30/11/2017
Früh war mir klar, dass mich der Tod beschäftigt. „Wenn ich mit dem Tod klar komme, kann mir im Leben nichts mehr passieren“ habe ich schon als 17-jährige gedacht. Das Thema war somit für mich immer präsent.
Beruflich hatte ich häufig mit plötzlichen (menschlichen) Todesfällen zu tun und auch privat verlor ich drei Pferde und mehrere Katzen. Lange Jahre konnte ich gar nicht darüber reden, ohne einen dicken Kloß im Hals zu haben oder sogar darüber zu weinen.
2006 begann ich dann meine Hospizausbildung und begleitete in diesem Rahmen Sterbende und ihre Angehörigen. Auch eine Trauergruppe leitete ich zusammen mit einer Seelsorgerin im Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster.
Beruflich hatte ich weiterhin viel mit tödlichen Unglücksfällen und dem Umgang mit den Angehörigen zu tun. Irgendwie bin ich immer mit dem Tod konfrontiert worden, was dazu geführt hat, dass ich ihn mitlerweile gut als Teil unseres Lebens akzeptieren kann. Traurig bin ich trotzdem, wenn ein geliebtes Tier oder ein Mensch stirbt...
2013 wurde ich dann hauptberufliche Sucht- und Sozialberaterin und begann eine zertifizierte systemische Gesprächsausbildung, die im April 2017 mit einem DGSF-Zertifikat endete.
Im Februar 2017 begann ich meine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin an der ATM in Bad Bramstedt.
Da unser 11-jähriger Hund im Frühjahr 2017 zweimal in Vollnarkose operiert werden musste, befasste ich mich wieder einmal mit dem Gedanken: „Was passiert mit mir, wenn Timon bei der OP sterben sollte?“
Aus diesem Gedanken entstand die Idee diese Trauergruppe für Menschen in Trauer um ein geliebtes Tier zu gründen.
Ich möchte einen Platz schaffen, wo sich Trauernde in dem Wissen öffnen können, dass die anderen ähnliches erlebt haben und wo ihnen für ihre Gefühle Wertschätzung und Anteilnahme entgegen gebracht wird.