14/12/2023
Schnitzel für 30 Euro: Ab wann machen Münchner den Irrsinn im Restaurant nicht mehr mit?
Wirte schlagen Alarm: Die Preise in Restaurants der Landeshauptstadt könnten ab 2024 drastisch ansteigen, aufgrund der Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 Prozent. Wie viel Geld sind Münchner noch bereit, für ihr Essen zu zahlen?
Die Gastro-Branche steht seit Jahren vor Problemen: Erst Corona, dann der Ukraine-Krieg mit hohen Lebensmittelpreisen und der Energiekrise als Folgen. Nicht zu vergessen der ständige Personalmangel. Das alles führt zu hohen Betriebskosten – und damit auch zu steigenden Preisen für die Gäste. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts sind „Gaststättendienstleistungen“ von Januar 2021 bis Oktober 2023 um rund 20 Prozent teurer geworden.
Doch die Lage dürfte sich verschärfen. Münchner Wirte warnen im Zuge der Mehrwertsteuererhöhung vor umfangreichem Gastronomie-Sterben. Ihr Argument: Wenn sie die Steuer eins zu eins an die Gäste weitergeben, können sich die Menschen das Essen gehen nicht mehr leisten. Ein Schnitzel in einem typischen Münchner Wirtshaus könnte dann zum Beispiel 30 Euro kosten. Vielleicht kommen die Gäste aber dennoch weiter – und die Wirte erhöhen die Preise schlichtweg, um selbst mehr Gewinn zu machen.
Unsere Facebook Gemeinde aus München ist gefragt:
Wollen – oder können – Sie sich solche Preise im Restaurant überhaupt noch leisten?
Warum werden die Preissteigerungen im Restaurant mit 11,2 Prozent berechnet?
Eigentlich würde man davon ausgehen, dass die Preise ab 2024 um 12 Prozent ansteigen, wenn die Wirte die Mehrwertsteuer eins zu eins an die Gäste weitergeben. Die dpa rechnet aber mit 11,2 Prozent. Dieser Wert lässt sich folgendermaßen erklären: In den aktuellen Preisen der Restaurants sind bereits sieben Prozent MwSt. enthalten. Um also die höhere MwSt. (19 Prozent) zu dem eigentlichen Preis des Essens hinzuzurechnen, müsste man erst einmal den Ursprungspreis des Gerichts ermitteln. Oder aber man addiert einfach die 11,2 Prozent auf den derzeit ausgeschriebenen Preis – und erhält (aufgerundet) das gleiche Ergebnis.
Wie die Preise ab kommenden Jahr in München ansteigen könnten
Legt man die 11,2 Prozent zugrunde, wirkt sich das deutlich auf die Preise in der Gastronomie aus. Hier drei Beispiele typischer Münchner Wirtshäuser: Im Hofbräuhaus kostet ein Schweineschnitzel derzeit 17,50 Euro, Käsespätzle liegen bei 13,90 Euro. Werden diese um 11,2 Prozent verteuert, lägen sie im nächsten Jahr bereits bei 19,46 Euro und bei 15,46 Euro. Im Andechser am Dom sind die Preise ohnehin schon vergleichsweise stolz: Das Wirtshaus verlangt derzeit 27,50 Euro für ein Wiener Schnitzel (Kalbsfleisch). Im nächsten Jahr könnte das Schnitzel die 30-Euro Schwelle überschreiten: mit 30,58 Euro. Und im Augustiner am Dom lägen die Spätzle statt der aktuellen 18,90 Euro dann bei sage und schreibe 21,02 Euro.
Wichtig ist: Diese Rechenbeispiele sind bislang fiktiv.
Ein kleiner Aspekt zur Beruhigung: Bei Getränken beträgt die Mehrwertsteuer ohnehin jetzt schon 19 Prozent. Bei Bier und Co. ist also keine Preissteigerung zu erwarten – zumindest nicht, wenn es nur um die Steuer geht. Deshalb sind in der Liste keine Bierpreise erfasst.