26/02/2023
Diese Woche hatte ich eine Familie mit einem 4 Wochen alten Baby bei mir, zuwenig Milch, Schmerzen beim Stillen von Anfang an, dazu eine komplizierte Zeit rund um die Geburt. In den Vorabinformationen stand, dass das Zungenband bereits durchtrennt worden war und Aktives Wundmanagement (AWM) versucht worden war, das aber nicht gut geklappt hatte.
Es stellte sich heraus, dass das Anlegen vor der Trennung des Bandes überhaupt nicht geklappt hatte, und nach der Trennung wenigstens ein möglich war, aber nur unter Schmerzen und es musste zugefüttert werden, da die Milchbildung nur langsam in Gang kam. Das Anlegen an sich hatte die Hebamme gut angeleitet, auch hat die Mutter schon gepumpt, und zum aktiven Wundmanagement hatte sie die Familie mit Informationen versorgt.
Jetzt zum großen ABER:
- Die Trennung war so unvollständig, dass das AWM weder sinnvoll noch möglich war.
- das Stillen war weiter extrem schmerzhaft, da - jetzt immerhin - nur die Zungenspitzen den Gaumen erreichen konnte, ein Halt an der Brust damit aber nicht erreicht werden konnte
- Die Mamillen waren gequetscht mit offenen Wunden.
- Die Milchbildung wurde nicht größer und die Schmerzen beim Pumpen nahmen zu.
- Die -Mahlzeiten dauern ewig.
- Die Familie ist hochbelastet, aber immer noch hochmotiviert.
Welche Probleme ergeben sich daraus:
- Die Mutter leidet weiter unter der anstrengenden Stillsituation und den Schmerzen
- Wie weit trägt die Energie der Mutter noch für weitere Maßnahmen?
- Eine erneute Trennung – vollständig und mit Trennung des Lippenbandes – setzt das Kind ein zweites Mal der Behandlungssituation aus
- Die Behandlungsdauer mit AWM fängt wieder an zu Laufen
- Und es dauert unter Umständen länger bis sich Verbessserungen einstellen.
Fortgebildetes Fachpersonal findet ihr bei der Deutsche Fachgesellschaft für Behandlung oraler Restriktionen e.V.: https://www.defagor.de/