07/06/2026
Seit einem Jahr ist das Sterben mein Begleiter.
Seit einem Jahr gehe ich an der Seite von Abschieden, Verlusten, Tränen und Momenten, die mir den Atem genommen haben.
Es gibt Tage, an denen ich stark bin.
Und es gibt Tage, an denen mich die Endlichkeit des Lebens mitten ins Herz trifft.
Denn wenn du dem Sterben so nahe kommst, verändert sich etwas.
Du beginnst zu verstehen, dass Zeit nicht unendlich ist.
Dass verschobene Träume vielleicht niemals gelebt werden.
Dass Worte unausgesprochen bleiben.
Dass Menschen gehen.
Und dass auch wir eines Tages gehen werden.
Seit einem Jahr stellt mir das Leben immer wieder dieselbe Frage:
Wenn du wüsstest, dass deine Zeit begrenzt ist –
würdest du dann immer noch so mit dir umgehen?
Würdest du weiterhin dort bleiben, wo du nicht gesehen wirst?
Würdest du weiterhin um Liebe kämpfen, die keine ist?
Würdest du weiterhin deine Bedürfnisse verschweigen, deine Grenzen übergehen und dich selbst an die letzte Stelle setzen?
Ich glaube nicht.
Denn das Sterben hat mich etwas gelehrt:
Das Leben ist zu kostbar, um sich selbst darin zu verlieren.
Zu kostbar für faule Kompromisse.
Zu kostbar für Menschen, die uns kleinhalten.
Zu kostbar für ein Leben, das wir nur überleben.
Vielleicht ist genau das Selbstliebe.
Nicht Kerzen, nicht Affirmationen und nicht perfekte Morgenroutinen.
Sondern die Entscheidung, sich selbst nicht länger aufzugeben.
Weil das Leben endlich ist.
Und weil du es wert bist, wirklich zu leben.
Heute wähle ich mich.
Nicht aus Egoismus.
Sondern aus Respekt vor der Zeit, die mir geschenkt wurde.