Mein Leben..und was mich ausmacht
Ich bin Christopher – Jahrgang 1989, Vater, Partner, Naturwissenschaftler und jemand, der das Leben mit all seinen Herausforderungen, Irrwegen und Überraschungen kennt. Mein Weg mit ADHS begann nicht erst im Erwachsenenalter. Schon in der Grundschule fiel ich auf – als der wilde, unruhige Kerl, der nie stillsitzen konnte, ständig dazwischengeredet hat und oft „
zu laut“ oder „zu viel“ war. Ich war nie böse gemeint, aber ich passte einfach nicht ins System. In der weiterführenden Schule wurde es nicht leichter. Ich war intelligent genug fürs Gymnasium – aber ich war der „Undisziplinierte“, der „Faule“, der „Verweigerer“. In Wirklichkeit war ich oft überfordert, unstrukturiert, innerlich zerrissen. Fünf Schulwechsel in der Sekundarstufe I haben mich geprägt – nicht nur durch neue Lehrer und Mitschüler, sondern auch durch das ständige Gefühl, irgendwie nicht richtig zu sein. Damals gab es kaum Verständnis für ADHS, vor allem nicht bei jemandem mit hoher Intelligenz, der gute Ideen hatte, schlagfertig war und verbal stark. Heute weiß ich: Es war keine Schwäche. ADHS begleitet mich schon mein ganzes Leben. Es hat mich oft gefordert, manchmal überfordert – aber es hat mich auch kreativ, neugierig und vielseitig gemacht. Ich weiß genau, wie es ist, wenn der Kopf niemals stillsteht, wenn man den Fokus verliert, obwohl man es besser weiß, und wenn man sich trotzdem immer wieder aufrafft und weitermacht. Meine Leidenschaft gehört den Naturwissenschaften – Biologie und Chemie faszinieren mich, weil sie helfen, die Welt zu verstehen. Gleichzeitig liebe ich es, Dinge zu erklären und Wissen weiterzugeben. Dieser Drang hat mich erst zum Lehrer gemacht – und später dazu geführt, andere Menschen als professioneller ADHS-Coach auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen. Aber mein Leben besteht nicht nur aus Beruf und Fachwissen. Ich bin jemand, der sich voller Begeisterung in Neues hineinstürzt – typisch ADHS. So habe ich mir zum Beispiel das E-Gitarrenspielen komplett selbst beigebracht. Stundenlang konnte ich mich in Tabs, YouTube-Videos und Songs verlieren, weil mich diese Begeisterung getragen hat. Dieses „Sich in etwas verbeißen“ ist für mich eine der schönen Seiten von ADHS. Genauso ist es beim Segel- und Segelkunstflug. Ursprünglich hatte ich sogar Flugangst – doch statt ihr aus dem Weg zu gehen, habe ich mich ihr gestellt. Heute fliege ich mit Leidenschaft. Für mich ist das Fliegen der perfekte Ausgleich: Ich muss hochkonzentriert sein, jedes Detail im Blick behalten, ruhig bleiben und gleichzeitig flexibel reagieren. In der Luft gibt es keine Ablenkung – nur das Hier und Jetzt, Freiheit und absolute Klarheit. Und ja, genau dieses Bedürfnis nach intensiven Reizen ist typisch ADHS. Aber es geht dabei nicht nur um den Kick – es geht auch um die ständige Suche nach Balance: zwischen Begeisterung und Überforderung, zwischen Mut und der Angst zu versagen, zwischen Freiheitsdrang und dem Grübeln, das nie ganz stillsteht. Dieses Spannungsfeld kenne ich gut – und genau deshalb kann ich dich auf deinem Weg authentisch begleiten. Und dann ist da meine Familie: Meine kleine Tochter Lilly, die mich jeden Tag daran erinnert, was wirklich zählt. Mit meiner Partnerin Katinka und ihren beiden Töchtern Ella und Lina lebe ich das bunte, manchmal chaotische Leben einer Patchwork-Familie – voller Herz, Humor und gemeinsamer Abenteuer. Ich bin jemand, der gerne ehrlich sagt, wie es ist – direkt, ohne Umschweife, aber immer mit Verständnis und Herz. Ich weiß, dass das Leben nicht immer planbar ist. Aber ich glaube fest daran, dass wir selbst sehr viel in der Hand haben, wenn wir bereit sind, uns besser zu verstehen und Verantwortung zu übernehmen. Wenn du mich kennenlernst, wirst du keinen perfekten Menschen treffen – aber jemanden, der genau weiß, wie es sich anfühlt, anders zu ticken. Und der dir zeigen möchte, dass genau darin dein größtes Potenzial liegen kann.