04/06/2026
In Meditationen, die ich während meiner Trainings anleite, spüre ich in der Gruppe meistens zwei Lager. Für die einen ist dieser Ort der Stille eine Ruheoase. Für die anderen ist es eine eher unangenehme Situation, aus der sie am liebsten fliehen würden.
Das ist kein Zufall. In Momenten der Stille, ganz ohne äußere Reize, ohne schnelle Ablenkung, kommst du mit dir selbst nah in Kontakt.
Stille bedeutet hier, dass du deinem Kern begegnest mit all dem, was in diesem Moment da ist – auch dem, was du gerade lieber verdrängen würdest. Gedanken, Gefühle, Sorgen, Ängste, Wünsche.
Wer sich selbst “aus dem Weg geht”, hat dafür meistens einen Grund. Es ist ein Zeichen dafür, dass dein Inneres und Äußeres nicht in Einklang sind.
Eine starke Fassade und wahres Selbstbewusstsein sehen von außen oft ähnlich aus, doch im Innen liegt ein großer Unterschied.
Echtes Selbstbewusstsein bedeutet, dich selbst zu kennen; mit allem, was dazu gehört (auch mit all den Zweifeln und Unsicherheiten). Es bedeutet, dass du dich annehmen kannst, deine eigene Gesellschaft “aushältst”, auch wenn es mal unangenehm wird.
Die Psychologie nennt diesen Zustand Selbstkongruenz: die Übereinstimmung zwischen dem, wer du wirklich bist und dem, wie du nach außen auftrittst.
Je größer die Übereinstimmung ist, desto leichter kann es für dich sein. Gefühle sind ausgeglichen und Entscheidungen fallen klarer. Beziehungen werden echter und das, was du tust, fühlt sich einfach stimmiger an.
Wie fühlst du dich, wenn du in Stille bist?