08/01/2026
Gedanken zum Schneedienst
Unter normalen Bedingungen ist Salz seit einigen Jahren verboten.
Das bedeutet, dass Schneeschippe, Schaufel und Besen mit ein wenig Sand ausreichen sollen, um sichere Gehwege vor den Häusern herzustellen.
Das alles regelmässig bei Temperaturen von -2 bis -5 Grad. Der Job soll typischerweise fertig sein bevor die Menschen ihrer Arbeit nachgehen -also am besten vor 8 Uhr.
Ein Hausmeister, der nun pflichtbewusst mehrere Liegenschaften im Hamburger Stadtgebiet betreut muss nun pro Einsatz und Liegenschaft mit Fahrzeit locker eine Stunde einplanen. Bei nur 5 Liegenschaften muss er um 3 Uhr anfangen.
Um 3 Uhr schneit es regelmässig noch immer ein wenig. Kein Mensch ist um 3 Uhr über den frischen Schnee spaziert. Schneeschippe reicht um den Schnee zu bewegen. Hinterher gut fegen, denn jeder Schnee der liegenbleibt wird in wenigen Stunden zertreten sein. Genau dort wird sich Eis bilden und die Arbeit in den kommenden Tagen erheblich erschweren.
Nun etwas abstumpfenden Sand streuen und zur nächsten Liegenschaft fahren.
Desto später es wird oder desto später man anfängt, desto mehr Menschen sind durch den Schnee gegangen. Dort ist es direkt schwerer zu schippen. Fegen ist dort sofort problematisch. Also braucht man direkt die Schaufen, wenn man vorsorgend für den nächsten Tag arbeitet.
Die Zeitrechnung kommt mit dem Einsatz der Schaufel schnell durcheinander. Bedenkt, dsss der Schneedienst am Ende auf der Betriebskostenabrechnung steht. Es ist leicht gesagt, dass man nicht zahlen möchte wenn nicht gut geräumt ist. Aber leicht sammeln sich durch Schaufeleinsätze die Stunden an. Nachtarbeit, Wochenende ......was darf es kosten pro Stunde? Was darf es kosten pro Monat?
Nun hat der Hausmeister ohne Salz bis 8 Uhr seinen Schneedienst erledigt. Gute und harte Arbeit.
Um 13 bis 15 Uhr schneit es wieder leicht. Nur einige cm. Was machen wir denn nun?
Kurz vor dem Feierabendverkehr. Rechtslage ist, dass man nach Ende des Schneefalls tätig werden müsste.
Wir lassen es dann mal sein, denn 5 Stunden Schneedienst sind heute schon verrichtet und morgen früh ist wieder Schneefall vorhergesagt.
Das ist die Grundlage für Eisbildung.
Der Job ist am nächsten Morgen für eine Person gar nicht schaffbar.
Wollen wir nun eine zweite Person einstellen?
Betriebswirtschaftlich ausgeschlossen ....
Nun möchte ich schwere Kritik an den Schreibtischtätern, Akademikern äussern, die Salz grundsätzlich verbieten. Mit Salz wäre das Szenario wie beschrieben zu meistern.
Wenn gut gefegt wurde und nun gesalzen, dann taut der Schneeball, der zum Eishaufen wird. Mit Salz taut der Schnee des Nachmittags ohne einen zweiten Einsatz. Man hat eine Chance, dass man am nächsten Morgen den Job in einer angemessenen Zeit erledigen kann.
Es wird so pauschal mit Umweltschutz argumentiert. Keiner konkretisiert es. Ich habe noch keinen Baum erlebt, der von Salzeinsatz im Winterdienst gestorben ist.
Ich habe aber schon erlebt, dass Menschen immobil sind ohne Schneedienst oder ausrutschen.
Wenn die Stadt nun Salz erlaubt nachdem schon alles vereist ist und die Kritik gross ist, dann ist es wie Spott. Das kann man nicht ernst nehmen.
Vielen Dank