04/09/2026
Ich werde diesen Sommer tief in meine Erinnerung eingraben. Ich werde mich erinnern, wie wir durch den Sonnenuntergang fahren und das große Kind zu Shakira singt. Zu David Bowie. Zu Taylor Swift.
Ich werde mich an das Stockbrot erinnern, an die unzählige Male Freibad. An den Freizeitpark und den Zirkus. Da vor allem an den “Kaputt”-Mann, der bereits jetzt schon als Playmobil-Figur unzählige Male nachgespielt wird.
Jeden Tag Eis. Jeden Tag im Garten grillen.
Eine große Geburtstagsparty zum 3. Geburtstag.
Ich werde mich erinnern, dass ich das Leben genossen habe. So richtig genossen. Bewusst. Mit Intention.
Wie ich alles gemacht habe, was ich wollte. Wie ich es wollte.
Wie präsent ich war.
Wie ich mehr geleistet habe, als ich mir je vorstellen konnte.
Das ist die Geschichte, an die ich mich erinnern werde.
Nicht an die tiefe körperliche Erschöpfung, wenn wir den ganzen Tag auf Ausflug waren und ich dabei das kleine Kind ausschließlich getragen habe. Weil es jetzt in der Autonomiephase angekommen ist, in der man als kleiner Mensch sehr hartnäckig seine Grenzen zeigt. (Ich feiere es jeden Tag dafür.)
Nicht an die Wutanfälle. Nicht an die Geschwister-Streits.
Nicht an den mentalen und emotionalen Overload, der entsteht, wenn zwei Kinder nicht in die Betreuung gehen und zwei Elternteile teilweise arbeiten wollen.
Ich kann entscheiden, an was ich mich erinnern möchte.
Ich entscheide bewusst, welche Geschichte ich über mich erzähle.
Ich entscheide, was ich über mich denken will. Und warum.
Wenn ich mich daran erinnere, was ich halten kann und wozu ich fähig bin, werde ich automatisch ruhig. Ich gebe mir selbst Halt. Ich kann mich im absoluten Familien-Chaos entspannen und für mich sorgen.
Deshalb entscheide ich mich dafür. Ich mache das für mich, nicht für andere. Nicht um bei anderen besser dazustehen. Sondern um mich um mich zu kümmern.
Ich entscheide mich für mich. Immer wieder.
Jeden Tag aufs neue.
Was ist deine Geschichte?