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Den Schmerz zu fühlen, heißt nicht, in ihm zu wohnen. Wenn wir über Krisenbewältigung sprechen, geht es häufig ums Ausha...
19/10/2026

Den Schmerz zu fühlen, heißt nicht, in ihm zu wohnen.

Wenn wir über Krisenbewältigung sprechen, geht es häufig ums Aushalten, ums Fühlen, ums Annehmen. Das bleibt auch wichtig – und doch gibt es eine andere Seite:

Es gibt Momente, in denen es hilft, so zu tun, als ob.

Richtig gelesen. Obwohl das im ersten Moment kontraproduktiv und unecht wirken könnte, steckt in diesem Verhalten ein klares Signal an dich und deine Zukunft:

„Ich gehe durch eine Krise, aber ich bin trotzdem Teil des Lebens und vor allem meines Lebens.“

• Du gehst raus, obwohl du lieber liegen bleiben würdest.
• Du trägst Lippenstift auf, obwohl dir nicht danach ist.
• Du trägst Mascara, obwohl du mit Tränen rechnest.

Dahinter steckt unter anderem der Resilienzfaktor realistischer Optimismus. Das ist dein instinktives Wissen, dass es einen Plan B gibt.

Eine Krise darf dich erschüttern, aber sie muss dich nicht vollständig definieren.

Wer etwas Wertvolles verloren hat, sei es der Traumjob, die Gesundheit oder einen geliebten Menschen, sitzt mir manchmal...
15/10/2026

Wer etwas Wertvolles verloren hat, sei es der Traumjob, die Gesundheit oder einen geliebten Menschen, sitzt mir manchmal nach einem Jahr gegenüber und ist erschüttert, dass die Trauer "noch immer” da ist.

„Jetzt muss es doch mal aufhören.“

Diese Ungeduld mit dem, was im Hintergrund noch ungelöst ist, verstehe ich gut. Mir ging es selbst auch schon so.

Die Frage aller Fragen lautet: Wann löst sich etwas, wann wird es endlich besser?

Nach meiner Erfahrung geschieht das an Punkten, die sich nicht erzwingen lassen. In Situationen, in denen der Blick nicht mehr ständig auf der Krise liegt. In Momenten, in denen du nicht an sie gedacht hast. Wenn du das Schöne im Leben wieder sehen kannst. Wenn du einen Sinn erkennst.

Und vor allem dann, wenn deine Akzeptanz wachsen darf für all die Dinge, die du gerne anders gehabt hättest.

Eine Krise zu akzeptieren – dagegen wehren wir uns oft am längsten, weil Akzeptanz eine schwere Tür öffnet. Dahinter wartet all das, was bisher ungehört geblieben ist: tiefe Gefühle von Trauer, Scham, vielleicht auch Wut.

Einen Satz sagen wir in unseren Trainings oft, und wir meinen ihn genau so:

„Wenn ich beginne zu akzeptieren, dann habe ich die Hände wieder frei für mein Leben.“

Das geschieht nicht auf einmal, sondern in kleinen Schritten. Wie bei einer Wunde, die Zeit zum Heilen braucht. Du kannst sie schützen, versorgen und in Ruhe lassen. Schneller wird sie aber nicht.

Meine wichtigste Krisenerkenntnis ist die:

Nach einer Krise ist nicht alles wieder so wie vorher, vielleicht ist auch nicht alles vollständig geheilt. Aber ich bin gewachsen, trotz oder genau deshalb und kann ich durch meine Erfahrung anderen Umständen weiser entgegentreten.

Wenn die Krise da ist, wollen viele sofort in den Lösungsmodus: planen, reparieren, weitermachen. Das fühlt sich nach St...
12/10/2026

Wenn die Krise da ist, wollen viele sofort in den Lösungsmodus: planen, reparieren, weitermachen. Das fühlt sich nach Stärke an. Leider zeigt sich darin jedoch so oft eine Flucht.

Wer sofort löst, hält sich busy und muss sich nicht fühlen. Der Verdrängungsmodus für allerlei Gefühle wie Angst, Wut und Ohnmacht setzt ein.

Das Problem dabei ist jedoch: Das, was du nicht fühlst, geht nicht weg.

Es wartet und meldet sich später, meistens dann, wenn du es am wenigsten gebrauchen kannst. Eine Krise zu erkennen, sie anzuerkennen und eine Weile auszuhalten, ist kein Stillstand.

Das ist zwar der Teil, den wir am liebsten überspringen würden. Es ist aber auch der Teil, an dem du am meisten wächst, im Umgang mit unguten Gefühlen und mit Krisen generell.

Erst einmal durch das Gefühlschaos hindurchgehen lohnt sich. Die Lösungen, die sich danach zeigen, tragen deine Entwicklung schon in sich und alle Gefühle, die es für eine authentische Zukunft braucht.

“Dann ging es richtig drunter und drüber… Oder: Dann war die K***e am Dampfen."

- John Kenneth Galbraith

Die vielleicht wichtigste Info, die du in einer Krise steckend hören musst: Es gibt eine helfende Hand, du darfst nach i...
08/10/2026

Die vielleicht wichtigste Info, die du in einer Krise steckend hören musst: Es gibt eine helfende Hand, du darfst nach ihr greifen.

Diese Hand kann ganz unterschiedlich aussehen: Ein Training, ein Onlinekurs, ein Coaching, eine Therapie. Ein Buch, das im richtigen Moment die richtigen Worte findet. Ein nahestehender Mensch, der da ist oder eine fremde Person, die einfach zuhört.

Die Heilung einer Krise braucht Zeit und Geduld, klar. Und doch gibt es eindeutige Zeichen dafür, dass du dir Unterstützung suchen solltest. Zum Beispiel:

• Deine Gedanken drehen sich seit Wochen im Kreis, vor allem die negativen, und kein Ausweg wird sichtbar.

• Dein Körper meldet sich deutlich: Du schläfst schlecht, dein Appetit ist gestört, Kraft und Energie fehlen dauerhaft.

• Du ziehst dich von Menschen zurück, die dir eigentlich gut tun, und der Alltag gelingt nur noch mit größter Anstrengung.

• Oder du hörst dich selbst in Dauerschleife sagen: Das muss ich allein schaffen.

Aus vielen Jahren Begleitung weiß ich, dass es sich lohnt, nicht zu lange zu warten. Wer früh nach einer Hand greift, bevor die Situation akut wird, kann Schlimmeres verhindern, das oft viel länger anhält.

Was macht es dir so schwer, um Hilfe zu bitten?
Und wem würdest du erlauben, dich einmal nicht stark zu sehen?

Wenn es gerade akut ist: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar, kostenlos und anonym, unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, auch per Chat auf telefonseelsorge.de.

In meinen Seminaren begegnet mir oft ein stiller Wunsch: Wenn ich nur resilient genug bin, kann mir „nichts mehr passier...
05/10/2026

In meinen Seminaren begegnet mir oft ein stiller Wunsch: Wenn ich nur resilient genug bin, kann mir „nichts mehr passieren“.

Das geht so natürlich nicht auf. Resilienz bewahrt dich nicht vor Krisen, die du wie jeder andere Mensch früher oder später in deinem Leben durchlaufen wirst.

Doch: Resilienz schützt dich auf deinem holprigen Weg. Sie hilft dir, bewusster durch eine Krise hindurchzugehen und auf Ressourcen zurückzugreifen, die dich wieder stärken und dich Schritt für Schritt aus deinem Tief ziehen.

So ungern wir auf eine Krise zusteuern oder mitten in ihr stecken, so tröstlich ist dieser Gedanke:

Jede Krise zeigt dir etwas, manchmal deutlicher, als dir lieb ist. Gefangen in Verzweiflung, Wut und Ohnmacht dauert es meistens einen Moment länger, bis du es sehen kannst.

Zum Beispiel verrät sie etwas über deine Prioritäten. Was du willst und was du nicht mehr willst. Wer du sein willst und wer du nicht mehr bist. Was soll kommen, was darf gehen?

Dass dich eine Krise nachhaltig erschüttert, heißt nicht, dass du zu wenig resilient bist. Oft ist genau das tiefste Tief der Zustand, in dem du dich am besten kennenlernst und deine Resilienz anfängt zu wachsen.

Was hast du in deiner letzten Krise über dich erfahren, was dich positiv überrascht hat?

Krisen heilen nicht nach deinem Kalender. Genau wie bei der Trauer brauchen sie Zeit, und jeder Mensch hat sein ganz eig...
01/10/2026

Krisen heilen nicht nach deinem Kalender. Genau wie bei der Trauer brauchen sie Zeit, und jeder Mensch hat sein ganz eigenes Tempo. Was bei manchen nach Wochen leiser wird, begleitet andere über Jahre.

Beides ist legitim, und beides sagt nichts darüber aus, ob du etwas „schaffst“ oder nicht.

Eine Frage solltest du dir jedoch (besser) früher oder später stellen: Wie lange und wie gut kann ich diese Krise alleine händeln? Und ab wann brauche ich Hilfe?

Wenn du ehrlich darauf antwortest, drehst du weniger Runden im Kreis und sparst dir ziemlich sicher geistige und körperliche Kraft sowie seelische Energie, die das Heilen nähren könnten.

Im Oktober geht es in meinen Posts um genau diese Frage. Um das Aushalten und Annehmen, um Akzeptanz, den Sinn einer Krise und vielleicht auch ums Verdrängen. Und natürlich um den Moment, in dem etwas wieder leichter werden kann.

Womöglich steckst du gerade selbst in einer Krise oder du begleitest einen Menschen, der dir nahesteht? Dann lade ich dich herzlich dazu ein, diese Frage nach und nach zu ergründen.

2024 habe ich Tijen Onaran auf ihrer Mut-Tour erlebt. Ich hatte den Eindruck, dass sie das, was sie sagt, auch unumwunde...
28/09/2026

2024 habe ich Tijen Onaran auf ihrer Mut-Tour erlebt. Ich hatte den Eindruck, dass sie das, was sie sagt, auch unumwunden lebt:

Sie macht ihr Ding mit einer großen Klarheit und geballter Energie, die ansteckend ist. Sie hört anderen genau zu, schafft es aber, zwischen sich und den Meinungen anderer einen gesunden Abstand zu halten.

Für mich ist das etwas Bemerkenswertes: Sich zu zeigen und unabhängig von den Erwartungen anderer zu handeln.

Erlebnisse und Begegnungen wie diese motivieren mich ungemein, immer wieder mutig zu sein und mehr an mich zu glauben.

Meine Träume und Pläne gehören mir, ich kann sie unabhängig von anderen umsetzen.

„Ich glaube daran, dass Mut der Anfang von allem ist.”
- Tijen Onaran

Hat dir schon mal jemand gesagt: „Das ist aber mutig von dir" und du dachtest: “Was? Das doch nicht.”Mut ist relativ.Was...
24/09/2026

Hat dir schon mal jemand gesagt: „Das ist aber mutig von dir" und du dachtest: “Was? Das doch nicht.”

Mut ist relativ.

Was für die eine selbstverständlich ist, ist für den anderen eine echte Überwindung. Was uns dabei unterscheidet, ist oft nicht ein mehr oder weniger mutiger Charakter, sondern die Priorität, die wir Dingen geben. Dort, wo uns etwas wirklich am Herzen liegt, finden wir einen Mut, den wir vorher nicht kannten.

Das erlebe ich an mir selbst. Sobald mir etwas wirklich wichtig geworden ist, hatte ich den notwendigen Mut, mich dafür einzusetzen. Auch für Dinge, die größer waren als ich.

Manchmal habe ich mitten im Prozess gedacht: “Was habe ich mir dabei bloß gedacht?” Und rückblickend dachte ich jedes Mal: “Warum habe ich nicht früher damit angefangen?”

Stell dir also nicht die Frage, ob du mutig bist. Stell dir die Frage, was dir wirklich wichtig ist. Finde heraus, was deine Prioritäten sind, denn deine Prioritäten werden deinen Mut finden. Für andere ist das nicht automatisch sichtbar, für dich wird es sich jedoch echt anfühlen.

Hör dabei unbedingt auf dein Herz und nicht (zumindest nicht immer) auf die Meinung anderer.

Vielleicht hilft es dir, deine Prioritäten gemeinsam zu sortieren. Ich unterstütze dich gerne dabei: [email protected]

Für mich klingt Rilkes Satz, den er an einen jungen Dichter schrieb, wie eine ernsthaft liebevoll gemeinte Zumutung: „Da...
21/09/2026

Für mich klingt Rilkes Satz, den er an einen jungen Dichter schrieb, wie eine ernsthaft liebevoll gemeinte Zumutung: „Dass etwas schwer ist, muss ein Grund mehr sein, es zu tun."

Manchmal ist doch das Gefühl einer leichten Überforderung genau das, was wir brauchen, um etwas Außergewöhnliches zu schaffen.

Veränderung ist fast immer schwer, vor allem wenn wir sie nicht initiiert haben. Sie verlangt von uns, loszulassen, was vertraut ist, und uns auf etwas einzulassen, dessen Ausgang wir nicht kennen.

Unser erster Impuls ist oft, dieser Schwere auszuweichen, das Neue aufzuschieben, zu umgehen, zu warten, bis der richtige Moment dafür kommt (und das, obwohl wir wissen, dass er nicht kommt).

Ich freue mich in meiner Arbeit immer wieder auf Menschen zu treffen, die sich dem Wandel zuwenden, anstatt ihm auszuweichen. In ihnen steckt eine ungeheure Kraft, weil sie irgendwo tief in sich spüren, dass das genau der nächste Schritt ist. Und weil sie bereit sind, neugierig zu bleiben auf das, was sie dabei über sich selbst entdecken.

Veränderung formt uns, und zwar in der Art und Weise, wie wir ihr begegnen.

Viele meiner Coachees sind sogenannte „Macher*innen“. Sie handeln. Sie sind Menschen, die mutig einen großen Schritt geh...
17/09/2026

Viele meiner Coachees sind sogenannte „Macher*innen“. Sie handeln. Sie sind Menschen, die mutig einen großen Schritt gehen, eine Entscheidung treffen, etwas loslassen oder etwas beginnen. Gleichzeitig haben sie aber auch ein sehr klares Bild davon, wie es danach aussehen soll.

Das ist absolut verständlich, denn wir wollen in aller Regel doch wissen, wohin die Reise geht. Am liebsten wollen wir den Ausgang kennen, bevor wir die Tür öffnen und ganz besonders, bevor wir eine Türe schließen.

Aber manchmal kommt es anders, wenn wir aufhören, Ergebnisse kontrollieren zu wollen:

• Eine Trennung, die sich wie Scheitern anfühlt, öffnet eine Seite von dir, die du noch nicht kanntest.
• Ein Plan, der nicht aufgeht, führt zu etwas, das du nie gesucht hättest.
• Eine Entscheidung, deren Früchte du erst Jahre später verstehst.

Ich lerne daraus, dass Handeln bedeutet, sich in Bewegung zu setzen und dabei so offen wie möglich für das zu bleiben, was entsteht. Weder blind noch planlos, aber mit einer Portion Demut gegenüber dem, was das Leben daraus macht.

Meine schönste persönliche Erfahrung dabei? Manche Geschenke erkennen wir erst im Rückblick als solche.

Gerne unterstütze ich dich dabei, deinen nächsten Schritt zu finden und offen zu bleiben für das, was daraus entsteht. Melde dich gerne für ein Erstgespräch unter: [email protected]

Adresse

Waldstrasse 71-73
Karlsruhe
76133

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