09/06/2026
Am Wochenende habe ich mich nach langer Zeit nochmal mit einem Kumpel getroffen, der als Redakteur bei einer Regionalzeitung arbeitet. Er erzählte mir, dass seine Redaktion in zwei Jahren von neun auf vier Leute geschrumpft ist. Vier Leute, gleicher Output. Das ist kein Einzelfall.
Das spiegelt auch der State of the Media Report 2026 von Cision wider. 49 Prozent der befragten Medienschaffenden nennen Ressourcenmangel als größte Herausforderung. Im Vorjahr waren es noch 29 Prozent.
Das ist erstmal eine schlechte Nachricht für den Journalismus. Aber die Kehrseite birgt eine echte Chance für die PR.
Denn wenn Redaktionen ausgedünnt werden, suchen Journalisten nach verlässlichem Material. 66 Prozent geben im State of the Media Report 2026 an, dass PR-Inhalte wie Pressemitteilungen, Pitches und Media Kits ihre wichtigste Quelle für Story-Ideen sind. Wir rücken damit von der Rolle des Zulieferers in die Rolle eines externen Redaktionspartners.
Der Haken: Diese Chance gilt nur, wenn du die Spielregeln kennst. Journalisten arbeiten heute als Multi-Plattform-Macher. 47 Prozent von ihnen schreiben inzwischen auch für Websites, dazu kommen Newsletter (23 Prozent) und Podcasts (22 Prozent). Wer immer noch nur den klassischen Artikel im Kopf hat, denkt zu kurz.
Was das für deine Pressearbeit heißt: Liefere fertiges, sauberes Material statt bloßer Ankündigungen. Denk Geschichten über mehrere Formate hinweg. Und mach es der überlasteten Redaktion so leicht wie möglich, ja zu sagen.
Der Personalmangel in den Redaktionen ist real. Ob er zur Bedrohung oder zur Brücke wird, entscheidet die Qualität unserer Arbeit.
Bild KI generiert