Glücklicher Montag

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„10. Aktionstag gegen Hetze:Bundesweite Razzien wegen Hasspostings“
06/06/2024

„10. Aktionstag gegen Hetze:
Bundesweite Razzien wegen Hasspostings“

Interview mit Schwarwelzu seiner neuen Graphic Novel „Gevatter – Die fünf Phasen“Teil 8/xWarum hast du dich bei „Gevatte...
04/06/2024

Interview mit Schwarwel
zu seiner neuen Graphic Novel „Gevatter – Die fünf Phasen“
Teil 8/x

Warum hast du dich bei „Gevatter“ für genau diesen Stil entschieden? Schwarz-weiß. Sehr realistisch. Und unglaublich detailreich?

schw: „Beim Stil einer Geschichte und ihrer Umsetzung bin ich immer das arme, arme Opfer der Umstände, denn es ist umgekehrt: Der Stil entscheidet sich für mich. Wenn ich mich an den Rechner setze, um die Geschichte zu schreiben, bauen sich die Bilder und Situationen im Kopf auf und ich versuche nur zu beschreiben, was ich da höre und sehe.
Da sich „Gevatter“ wie auch schon „1989 – Unsere Heimat …“, „Leipzig von oben“ und „1989 – Lieder unserer Heimat“ aus meiner Autobiografie speist, sehe ich natürlich sehr viel, weil alles präsent ist: die Erinnerungen und Gefühle, Gerüche und Töne, weil ich eben selbst erlebt habe, wie sich etwas anfühlt, wie es aussieht oder sich anhört … Da besteht dann die Schwierigkeit darin, all das wegzulassen, was den Fluss der Story stört oder den Betrachter nur unnötig ablenkt. Fokussiert zu bleiben, finde ich bei solchen Geschichten ziemlich tricky, da es so viele Sachen gibt, die man noch mit reinpacken könnte … Deshalb versuche ich – wie wahrscheinlich jede:r Erzähler:in – nur die Sachen darzustellen, die der Geschichte dienen und sie vorantreiben.
Bei „Gevatter“ muss es für mich schon etwas detailreicher sein, weil ich ja möchte, dass sich die Leser:innen auf die Geschichte einlassen. Sie sollen sich in vertrauter Umgebung fühlen, Bekanntes wieder erkennen, eintauchen und sich so auf das einlassen, was ich ihnen erzähle.
Das Schwarz-Weiß ist zum einen meiner Vorliebe für Undergroundcomics geschuldet, die ja zu Anfang auch immer Schwarz-Weiß waren. Zum anderen liebe ich viele andere Comics und Graphic Novels in Schwarz-Weiß: „Black Hole“, die originalen Popeye-, Calvin-und-Hobbes- und Peanuts-Strips, Will Eisners „The Spirit“, „Mr. Monster“, Bernie Wrightons „Frankenstein“, „Akira“ … überhaupt die ganzen fantastischen Manga von „Dragonball“ bis „Parasyte“, die alle nur mit dieser reduzierten Farbgebung irre Ergebnisse erzielen. An ihrem unverwaschenen Strich erkennt man immer, was die Leute wirklich draufhaben.
Zum Gegencheck für „Gevatter“ und die Frage, ob ich da mit Farbe arbeiten sollte, habe ich mir auch ein paar geliebte Klassiker als Schwarz-Weiß-Editionen reingezogen, die ich vorher nur als Vollfarbcomics kannte: „Swamp Thing“, „Howard the Duck“, „The Dark Knight Strikes Again“ und natürlich „Watchmen“ … auch diese Sachen habe ich viel intensiver wahrgenommen als vorher das Gleiche in Farbe. Schwarz-Weiß ist es natürlich weniger gefällig, rougher, konkreter – aber genau das mag ich. Man sieht die ursprüngliche Intention der Zeichner, die Strichführung, die Kontraste.
Das mochte ich schon für „Seelenfresser“ – und Dank des iPad kann ich bei „Gevatter“ noch mehr ins Detail gehen und ich habe mehr Kontrolle über den Strich, obwohl ich da immer aufpassen muss, dass ich die Panels nicht tot zeichne. Mignola weiß, wieviel Kontrolle gut für seinen schwarz-weißen Hellboy ist, Charles Burns übertreibt es meiner Meinung nach manchmal zu sehr in seiner strengen Strichführung und die Figuren wirken dann wächsern, entfernt und leblos. Das möchte ich für „Gevatter“ natürlich nicht. Es soll locker hingeworfen wirken, auch wenn genau das eine scheiß Arbeit ist.“

🔥 Big Props noch mal an alle, die es gestern zu meiner „Gevatter“-Signierdoppelstunde (zzgl. angebrochener Überstunde) g...
02/06/2024

🔥 Big Props noch mal an alle, die es gestern zu meiner „Gevatter“-Signierdoppelstunde (zzgl. angebrochener Überstunde) geschafft haben! 🔥
Und Danke an Annika und Bodo vom Int. Comic-Salon Erlangen fürs extrem kurzfristige Möglichmachen und an Sarah vom Salon und Leon vom Stand A37 fürs Kümmern vor Ort! 🖤🩷

Da morgen der Comic-Salon Erlangen beginnt, passt Interviewfrage Nummer 7 ja ganz wunderbar!-------Interview mit Schwarw...
29/05/2024

Da morgen der Comic-Salon Erlangen beginnt, passt Interviewfrage Nummer 7 ja ganz wunderbar!

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Interview mit Schwarwel
zu seiner neuen Graphic Novel „Gevatter – Die fünf Phasen“
Teil 7/x

Wie lebt es sich als Comic-Zeichner (in Deutschland), insbesondere wenn man seine eigenen Geschichten erzählt und Comics zeichnet? Kann man damit seinen Lebensunterhalt verdienen, kann man davon leben? Wie ist es bei dir und „Gevatter“?

schw: „Irgendwie hat es der Comic in Deutschland nie geschafft, die Aufmerksamkeit als Massenmedium zu bekommen, die er in meinen Augen verdient hätte. Das mag daran liegen, das ihm immer noch das „Schund- und Schmutzliteratur“-Image anhängt, das er seit den Nachkriegsjahren hatte, als die US-amerikanischen GIs ihre Mickey-Mouse-Hefte an die Kinder verteilten. Oder daran, dass es einfach zu wenig mutige Verlage gibt, die Erwachsenenthemen publizieren und vor allem fördern. Comic ist nach wie vor ein Nischenthema, auch wenn sich viele Verlage bemüht haben, mit dem Label „Graphic Novel“ neue Leserkreise zu erschließen oder die Leser:innen von Kinder- und Teenagercomics auch als Erwachsene an sich zu binden. Ein Blick ins Zeitschriftenregal des HIT-Marktes reicht eigentlich, um zu wissen, wo der Comic in Deutschland angesiedelt ist: Da liegen ein wiederaufgelegtes Lucky-Luke-Album neben einem alten Asterix, Bussi Bär, Star Wars (Lego!), dem Mosaik (eins mit Jungs, eins mit Mädchen), Feuerwehrmann Sam und dem unvermeindlichen Lustigen Taschenbuch, das mich schon als Kind angekotzt hat, weils einfach nicht so cool war wie Fix & Foxi-Extra. Eine Regalabteilung weiter liegen dann die neuesten Romane, Weltliteratur, Geschichtsbücher und Filmbildbände … Wer hat da schon Lust, so einen unsexy Beruf wie den des Comiczeichners zu ergreifen?
Wenn ich in den sozialen Netzwerken sehe, was die Kollegen so hauptberuflich machen, weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll: Bibi Blocksberg, Pferdecomics, Weltraumgeschichten oder man arbeitet als Übersetzer:in. Die interessanteren Sachen fristen ein Schattendasein, weil es den Macher:innen aufgrund von mangelndem Marketingbudget und mangelnder Berichterstattung einfach nicht gelingen kann, für ihre Sachen eine breite Öffentlichkeit zu generieren, aus der sich eine Stammleserschaft herausbilden könnte.
Ich bewundere jede:n Kolleg:in, der/die sich nur allein von seinen/ihren Comicgeschichten ernähren kann – aber die wenigsten können das. Hier ein Workshop, da ein Wimmelbild, dort eine Comic-Lesung (Wie doof bitteschön ist das denn?!) … Ich weiß nicht, ob die Leute sich das so vorgestellt haben, als sie damit angefangen haben, Bildgeschichten zu zeichnen, ich jedenfalls nicht.
Ich dachte, man kann den ganzen Tag wie Jack Kirby an seinem Zeichenbrett sitzen und eine geile Seite nach der anderen raushauen. Dann macht man das Licht aus und chillt mit der Crowd. Und am nächsten Tag gehts genau so weiter.
Kurzum: Es ist wie in allen kreativen Berufen, die auf Konkurrenz und Publikum aufgebaut sind. Man muss sich den A***h abarbeiten, um gut zu werden, jede Menge Klinken putzen, sich ein bisschen prostituieren und dabei irgendwie hoffen, dass noch dieses Quentchen Glück und diese eine günstige Gelegenheit dazu kommen, um „es zu schaffen“. Was immer dieses „es“ dann sein mag.
Nach zehn Jahren als Verlagsleiter von EEE mit echt guten Lizenztiteln wie „Hellboy“, „Heavy Metal: FAKK II“, „Faust“, „Body Bags“, „Satanika“ und „Death Dealer“ und vielen schnuckeligen Eigentiteln wie „Schweinevogel“ und „Extrem Terror“ könnte ich heute echt nicht sagen, dass EEE „es geschafft hatte“. In der Comicszene war EEE natürlich eine namhafte Größe, aber bei etwa 5.000 Comic-Ultras auf 84 Millionen Einwohner konnte so ein Verlag in Deutschland einfach nicht existieren, geschweige denn den vorhandenen Nachwuchs angemessen fördern, indem man korrekte Seitenpreise bezahlt und die Titel auch marketingtechnisch betreut.
Mit der Patchwork-Taktik, die wir bei Glücklicher Montag fahren, funktioniert das alles seit ein paar Jahren ziemlich gut: Animationsfilme, Schulbuch-Illustrationen, Karikaturen, Zeichnungen für Fahndungssendungen, Demokratie-Workshops, Plakatgestaltungen und dazwischen immer wieder Comics.
Für „Gevatter“ hatten wir das Glück, mit Frank von der FUNUS Stiftung einen Comicfan kennengelernt zu haben, der das Projekt wegen seines Inhaltes – also der Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit – unterstützen wollte, und nicht wegen des Mediums. Sowas ist ideal und ich wünsche mir deutschlandweit mehr davon. Mehr Förderer:innen, Unterstützer:innen und Mäzene. Comics und Graphic Novels zu machen, ist verdammt zeitaufwändig, kleinteilig und irrsinnig kompliziert. Da tut es gut, wenn man verständige Leute hat, die sowas finanziell und ideell unterstützen und einen auch einfach erstmal machen lassen. Was Verlage so an Honoraren ausloben, ist mitunter ein Witz, aber ich weiß auch, dass sich die Verlage meistens gar nicht mehr als diesen Witz leisten können, weil man wirklich viele Hefte oder Alben verkaufen muss, um einen anständigen Seitenpreis an die Macher zahlen zu können.“

Friendly Reminder(Für mich ist das Arbeit!)
27/05/2024

Friendly Reminder
(Für mich ist das Arbeit!)

Interview mit Schwarwelzur neuen Graphic Novel „Gevatter – Die fünf Phasen“Teil 6/xDu thematisierst deinen problematisch...
26/05/2024

Interview mit Schwarwel
zur neuen Graphic Novel „Gevatter – Die fünf Phasen“
Teil 6/x

Du thematisierst deinen problematischen Umgang mit Alkohol. Und bist jetzt seit über 20 Jahren trockener Alkoholiker. Wann war für dich der Punkt gekommen, dass du aufhörst, nüchtern wirst und bleibst? War es für dich eine Herausforderung, komplett keinen Alkohol mehr zu trinken?

schw: „Bevor ich von einem auf den anderen Tag mit dem Alkohol aufgehört habe, hatte ich einen Höhepunkt erreicht, was den Konsum bzw. Missbrauch angeht. Mir war vollkommen klar, dass ich am Scheideweg stand: Entweder ich saufe mich tot oder ich muss komplett damit aufhören. Aber lange Zeit fehlte mir dazu die Kraft und ich dachte, okay, dann trink ich eben Weißweinschorle statt Wodka, ist bestimmt besser. War es nicht. Ich trank, um mein Gedankenkarussell zum Stehen zu bringen, nahm Baldriantabletten gegen die Panikattacken und kiffte zum Schlummertrunk (lies: eine halbe Flasche Wodka), um irgendwie einschlafen zu können. Kompletter Wahnsinn.
Als ich irgendwann nach durchgesoffener Nacht versuchte, früh um sechs im Vollrausch die Schulschnitten zu schmieren, sah ich, was ich da tat: Brotklumpenpampe mit Marmelade, eingeknüllt in Alufolie. Ich nahm den Wodka aus dem Eisfach, kippte ihn in den Ausguss und bin seitdem trocken. Inzwischen denke ich nicht mehr jeden Tag an Alkohol. Es wird leichter mit der Zeit, weil ich weiß, welchen Preis ich für ein Glas Whiskey zahlen würde. Und den bin ich nicht bereit zu zahlen. Da hilft mir meine Sturheit.“

Heute letzte Chance zum Voten für den Publikumspreis.
24/05/2024

Heute letzte Chance zum Voten für den Publikumspreis.

Da „Gevatter“ in der Finalrunde zum Publikumspreis des Internationaler Comic-Salon Erlangen ist und bis – Ida – 24.05. f...
22/05/2024

Da „Gevatter“ in der Finalrunde zum Publikumspreis des Internationaler Comic-Salon Erlangen ist und bis – Ida – 24.05. fleißig gewählt werden darf, haben wir unsere Max-und-Moritz-Preis-Aktion verlängert – Kauf das eine, bekomme beide!

Bestellseite in den Kommentaren.

(Wahlseite auch.)

„Und es sind gerade Schwarwels Zeichnungen, die das zeigen, was Worte nicht sagen können: die ganze Wucht des In-der-Wel...
15/05/2024

„Und es sind gerade Schwarwels Zeichnungen, die das zeigen, was Worte nicht sagen können: die ganze Wucht des In-der-Welt-Seins, des Betroffen-Seins und Aushaltens. Das einen nur zu oft an den Rand der Klippe treibt. Und auf einmal merkt man, dass genau das auch dazu gehört – eben weil es nur in den Zeichnungen steckt: das Mitgefühl des Grafikers für sein jüngeres Ich. Es ist ein bisschen Trost dabei, aber auch ein klein wenig Freude darüber, das alles durchgestanden zu haben. Denn danach geht es immer weiter …“

Danke ❤️, Leipziger Internet Zeitung und Ralf Julke 🖤😘

Es geht immer um Tod und Leben, die einen verstehen es früher, die anderen zu spät. Das Leben ist ein Geschenk. Aber es ist immer gefährdet. Und es gibt

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