18/06/2026
In einem Teamprozess fiel dann der Satz: „Ich bin da leider noch nicht dazu gekommen.“
Der Satz fiel eher beiläufig, aber im Raum veränderte sich etwas. Im Raum wurde es still, die Stimmung änderte sich spürbar. Eine Kollegin sah auf den Tisch. Jemand atmete hörbar aus. Eine Art Spannung baute sich in der Stille aus, die nach Auflösung verlangte. Ich folgerte, der Satz von der Person fiel nicht das erste Mal. Er fiel schon wieder. Seit Wochen wanderten Aufgaben weiter, Verantwortung auch.
Ich beobachtete, wie in der Führungskraft ein Impuls aufstieg. Die Worte waren fast da. Jetzt. Vor allen.
Dann hielt sie inne. Vielleicht wäre die Reaktion richtig, der Raum war es nicht.
Die Psychologie nennt die Fähigkeit Urge Surfing: Ein Impuls steigt auf wie eine Welle. Er wird stärker und erreicht einen Höhepunkt. Dann ebbt er wieder ab.
Entscheidend ist, ihn wahrzunehmen, ohne ihm automatisch zu folgen.
In Führung bedeutet das:
Ärger spüren.
Ungeduld spüren.
Den Wunsch spüren, sofort Ordnung herzustellen.
Und trotzdem bewusst wählen, was jetzt wirksam ist.
Nach dem Meeting führte sie das Gespräch. Unter vier Augen. Später klärte sie im Team Verantwortung und Verbindlichkeit. Denn das Team brauchte das Signal und der Mitarbeitende einen Rahmen.
Der Impuls will entladen. Führung will gestalten.
Ausgewählte Werkzeuge zur Emotions- und Impulsregulation – als Impulse für situative Führungsreife, Selbstcoaching und Coaching-Tool stelle ich nächste Woche in der neuen Ausgabe HM-i:Pulse vor:
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