15/06/2020
Was wissen wir eigentlich wirklich? Und wozu haben wir lediglich eine Meinung?
Meine Arbeit mit "klären & lösen" basiert u.a. auf der wissenschaftlichen Disziplin Wissensmanagement. Dabei geht es, sehr kurz gesagt, darum, Wissen und die verschiedenen Arten des Nichtwissen zu unterscheiden.
Wenn wir uns im Alltag unterhalten, ist unsere wirkliche Wissensbasis oft gering. Die Meinungsbasis umso höher. Hätten wir zu etwas keine Meinung, würde unsere Umwelt uns möglichweise als etwas beschränkt wahrnehmen.
"Meinungen zu haben, bedeutet über sein bekanntes Wissen zu reden anstatt über sein bekanntes Unwissen. Heute drängt dich alles und jeder dazu, eine eigene Meinung zu haben. Über möglichst jedes politische Thema, jeden Kinofilm, jede Netflix-Serie, jeden Trend und jede Person solltest du eine Meinung haben. Positioniere dich zu dem tagesaktuellen Geschehen! Beim Abendessen mit der Familie, auf Facebook, Instagram, Twitter, beim Feierabendbier oder Grillabend. Denn das ist es, was du bist: ein Haufen Meinungen. Je mehr desto besser, interessanter, kantiger und mutiger. Du musst wissen, was du weißt, der Rest scheint erstmal egal.
Klingt übertrieben? Hier ein kleiner Test: Sage bei einem kontroversen Thema ehrlich und aufrichtig, dass du keine Meinung hast, dass du etwas nicht weißt. „Ich weiß nicht, wie man mit der Immigration, Abtreibung oder Transsexualität umgehen sollte, wie das Steuersystem zu gestalten sei“ und so weiter und so fort. Dir wird eine Welle der Entrüstung entgegenkommen."
Ständig tauschen wir Meinungen aus. Dabei haben wir doch meistens keine Ahnung. Was ist die Alternative?