23/04/2026
So definiert man einen Kernprozess, dass jeder im Betrieb kapiert, worum es geht.
Schritt 1:
Frag nicht „Was machen wir alles?“.
Frag: Wofür zahlen Kunden uns wirklich Geld.
Das sind deine Kernprozesse.
Nicht die Kaffeeküche.
Nicht die Besprechungs-Orgie.
Sondern zum Beispiel:
Anfrage bis Angebot.
Angebot bis Auftrag.
Auftrag bis Abnahme.
Abnahme bis Rechnung.
Wenn dieser Fluss wackelt, wackelt dein ganzes Unternehmen.
Schritt 2:
Definier den Start und das Ende.
Nicht schwammig.
Glasklar.
Start: Was muss passiert sein, damit der Prozess offiziell beginnt?
Ende: Was ist das konkrete Ergebnis, das rauskommen muss?
„Irgendwie Angebot fertig“ ist keine Definition.
„Freigegebenes, an den Kunden versendetes Angebot im System hinterlegt“ schon.
Schritt 3:
Wer ist verantwortlich?
Nicht „alle irgendwie“.
„Vertrieb“, „Büro“, „Montage“ sind Sammelbegriffe.
Nenne Namen oder klare Funktionen.
Prozess ohne eindeutigen Besitzer ist verwaist.
Und ein verwaister Prozess produziert Chaos.
Schritt 4:
Welche 5–7 Hauptschritte gibt es?
Nicht 38 Unterpunkte.
Die groben Stufen.
Vom Start zum Ende.
Was passiert zuerst.
Dann danach.
Jeder Schritt mit klarem Ergebnis.
Nicht: „Kunde anrufen“.
Sondern: „Kundenanforderung im System erfasst, vollständig.“
Schritt 5:
Welche Infos, Vorlagen, Checklisten braucht der Prozess?
ISO 9001 nennt das Ressourcen und Dokumente.
Du nennst es im Alltag „Zettel, die immer fehlen“.
Ohne diese Dinge kannst du definieren, was du willst.
Es bleibt Theorie.
Schritt 6:
Wo prüfst du Qualität?
Ein Kernprozess ohne eingebauten Prüfschritt ist Lotto.
„Wird schon passen“ ist kein Qualitätslevel.
Wo wird kontrolliert und von wem?
Woran wird gemessen, ob das Ergebnis stimmt?
Schritt 7:
Woran merkst du, dass der Prozess schlecht läuft?
Kennzahl - Nicht Gefühl.
„Zu viel Stress“ ist keine Kennzahl.
Durchlaufzeit.
Reklamationsquote.
Nacharbeitsstunden.
Trefferquote bei Angeboten.
Das sind Signale.
So definierst du einen Kernprozess:
- Start.
- Ende.
- Verantwortlich.
- Hauptschritte.
- Ressourcen.
- Prüfpunkte.
- Kennzahlen.
Alles andere ist dramatisch gut gemeinte Improvisation.
Und genau damit ruinieren sich die meisten Handwerksbetriebe im Alltag.