26/04/2026
Ich bin fast 53 und laut Kalender offiziell in der „alt“-Schublade. Innerlich denke ich: Bitte was, ich fühle mich lebendig wie nie. Und gleichzeitig checke ich: Dieses Bild von „alt“ kommt nicht von mir, das kommt aus dem Patriarchat. Dem System, das Frauen sortiert in jung genug, hübsch genug, leise genug – und danach wird’s unbequem.
Und das fängt viel früher an: Mit 20 bist du „zu emotional“, mit 30 „zu anspruchsvoll“, mit 40 „zu sensibel“, mit 50 „zu alt“. Wir alle sind immer irgendwas „zu“: zu laut, zu leise, zu dick, zu dünn, zu wild, zu weich. Diese Stimmen fressen sich in deinen Kopf und irgendwann glaubst du, dein Körper sei das Problem. Dabei reagiert dein Körper nur auf dauernden Druck, ständige Anpassung und dieses Nie-gut-genug-Mantra.
Die Wahrheit ist: Nicht du bist zu viel. Dieses System ist zu eng.
Dein Körper – egal ob 23 oder 53 – ist kein Fehler im System, sondern deine Rebellion dagegen. Jede Verspannung, jede Migräne, jede Müdigkeit kann ein „Ich kann nicht mehr so funktionieren“ sein. Wenn du beginnst, ihm zuzuhören, statt dich weiter passend zu machen, kippst du das Skript. Dann bist du nicht mehr „zu irgendwas“, sondern genau richtig mit deiner Stimme, deiner Wut, deiner Weichheit.
Wenn du dich auch schon mal gefragt hast, ob du einfach nur falsch bist, darfst du wissen: Du bist nicht das Problem, du bist die, die es sieht. Teile dieses Reel mit einer Frau – egal wie alt – die das heute fühlen muss.