ - „Aber Meister, das machen wir doch alle, jeden Tag!“ „Nein“, antwortet der Meister, „das macht ihr nicht. Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon, und wenn ihr steht, dann geht ihr schon, und wenn ihr geht, dann seid ihr schon am Ziel.“ 💭
In der Achtsamkeitspraxis kommt es darauf an, das, was wir gerade tun, bewusst auszuführen; Gedanken an die nächste Handlung oder an Vergangenes und Zukünftiges sind irrelevant. Beim achtsamen Gehen richten wir die Aufmerksamkeit auf das intensive Spüren jeder Bewegung der Füße und Beine. Gehe zu Beginn wie in Zeitlupe. Dein ruhiger Atem begleitet dich ... Mit dem Einatmen den rechten Fuß heben ..., mit dem Ausatmen setzt du ihn sanft auf den Boden ..., dann mit dem linken Fuß ebenso ... Welche Gelenke und Muskeln nimmst du wahr?
Stell dir vor, du gehst im Sand und möchtest bei jedem Schritt einen vollständigen Fußabdruck hinterlassen; jeder Punkt der Fußsohle, von den Fersen bis zu den Zehen, soll langsam abrollen ... Oder stell dir vor, du gehst achtsam auf Blüten .. Experimentiere mit dem Tempo, nimm den Atem wahr. Wenn Gedanken auftauchen, bleibe beim Gehen.
Diese Übung beruhigt bei Stress, sie erdet und entschleunigt unsere Bewegungsabläufe. Die Dauer der Gehmeditation ist variabel; es kommt nicht auf die Länge an, sondern auf die Intensität. 🧡