27/01/2024
Nach dieser Woche, in der ich wieder Organisationen in der Teamarbeit unterstützen durfte und ich auf Demo gegen Rechts unterwegs war, kommt mir ein Text meiner wunderbaren Kollegin Elisabeth Sechser in den Sinn:
Wer echtes New Work will, kommt an Demokratie nicht vorbei. Auch nicht in Unternehmen!
Wenn wir Demokratien weiter stärken wollen, müssen wir dafür auch mehr tun. Selbstverständlich auch in Organisationen. Demokratie hört nicht vor den Unternehmenspforten auf. Wie Organisationen sich organisieren, wie sie Zusammenarbeit fördern oder verhindern, die Einflussnahme auf wichtige Entscheidungen mehr oder weniger ermöglichen, hat maßgeblichen Einfluss auf den Unternehmenserfolg im Sinne aller und wirkt über die Organisationsgrenzen hinaus.
Organisationen sind gesellschaftsprägende Orte. Wir können nicht diskursstarke, mündige,engagierte, demokratiezugewandte Bürger:innen erwarten, wenn diese täglich in Organisationen arbeiten, wo sie kaum gehört werden, wo sie keinen maßgeblichen Einfluss auf ihre Arbeit und ihre Arbeitsorte haben. Organisationen, in denen Kritik nicht erwünscht ist, wo "Vorgaben von Oben" dominieren, wo die gestaltende Kraft hoch eingeschränkt ist, schwächen nicht nur sich selbst, sondern auch unsere Demokratien.
Das "Oben-Unten" Muster passt nicht. Die durch-standardisierte, durch-gemanagte, auf Einzelleistungen durch-gesteuerte Organisation erzeugt den Schein von "Wir haben alles unter Kontrolle". Den Preis den sie dafür zahlt ist hoch. Sie verliert so ihren größten Schatz:
- Menschliche Potentiale können sich nicht entfalten
- Man hört auf, sich einzubringen
- Jeder und jede kümmert sich mehr um die eigenen Ziele
- Die Interaktion als das verbindende Netz für gemeinsame Arbeit nimmt ab
- Die Vereinzelung nimmt zu
- Interne Konkurrenz lenkt von der Arbeit ab (Silos kämpfen um Ressourcen)
- Der Wunsch nach einer tollen Führungskraft nimmt zu