25/08/2026
Obwohl es in der letzten Woche geregnet hat, ist der Waldboden immer noch stark ausgetrocknet. Und das setzt viele Bäume, wie Buchen und Birken, ganz schön unter Stress😥 Besonders Buchen geht es nicht gut: Ihr Laub wird braun und welk, viele Bäume werfen schon die Blätter ab🍂 Man könnte meinen, der Herbst ist schon da. In einigen Regionen, wie zum Beispiel in Gladbeck, beobachten unsere Förster:innen sogar etwas noch dramatischeres: Sogenannte Grünastabbrüche. Dann knallt es kurz und schon fällt ein oft oberschenkeldicker Ast zu Boden💥Der Boden dort ist tonhaltig, ein sogenannter Pseudogley. Während sich im Winter hier oft die Nässe staut, leiden Pflanzen, die auf Pseudogley wachsen, im Sommer oft unter Wassermangel. Das Problem dann: Der Saftstrom wird unterbrochen, wenn es zu trocken ist.
Ob die Grünastabbrüche allein durch die Trockenheit verursacht werden, ist nicht ganz klar. Aber sie kann die Elastizität der Äste verringern. Weitere Faktoren wie Wind oder Krankheitserreger können das Risiko dann zusätzlich erhöhen. Buchen, die jetzt schon ihr Laub abwerfen, könnten absterben. Weil das gefährlich werden könnte, müssen sie voraussichtlich im Herbst gefällt werden.
Ein einzelnes trockenes Jahr bedeutet nicht automatisch, dass eine Baumart überall keine Zukunft mehr hat. Entscheidend ist, an welchem Standort sie steht, wie häufig und stark solche Stressreaktionen auftreten und ob sich die Bäume über mehrere Jahre wieder erholen können. Deshalb beobachten wir die Entwicklung an unterschiedlichen Waldstandorten genau🔍🌳
Wenn in einem Buchenwald bereits ungewöhnlich viel Laub auf dem Boden liegt, geht dort besser nicht spazieren. Denn wo Bäume unter starkem Trockenstress stehen, können auch Äste abbrechen
(📷Wald und Holz NRW, Markus Herber)