17/06/2026
Zeithorizonte: Fünf bis sieben Jahre gegen eine Generation.
So denken einerseits PE-Investoren — und so denken Versicherungsmakler auf der anderen Seite, die ihr Lebenswerk übergeben wollen. Beide sitzen am selben Tisch. Beide meinen dasselbe Unternehmen. Beide wollen etwas völlig anderes.
Das allein wäre schon ein Problem. Aber es kommt noch ein zweites hinzu.
Das Finanzierungsmodell vieler Wachstumsinvestoren im Maklermarkt basiert auf einer einfachen Rechnung: Bestände zukaufen, Synergien heben, Unternehmenswert steigern — finanziert über tilgungsfreie Kredite. Das funktioniert, solange die Wachstumsrate stimmt und die Synergien tatsächlich eintreten.
In der fragmentierten deutschen Maklerbranche ist beides schwerer zu realisieren als auf dem Papier. Bestände sind keine austauschbaren Assets. Kundenbeziehungen hängen an Personen. Integration kostet Zeit und Geld. Und die Zinsen sind nicht mehr da, wo sie noch vor wenigen Jahren waren.
Was bedeutet das konkret? Wer als Makler einen Teilverkauf erwägt, sollte nicht nur die Bewertung des eigenen Unternehmens kennen — sondern auch verstehen, wie stabil das Modell des Käufers ist. Denn wenn der Investor in Schwierigkeiten gerät, sitzt der Verkäufer mit einem Minderheitsanteil an einem Unternehmen fest, über das er keine Kontrolle mehr hat.
PE kann einem Unternehmen guttun. Fokussierung. Professionalisierung. Manchmal auch echtes Wachstum. Aber es verändert die DNA. Unwiderruflich.
Link zu meiner AssCompact-Kolumne im ersten Kommentar!