07/10/2025
Was sind Mastzellen und warum befindet sich in ihnen?!
Mastzellen gehören zu den ältesten Zellen des Immunsystems und sitzen strategisch überall dort, wo unser Körper mit der Außenwelt in Kontakt kommt: in der Haut, den Schleimhäuten (Atemwege, Verdauungstrakt, Harnwege), im Bindegewebe und rund um Blutgefäße und Nerven.
Sie sind wie „Wächterzellen“, die ständig ihre Umgebung scannen. Sobald sie etwas als potenziell gefährlich bewerten (z. B. Keime, Toxine, Allergene oder auch Stresssignale), schütten sie in Sekundenbruchteilen eine Vielzahl an Stoffen aus.
Was genau enthalten Mastzellen?
Histamin ist wohl der bekannteste Stoff und verantwortlich für:
• Juckreiz, Rötung, Schwellung
• Gefäßerweiterung (Hitzegefühl, Flush)
• Magensäureproduktion
• Schleimsekretion
• Kontraktion glatter Muskulatur (z. B. Bronchien)
• Nervenreizung, z. B. Schmerz oder Kribbeln
Serotonin wird ganz besonders in Mastzellen des Darms und der Haut gespeichert und beeinflusst Darmbewegung, Gefäßspannung, Schmerzverarbeitung. Kann Reizdarm, Migräne, Stimmungsschwankungen, Unruhe, Schlafstörungen mitverstärken. Wirkt gefäßverengend oder -erweiternd je nach Kontext und steht im engen Wechselspiel mit Hormonen wie Östrogen
Heparin wirkt
• blutverdünnend
• schützt vor überschießender Narbenbildung
• beteiligt an der Wundheilung
Tryptase & Chymase sind eiweißspaltende Enzyme und helfen bei Umbauprozessen im Gewebe, können bei Überaktivität aber auch Schäden verursachen (z. B. bei chronischen Entzündungen, Fibrose)
Zusätzlich werden bei Aktivierung der Mastzellen neue Stoffe gebildet:
Prostaglandine & Leukotriene:
• fördern Entzündung, Schmerzempfindlichkeit, Schleimproduktion
• spielen eine Rolle bei Asthma, Menstruationsbeschwerden, Migräne
Zytokine (IL-1, IL-4, IL-6, TNF-α, usw.)
• regulieren Immunreaktionen
• fördern oder bremsen Entzündungen
• beeinflussen das Gleichgewicht im Immunsystem (z. B. TH1/TH2-Verschiebung)
NGF (Nerve Growth Factor)
• macht Nerven empfindlicher
• kann zu Überempfindlichkeit führen (Juckreiz, Schmerz, Missempfindungen)
VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor)
• fördert die Neubildung von Blutgefäßen
• wichtig bei Wundheilung, aber auch bei krankhaften Prozessen wie Endometriose oder chronischer Entzündung
Wie wirken Mastzellen im Körper?
Sie wirken im Immunsystem bei der Abwehr von Parasiten, Bakterien und Pilzen. Bei der Wundheilung, Geweberegeneration. bei Fehlregulation wirken sie selbst als Entzündungsauslöser
Im Nervensystem haben sie eine enge Verbindung mit Nervenenden.
Können Reizungen in Form von Juckreiz, Brennen, Kribbeln auslösen.
Sind beteiligt an Neuroinflammation (z. B. Brain Fog, Migräne, Fatigue)
durch das Serotonin besteht einzusätzlicher Einfluss auf Stimmung, Schlaf und Reizverarbeitung
Im Hormonsystem:
Sie reagieren auf Östrogen, Progesteron, Cortisol. Hormonelle Schwankungen (z. B. in der Menopause) machen sie anfälliger für Überreaktionen
Östrogen kann die Mastzellaktivität verstärken, Progesteron wirkt oft stabilisierend
Hormonelle Dysbalancen fördern dadurch Histaminüberschuss, PMS, Zyklusstörungen
Im Darm:
Mastzellen sitzen dicht in der Darmschleimhaut und reagieren auf Nahrung, Stress und Mikroben
Bei Überaktivität kann es zu Reizdarm, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Blähungen, Durchfall kommen
Serotonin gilt als wichtiger Mitspieler der Darmmotilität
In der Haut und Schleimhaut regulieren Mastzellen die Durchblutung, Feuchtigkeit und Immunabwehr
bei Aktivierung kann es zu Nesselsucht, Hautrötung, Juckreiz, Brennen kommen.
Wenn Mastzellen zu stark oder zu schnell reagieren, kann das viele Symptome machen , auch ohne Allergie. Das nennt man:
Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS)
Typische Symptome:
• Haut: Juckreiz, Quaddeln, Hitzegefühl, Flush
• Schleimhäute: Niesreiz, verstopfte Nase, Atemnot
• Darm: Blähungen, Durchfall, Krämpfe
• Kreislauf: Herzrasen, Blutdruckabfall, Schwindel
• Nervensystem: Brain Fog, Reizbarkeit, Schlafstörungen, Migräne
• Zyklusprobleme, Hormonempfindlichkeit, Histaminintoleranz
• Bewegungsapparat: Muskel- und Gelenkschmerzen, diffuse Verspannungen, Steifigkeit (z. B. morgens)
Auslöser können sein:
Stress, hormonelle Schwankungen, Hitze, Kälte, Medikamente, Alkohol, Nahrung, Duftstoffe, Infekte, sogar körperliche Belastung
Mastzellen sind hochsensible, vielseitige Immunzellen, die den Körper schützen sollen, aber bei chronischem Stress, hormonellen Veränderungen oder Überforderung schnell „überreagieren“ können.
Das erklärt, warum viele Frauen in der Perimenopause oder bei hormonellen Dysbalancen plötzlich Beschwerden entwickeln wie:
• Hautprobleme
• Juckreiz ohne sichtbaren Grund
• Reizdarm
• Histaminreaktionen
• starke PMS- oder Zyklussymptome
• chronische Müdigkeit oder Unruhe
• Schlafprobleme oder Migräne
• Muskelschmerzen, Gelenkbeschwerden oder unerklärliche Verspannungen
Praxis für ganzheitliche Naturheilkunde & Chiropraktik
Alexandra Nau
-Heilpraktikerin-