06/01/2026
Mein persönlicher Weg zur Diagnose Diabetes Typ1
Ich war einfach ausgelaugt von meinem Leben. Neben einer stressigen Vollzeitbeschäftigung, über 10 Stunden täglich im Büro und der Pflege meines todkranken Vaters, kümmerte ich mich nach Feierabend um unseren Hund, das Essen und um das was ich im Haushalt noch schaffte.
Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Dauerschwindel, Bauchschmerzen, sowie immer schlechter werdende Sehkraft begleiteten mich in dieser Phase meines Lebens. Als dann noch ein immenser Durst hinzu kam und ich 3-4 Mal in der Nacht zur Toilette musste, also nicht mehr durchschlafen konnte, fragte mich eine Freundin, als ich ihr davon erzählte, ob ich mal meinen Blutzucker kontrollieren lassen hab.
Montags nach der Arbeit wollte ich noch mal eben ein paar Besorgungen machen, als mich wieder dieser Schwindel und der Durst überkam, also machte ich kehrt und ging in die Apotheke und fragte, ob es möglich sei meinen Blutzucker testen zu lassen. Mir wurden die Kosten mitgeteilt und sofort war der kleine Piekser in meinem Finger getan.
Der Apotheker schaute mich erschrocken an und sagte: „Das ist viel zu hoch, sie müssen sofort zum Arzt!“
Der Wert auf dem Gerät zeigte 360 an und ich konnte nichts damit anfangen!
Als ich bezahlen wollte, sagte der gute Mann: „Nein, das lassen wir mal, wir sind ja froh, dass wir das entdeckt haben, aber bitte gehen Sie sofort zum Arzt!“
Gesagt, getan, mein Hausarzt war ja nur ein paar Türen weiter und da es kurz vor Feierabend in der Praxis war, spurtete ich sofort dorthin.
In der Praxis angekommen, lief ich aufgewühlt, weil ich nicht wusste was ich mit dem Ergebnis des Blutzuckertestes anfangen sollte, meiner Ärztin in die Arme, der ich sofort davon erzählte.
Sie reagierte ganz ruhig und sagte, dass wir erst einmal eine Blutabnahme machen müssen und ich gleich am nächsten Morgen nüchtern kommen sollte. Einen Termin zur Besprechung bekam ich ebenfalls schon 2 Tage später.
Es waren 2 sehr lange Tage, da ich noch immer an Schwindel und Durst litt und nicht wusste was ich tun kann.
Zum Besprechungstermin wurde mir dann mitgeteilt, dass ich Diabetes habe, allerdings wurde versäumt ein Wert zu nehmen und ich sollte noch einmal Blut abnehmen lassen.
Der Arzt ging von einem Typ2 aus, da ich über 50 und schlank vom Körperbau war. Nachdem der fehlende Wert dann auch vorlag bekam ich die Diagnose Diabetes Typ-2.
Ich sollte meine Ernährung umstellen, kohlenhydratarme Ernährung, keine Süßigkeiten, Chips, oder Ähnliches, bekam Tabletten, die ich morgens und abends einnehmen musste und unterschrieb einen Zettel in dem ich in ein Programm der Krankenkasse, für Menschen Diabetes Ty2, aufgenommen wurde.
Zudem gab man mir in der Praxis ein Blutzuckermessgerät mit und die Anweisung, morgens mittags und abends zu dokumentieren wie mein Zucker steht und was ich esse.
Verantwortungsbewusst wie ich bin, habe ich meine Ernährung sofort umgestellt. Mageres Fleisch, viel Gemüse und Salat waren die Hauptbestandteile meiner Nahrung.
Nachdem ich innerhalb eines Monats 12 Kilos abgenommen hatte und das obwohl ich sowieso schon schlanker Natur war, sagte eine Kollegin zu mir, dass ich so langsam das Aussehen einer Leiche annahm und ich sollte mich doch mal in einer Diabetologie Praxis vorstellen und mich beraten lassen.
Auch das habe ich sofort getan und als ich erwähnte, dass ich jetzt innerhalb von 4 Wochen 12 Kilos verloren habe, bekam ich gleich am nächsten Morgen einen Termin.
Es wurde relativ schnell festgestellt, dass ich an Diabetes Typ-1 erkrankt war. Ich bekam Insuline und die Einweisung wie ich zu spritzen habe, einen Sensor zum Testen, jede Menge Informationsmaterial und wöchentliche Termine bei einer Diabetesberaterin.
Meine Frage: Gibt es jemanden, der mit dieser Diagnose geheilt wurde?
Antwort: Ich habe in meinem Umfeld niemanden mit Minuswerten, der jemals geheilt wurde.
Was auch immer das heißen sollte…, ich musste mich heute noch um meinen todkranken Vater kümmern.