08/10/2024
Sichtbarkeit und Verbundenheit:
Einblicke einer sehr bewegenden Aufstellungsgruppe vom
1. Kongress für Systemische Aufstellungsarbeit:
Ein Review von Daniel Wloczka , Teilnehmer am CoCreative Campus vom TeamCocreative und Besucher des Kongresses.
Am 13. und 14. September fand der Kongress für systemische Aufstellungsarbeit am PROFESSIONAL CAMPUS | UNIVERSITÄT WITTEN/HERDECKE erstmals statt. Über 150 Teilnehmer aus Wissenschaft, Psychotherapie, Unternehmensberatung und mehr kamen zusammen mit dem Anliegen „Spannungsfelder produktiv zu machen“. In einer durchweg ko-kreativen Atmosphäre wurden vielfältige Erfahrungen und Perspektiven geteilt und .
Einzigartig am Kongress war, dass wir als Auditorium die Spannungsfeld-Themen an zwei Kongresstagen cokreativ in Barcamps bestimmt und beleuchtet wurden. Mit großer Neugier nahm ich an der Aufstellungsgruppe, die Marion leitete, teil.
Wir beleuchteten die Frage: "Welche Räume öffnet bzw. schließt es, wenn ich mich zeige?"
Anhand einer prototypischen Aufstellung aus der Perspektive von Frauen, Männern und "diversen" Menschen wurden multidimensionale Räume erkundet, in denen wir uns im Alltag üblicherweise bewegen. Die Teilnehmer konnten spüren, welche Auswirkungen das "Sich-Zeigen" in den unterschiedlichen Räumen auf innere Wahrnehmung und äußere Darstellung haben. Ich durfte diese Aufstellung als Stellvertreter für den "Spirituellen Raum" begleiten. Dabei zeigten die Aufstellungen zwar erstaunlich klar "vertraute" Rollen-Klischees und Prägungen, ließ uns als Gruppe jedoch sehr bewusst ins Wahrnehmen und Fühlen kommen, statt mentale Problemanalysen und Lösungen zu diskutieren.
So schienen die Frauen sehr stark mit dem "Familien-Raum" verbunden zu sein und mussten sich erst aus diesem lösen, um sich im "Unbekannten Raum" zu zeigen. Sie waren dabei sehr klar und sehr verbunden mit sich und dem Spirituellen.
Die Männer im Gegenzug zeigten eine deutlich größere Bindung zum DU-Raum, d.h. zur nächsten Beziehungsperson und holten sich dort die Kraft und Bestärkung, die nächsten Schritte zu tun. Insgesamt nahm ich aber eine größere Unsicherheit wahr, sich in den Räumen zu zeigen, als bei den Frauen.
Bei den "diversen" Menschen zeigte sich genau das Bild, was wir heute auch gesellschaftlich sehen: große Ängste vor der Sichtbarkeit und der Wunsch, Unterstützung und Wohlwollen durch alle Schichten der Gesellschaft zu erhalten, um sich als Mensch zeigen zu können. Diese Ängste waren so groß, dass eine aktive Erkundung der Räume hin zu einer starken und präsenten Sichtbarkeit, noch gar nicht möglich war.
Ich denke, dass sich durch das "Sich-Zeigen" in verschiedenen Räumen und die Auseinandersetzung mit den eigenen Rollen und Prägungen ein tieferes Verständnis für innere Wahrnehmung und äußere Darstellung entwickeln kann. Dies kann ein stärkeres Selbstbewusstsein und eine tiefere Verbundenheit mit mir selbst und anderen fördern.
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