20/01/2026
Die richtige Verkabelung in Alarmsystemen
Das Thema Verkabelung für Alarmsysteme wirft immer wieder Fragen auf, die wichtigsten sollen hier einmal angesprochen werden:
• Welche Art von Kabel soll verwendet werden?
• Ist die Farbe der einzelnen Adern wichtig?
• Ist das Twisted Pair-Kabel für Alarmsysteme geeignet oder nicht?
• UTP Twisted Pair Kabel "zum halben Preis", was ist CCA?
• Welche Auswirkungen haben elektrische Leitungen auf das Alarmsystem?
• Wie wirkt sich der Leitungswiderstand auf den Betrieb der Melder und Module aus?
Welche Art von Kabeln verwenden wir in Alarminstallationen?
Wenn Sie sich für ein kabelgebundenes System entscheiden, müssen Sie auch die korrekte Verkabelung berücksichtigen. Hersteller von Alarmsystemen geben selten einen bestimmten Kabeltyp an, sondern überlassen die Entscheidung dem Installateur. Üblicherweise wird Kabel mit der Bezeichnung YTDY mit 6 oder 8 Drähten verwendet (das Symbol lautet also: YTDY 6 x 0,5 mm ). Es sind massive Drähte mit einem Kupferleiter mit einem Durchmesser von (!) 0,5 mm. Ich betone absichtlich den "Durchmesser", da es sich um ein Telekommunikationskabel handelt und sich in diesem Kabel die Nummer auf den Durchmesser eines einzelnen Kabels bezieht. Die Beschreibung " mm² " ist hier falsch, weil sie die Oberfläche der Ader suggerieren würde. Bei einem typischen Installationskabel, z. B. NYM 3 x 1,5 mm², ist es anders. Hier wird die Oberfläche angegeben, nicht den Durchmesser.
Also kehren wir zu unserem Telekommunikationskabel zurück - YTDY 6x 0,5 mm. Warum sind 6 Adern meist die optimale Variante, wobei die Melder im Alarmsystem häufig nur 4 Adern benötigen? Einige Installateure verwenden sogar 8-adrige Kabel standardmäßig. Zum Einen gibt es auch Melder, die mehr wie vier Adern benötigen, andernfalls können die zwei übrigen als Reserve verwendet werden. Zudem ist es wirtschaftlicher und einfacher immer den gleichen Kabeltyp zu verwenden, anstatt je eine Rolle 4-, 6-, und 8-adriges Kabel vorzuhalten.
Ich verwende auch 6-adriges YTDY-Kabel für simple Öffnungsmelder welche nur mit 2 Drähten angeschlossen werden, einfach nur um eine Reserve zu haben. Der Mehrpreis des Kabels ist in dem Gesamtsystempreis vernachlässigbar.
Kabelfarben und Alarmsysteme
Es gibt keinen definierten Standard für die Verwendung der Adern-farben bei Alarmsysteme. Alle Drähte können nach eigenem Ermessen angeschlossen werden. Es empfiehlt sich aber zumindest innerhalb der Installationsfirma auf einen einheitlichen Standard zu einigen, um die Fehlersuche zu vereinfachen und damit alle Monteure sich auch an Systemen zurechtfinden die eine andere Kolonne installiert hat. Wenn ein Melder über die roten und blauen Drähte mit Strom versorgt wird, werden die anderen Melder natürlich auf die gleiche Weise angeschlossen.
Twisted Pair bei Alarmen? kann verwendet werden, aber ...
Zu Beginn ist anzumerken, dass das verdrillte Kabel (z. B. UTP) nicht zufällig ist, sondern seinen Zweck hat. Solche Drähte (verdrillt) sind für Systeme vorgesehen, bei denen man auf eine hohe Beständigkeit gegen Störungen von außen achten muss. Die Verwendung von Twisted-Pair-Kabeln ist nicht für jede Übertragungsart ideal. Aus diesem Grund gibt der Hersteller Satel beispielsweise an, dass die Verwendung von Twisted-Pair-Kabeln nicht empfohlen wird. Wenn man, warum auch immer, trotzdem Twisted-Pair-Kabel verwenden muss, sollte zumindest darauf geachtet werden, dass jeweils ein gepulstes und ein statisches Signal in einer Verseilung verwendet wird. Gepulste Signale hat man beispielsweise bei CLK und DTA, aber auch der INT des Melderbusses. Also wäre beispielsweise der CLK mit PLUS in einer Verseilung, der DTA mit MINUS in einer Verseilung noch vertretbar, nicht aber CLK und DTA in einem Päächen. Die Verwendung von Twisted-Pair-Kabeln für Melder (ohne Bus) oder Sirenen ist hingegen akzeptabel. Schließlich ist das Twisted Pair-Kabel selbst bei Sicherheitssystemen nicht verboten, aber eben nicht empfehlenswert.
Kommen wir zurück zu dem Grund, warum Twisted Pair-Kabel nicht für alle Übertragungsarten empfohlen werden.
Die Paare sind miteinander verdrillt, wodurch ein größerer elektromagnetischer Kontaktbereich der einzelnen Adern miteinander besteht (auch durch die Isolierung). Diese Tatsache führt dazu, dass die Gesamtkapazität eines solchen Kabels zunimmt (im Vergleich zu einem unverdrillten Kabel). Das Twisted-Pair-Kabel ist ideal für die Übertragung eines Differenzsignals geeignet, d. H. eines, bei dem beispielsweise dasselbe Signal durch zwei Drähte fließt, das Signal jedoch in einem Draht symmetrisch ist. Im Fall des Busses in Satel-Geräten gibt es zwei Signale (clk, dta), die nicht symmetrisch zueinander sind. Daher sollte hier kein Twisted Pair verwendet werden.
Twisted Pair für kleines Geld, oder warum sollten Sie auf Kabel mit der Aufschrift "CCA" achten?
Wir sind daran gewöhnt, dass YTDY-Telekommunikationskabel oder Twisted-Pair-Kabel (z. B. UTP) aus Kupfer (Cu) bestehen. Das ist grundsätzlich richtig, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Wenn das Kabel verdächtig billig ist, sollten Sie darauf achten, ob es die "CCA" -Markierung trägt. Wenn ja, dann weis man auch, warum ein solches Kabel viel billiger ist als andere.
CCA bedeutet, dass das Kabel aus Aluminium (!) besteht. Der äußere Teil jeder Ader ist nur kupferbeschichtet, während der eigentliche Kern aus Aluminium besteht.
Kupferbeschichtetes Aluminium (CCA) hat natürlich andere Eigenschaften wie reines Kupfer, aber ändert es etwas für uns? Ja, da ein solches Kabel (CCA) einen um etwa 50% höheren Widerstand aufweist und daher größere Spannungsabfälle aufweist (letztendlich kürzere Strecken zwischen Geräten möglich sind). Ein weiterer Nachteil ist die Tatsache, dass der Aluminiumdraht hinsichtlich des Biegeradius schlechtere Parameter aufweist. Wird also CCA-Kabel eingesetzt, ist das Risiko eines Adernbruchs größer als bei einem Kupferdraht. Der höhere Leitungswiderstand wirkt sich zudem auf die Zuverlässigkeit im Akkubetrieb aus. Im Normalfall ist die Nennspannung 13,8V, im Akkubetrieb jedoch nur maximal 12V. Das heißt es „fehlen“ sowieso knapp 2V – dies gepaart mit dem höheren Leitungswiderstand kann die Arbeitsfähigkeit und Zuverlässigkeit massiv beeinträchtigen.
Das in CCA-Technik hergestellte Kabel beeinflusst auch CCTV-Systeme (Kameras) negativ. Besonders wenn die Spannungsversorgung über ein Twisted-Pair-Kabel (PoE-Technologie, Power over Ethernet) gesendet wird. Aufgrund des doppelten Widerstands sind die Spannungsabfälle viel höher.
Wohin soll man Kabel ziehen?
Wenn es möglich ist, lohnt es sich neben den Standardinstallationspunkten, wie Orten an denen Bewegungsmelder und Öffnungsmelder, Siurenen usw installiert werden, auch Kabel zum Dachboden, in die Garage, zum Keller und zur Unterverteilung zu ziehen. Ein Kabel zum Eingangstor des Grundstücks ist auch nie verkehrt (verwenden Sie dann ein Kabel, das für die Installation im Freien geeignet ist). Solange Gräben, Schächte, Wände noch offen sind sollte dieser Zustand genutzt werden, der Aufpreis ist minimal – später bereut man es kein Kabel gelegt zu haben.
Denken wir daran, dass die heutigen Alarmsysteme bereits viele Funktionen in Gebäudeautomationssystemen haben. Später, wenn das Haus fertig ist und man Aussenbeleuchtung, Torsteuerung, Rollläden…. ansteuern möchte, wird es schwierig.
Was gewinnen wir, wenn wir die Kabel an diesen Stellen verlegen?
• Eingangstor:
Steuerung und Zustandskontrolle am Bedienteil, der App und aus der Ferne. Zusätzlich auch die Möglichkeit eine Kamera oder Gegensprechanlage zu installieren. Selbst wenn es in der Bauphase nicht gewünscht ist – später möchte man solche Funktionen evtl gerne haben
• Garage:
wie bei der Einfahrt auch, zusätzliche Melder, die Fahrzeuge, Werkzeug usw sichern.
• Unterverteilung
In der Unterverteilung ist die Anbindung z. B. von Jalousien, Beleuchtung usw. möglich, wenn zumindest ein Steuerkabel zur Busanbindung zu der Zentrale gezogen ist.
• Dachboden, Keller:
zusätzliche Rauchmelder, Dachlukensteuerung, Dämmerungsmelder am Schornstein,
Anbindung der Heizungsregelung, die Möglichkeiten der Nutzung sind vielfältig
• Badezimmer:
Lichtsteuerung, Ventilator, Wassermelder, Umwälzpumpe….
Die obigen Beispiele sollen inspirieren und zeigen, dass es viele Anwendungen gibt.
Können die Alarmkabel zusammen mit den Elektrokabeln verlegt werden?
Es ist anerkannter Stand der Technik, dass es am besten ist, einen gewissen Abstand zwischen Telekommunikationskabeln und Elektrokabeln einzuhalten und ich empfehle daran festzuhalten. Wenn dies jedoch aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, werden bei einfachen Installationen die unmittelbar nebeneinander verlegten Kabel keine Störungen im Alarmsystem verursachen. Diese Empfehlung ist nicht allgemeingültig, denn alles hängt von den Installationsbedingungen, der Art der Last usw. ab. Wenn leistungsstarke Motoren, Beleuchtungen oder Ähnliches über Kabel in zu engem Abstand zu den Steuerkabeln verlegt werden, so können sich durchaus Störungen ergeben. Je länger die parallele Verlegung ist umso eher.
Wenn möglich, hält man Abstand !
Einfluss des YTDY-Kabelwiderstands auf den Betrieb des Alarmsystems
Je länger das Anschlusskabel des Melders ist, desto größer ist der Widerstand dieses Kabels. Wenn der Bewegungsmelder beispielsweise als 2EOL / NC an den Eingang des Gefahrenmeldesystems angeschlossen ist, stellt sich die Frage:
• Wenn die 2EOL / NC-Konfiguration auf einer Änderung des Leitungswiderstands basiert, spielt die Kabellänge eine Rolle?
Die Antwort ist einfach: Ja. Die Auswirkungen des Kabelwiderstands in typischen Installationen werden jedoch vernachlässigt. Warum?
Der Widerstand des YTDY 6x 0,5 mm Kabels über eine Entfernung von 1 km beträgt ca. 195 Ohm. Daraus folgt, dass es für den 100-m-Abschnitt nur 19,5 Ohm sind. Dies ist ein recht geringer Wert, der immer noch für einen langen Abschnitt (weil 100 m) angegeben wird. Im typischen Einsatz des privaten Wohnungsbaus überschreitet die Kabellänge in der Regel einige Dutzend Meter nicht. Ein so geringer Widerstandswert ist in den Berechnungen vernachlässigbar, unabhängig davon, ob der Melder 10 m oder 80 m vom Bedienfeld entfernt ist. Bei einer Widerstandsüberwachung von 2,2 Kiloohm haben wir eine Toleranz von 10% - entsprechend 220 Ohm. Selbst wenn der Kabelwiderstand einmal zu einem Problem werden könnte, kann der Meßwiderstand der Linien bei den Plus-Zentralen sowie den Linienerweiterungen angepasst werden. Hier steht das Spektrum von 500 Ohm bis 15 Kiloohm zur Verfügung. Im Zweifelsfall hat man auch die Möglichkeit Drähte zu doppeln. Jetzt zahlt es sich aus, daß man 6 oder 8 Drähte zur Verfügung hat ;)
Mir ist bekannt, dass die obige Beschreibung das Thema Verkabelung nicht allumfassend behandelt. Es geht zuallererst einmal um grundlegende Gedanken und Fragen, die fast täglich am Telefon besprochen werden.
Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie uns gerne bei ASL-Ademco kontaktieren
https://www.asl-ademco.de/produkt-kategorie/gefahrenmeldetechnik/zubehor-1/alarmkabel/