24/09/2026
„Einen Stall kann man nicht einfach lahmlegen.“
So heißt mein Interview in der top agrar 10/2026. Zwischen Gespräch und Veröffentlichung sind weitere schlechte Nachrichten hinzugekommen. Die Meldungen der KW 39 zeigen: Die Schweinebranche steht von mehreren Seiten unter Druck.
📉 Ferkelpreise brechen ein: Die VEZG-Notierung fällt von 41 auf 30 € je 25-kg-Ferkel – ein Minus von 11 € innerhalb einer Woche.
🔄 Vermarktungsbedingungen ändern sich: Tönnies setzt bei ITW stärker auf deutsche Ferkelherkunft. Mäster, die weiterhin ausländische Ferkel einstallen, erhalten ab Oktober statt bisher 4 € Zuschlag nur noch 1,50 € Übergangsgeld, befristet bis Ende April 2027. Bei deutscher ITW-Ferkelherkunft bleiben die bisherigen Boni bestehen.
🌱 Auch Bio steht unter Druck: Günstigere Bioimporte treffen auf verhaltene Nachfrage. Das verschärft den Wettbewerb für heimische Erzeuger – besonders für Verbandsbetriebe, deren höhere Standards zusätzliche Produktionskosten verursachen.
Nicht jede Veränderung trifft jeden Betrieb gleich. Zusammen zeigen diese Nachrichten aber: Es geht nicht nur um den nächsten Schweinepreis, sondern auch um Absatzsicherheit, Zuschläge und die Finanzierbarkeit des eigenen Produktionsmodells.
Futter, Wasser, Strom und Tierbetreuung müssen trotzdem täglich funktionieren. Genau das macht Krisen in der Tierhaltung so anspruchsvoll.
Mein Appell: Jetzt die Liquiditätsplanung aktualisieren und Vermarktungsbedingungen prüfen – nicht erst, wenn Konto und Futtersilo leer sind.
Vielen Dank an top agrar für das Gespräch!
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