14/06/2017
WENN DIE HÜFTE SCHMERZT, das Gehen, Stehen und insbesondere das Aufstehen zunehmend schwerer fällt, sind dies ernstzunehmende Warnsignale des Körpers. Möglicherweise erste Anzeichen einer beginnenden Arthrose, die, wenn dauerhaft ignoriert (oder fehlbehandelt) dazu führt, dass das Hüftgelenk irreparabel geschädigt wird und ausgetauscht werden muss.
Vor kurzem sah ich einen Bericht über eine neue, minimalinvasive Operationsmethode, bei der die Patienten noch am Abend des selben Tages wieder nachhause gehen (sic!) konnten. Keine schlechte Sache für Betroffene.
Davon abgesehen aber, dass diese OP-Methode in Deutschland noch nicht weit verbreitet und auch nicht für jeden Patienten geeignet ist (aufgrund einer speziellen Anästhesie gibt es eine Menge Ausschlusskriterien), ist jeder noch so minimale Eingriff in den Körper mit nicht unerheblichen Risiken wie z.B. die Infektion mit Keimen verbunden. (Meiner Mutter wurde ihre Hüft-OP vor zwei Jahren zum Verhängnis - sie hat aufgrund ihrer Multimorbidität die Infektion mit einem MRSA-Keim nicht überlebt, leider!).
Ich kenne nicht wenige Menschen, für die es kein Problem ist, wenn Körperteile ausgetauscht werden, trotz der damit verbundenen Unannehmlichkeiten und Risiken. Das wundert mich. Und ich frage mich, ob dies ein Verdrängungsmechanismus ist, der es erleichtert, sich in das (vermeintlich) Unvermeidbare zu fügen. Oder ist den Leuten ihr Körper egal? So egal, dass sie ihn vorher schon nicht wertgeschätzt und ignoriert haben? Oder mangelt es schlichtweg am Bewusstsein für den eigenen Körper?
Letzteres scheint mir plausibel. Und deckt sich mit meinen Beobachtungen und Erfahrungen, die ich insbesondere während meiner Zeit als Ergotherapeut in der Geriatrie gemacht habe!
Und genau dort liegt für mich auch der Schlüssel, dem Austausch von Körperteilen (und den zuvor schon lange bestehenden und häufig schmerzhaften Bewegungseinschränkungen) vorzubeugen: in der Entwicklung und zunehmenden Verfeinerung des Bewusstseins für den eigenen Körper und der allen Bewegungsabläufen zugrundeliegenden sensomotorischen Funktionsprinzipien.
Wer weiß denn schon, wo genau sich seine Hüftgelenke befinden (und ich meine nicht ein aus bebilderten Anatomiebüchern angelesenes "Wissen", sondern ein auf erfahrungsbezogener Klarheit beruhendes, erspürtes Wissen!)
Wer kennt - aus innerer Erfahrung! - sein Becken mit den daran angrenzenden Gebieten wie dem unteren Rückenbereich und dem, oftmals schmerzhaft blockierten, Ilio-Sakral-Gelenk?
Wer ist sich des subtilen Zusammenspiels von Brustbein, Schambein, Hüftgelenken und Atem bewusst - und wie dieses z.B. durch ein Stehen mit gestreckten Kniegelenken gestört wird?
Es lohnt sich, dies genauer zu erforschen! Das braucht etwas Zeit und Geduld. Und Hingabe. Dein Körper und insbesondere Dein Rücken und die Hüftgelenke werden es dir danken.
Und wenn ich behilflich sein kann: lass es mich wissen! :)
PS.: Überflüssig zu erwähnen, dass ein gesteigertes Bewusstsein für Becken und Hüfte und der damit verbundenen Beweglichkeit und erhöhten Sensibilität in diesem Bereich positive Auswirkungen auf's Liebesleben hat ... ;)
Foto © Ralf Hiltmann