05/08/2026
Das Gerät, für das im Oktober alle anstehen, entfernt nichts Wertloses. Es entfernt ein Winterquartier — mit bis zu 160 Stundenkilometern.
Jeden Herbst dasselbe Bild: Menschen tragen Laubbläser aus dem Baumarkt, um etwas loszuwerden, das Bäume kostenlos liefern und der Boden dringend braucht.
Was das Gerät wirklich tut:
Es ist laut. Laubbläser erreichen über 100 Dezibel — ungefähr so laut wie ein Presslufthammer. Schon ab 85 Dezibel kann Dauerbelastung das Gehör schädigen, und das trifft zuerst die Person, die das Gerät hält. Auch Akkugeräte liegen noch bei 80 bis 90 Dezibel.
Es tötet. Die Geräte erzeugen Luftgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern. Käfer, Spinnen, Tausendfüßer, Asseln und Amphibien können sich dem kaum entziehen. Bei Laubsaugern mit Häckselfunktion werden die Tiere im selben Arbeitsgang zerstückelt. Für Igel, die bei Gefahr nicht fliehen, sondern sich einrollen, ist ein Laubsauger lebensgefährlich.
Es wirbelt auf, was besser liegen bliebe. Verbrennungsmotoren stoßen Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Dazu kommen Feinstaub, Pollen und Pilzsporen — und wie die Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage einräumte, können neben Bodenbakterien auch Krankheitserreger aus Hundekot aufgewirbelt werden. Das betrifft vor allem die Menschen, die mit den Geräten arbeiten.
Und es unterbricht einen Kreislauf. Wenn Blätter nicht mehr am Boden verrotten, bilden sich weder Humus noch Nährstoffe. Die Tiere im Boden verlieren Nahrung und Lebensraum, und der Boden verliert die Deckschicht, die ihn vor Austrocknung und strenger Kälte schützt.
Was stattdessen funktioniert — und billiger ist:
Rechen und Harke. Kein Lärm, keine Abgase, kein Akkumüll, deutlich weniger aufgewirbelter Staub.
Und dann das Entscheidende: Das Laub muss gar nicht weg. Verteile es auf die Beete und unter Sträucher und Hecken. Dort verrottet es über den Winter, schützt den Boden und wird im Frühjahr zum kostenlosen Dünger. Was übrig bleibt, harkst du in eine ruhige Ecke zu einem Haufen. Genau darin überwintern Igel, Käfer, Schmetterlingslarven, Glühwürmchen, Marienkäfer und Molche.
Ein Hinweis zur Ehrlichkeit: Gehwege und Treppen müssen frei bleiben — nasses Laub ist rutschig, und die Verkehrssicherungspflicht gilt auch im Herbst. Dort also ruhig kehren. Mit Rechen und Harke hat man etwas mehr Arbeit als mit dem Gebläse; das ist der ehrliche Preis. Und beim Kompostieren gilt: Laub von Kastanie, Walnuss und Eiche zersetzt sich deutlich langsamer als anderes.
Es ist nicht der Herbst, der die Gärten leer macht.
Es ist ein Gerät, das Lebensraum für Abfall hält.
Heute liegen lassen, morgen wacht der Igel wieder auf.