01/07/2026
Seit Montag gibt es keine belastbare Rechtsgrundlage mehr, Kundendaten in US-Clouds zu speichern. Die meisten Unternehmen haben es nicht einmal gemerkt.
Am 29.06.2026 hat der US Supreme Court entschieden (Trump vs. Slaughter, 6:3): Der Präsident darf die Kommissare der US-Wettbewerbsbehörde FTC künftig nach Belieben entlassen.
Klingt nach US-Innenpolitik. Ist ein Datenschutz-Beben für jedes europäische Unternehmen.
Denn das EU-US Data Privacy Framework, der Nachfolger von Safe Harbor und Privacy Shield, steht und fällt mit einer unabhängigen US-Aufsicht. Die EU-Kommission beruft sich darauf 259 mal. Kann der Präsident diese Behörde jederzeit feuern, ist sie nicht mehr unabhängig. Und damit fällt die Grundlage des Abkommens weg. Dieselbe Lücke trifft die Standardvertragsklauseln (SCC).
Stell dir eine TÜV-Plakette vor, ausgestellt von einem Prüfer, der ab sofort dem Autohändler weisungsgebunden ist. Sie klebt weiter an der Scheibe. Wert hat sie keinen mehr.
Formell gilt das Framework noch, niemand muss heute abschalten. Aber noyb hat Klage angekündigt, der Weg für Schrems III ist geebnet.
Mein Fazit: Für souveräne IT wurde diese Woche der stärkste Grund seit Jahren geliefert. Und es gibt inzwischen echte europäische Alternativen.
Wie gehst du mit dem Thema US-Cloud um? Schon auf dem Schirm oder noch nicht?
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