27/08/2026
Eine Labrador-Dame mit besonderem Auftrag 🐶
Ein Würfel, ein Becher, ein Ball und ein kleiner Buzzer liegen auf dem Hundeplatz. Für Lotte sind es keine gewöhnlichen Gegenstände. Die zweieinhalbjährige Labrador-Hündin soll lernen, sie gezielt mit der Nase zu bewegen. „Stupsen“ heißt die Übung, die an diesem Sonntag auf dem Ausbildungsplan steht. Und Lotte macht ihre Sache bereits ziemlich gut. Gemeinsam mit ihrer Besitzerin Jule Gesenhues absolviert die Hündin eine Ausbildung zur tiergestützten Intervention (TGI).
Erzieherin Gesenhues ist seit über einem Jahr in dem Fachbereich der Wald- und Naturkindergärten der AWO Obertshausen tätig und wird im kommenden Jahr die Führung der gerade entstehenden naturnahen Hauskita „Am Kreuzloch“ übernehmen.
Den theoretischen Teil einschließlich Sachkundeprüfung hat Gesenhues bereits erfolgreich abgeschlossen. Dabei ging es unter anderem darum, wie Hunde kommunizieren und Stressfaktoren zu erkennen, aber auch, welche Hygiene- und Sicherheitsregeln gelten und wie lange ein Tier belastet werden darf. Das Wissen um Pausen und den geeigneten Rückzugsort gehören ebenfalls zum Ausbildungskonzept.
Beim „Stupsen“ lernen die Hunde beispielsweise, einen Gegenstand gezielt mit der Nase zu bewegen. Im späteren Kita-Alltag könnte daraus ein kleines Lernspiel werden: Lotte stupst einen großen Würfel aus der Hand eines Kindes, anschließend zählen die Kinder gemeinsam die oben liegenden Punkte. „Wie ein gutes Handwerkszeug, das ich immer dabei habe, begleitet mich mein Hund im Einsatz “, beschreibt Heike Brinkmann die Idee hinter der tiergestützten Intervention. Die Leiterin der Hundeschule Good Dogs in Heusenstamm hat gemeinsam mit ihrer Trainerin Katrin Debus die Ausbildung aufgebaut. Sie richtet sich unter anderem an Erzieherinnen und Erzieher, Pädagogen und Therapeuten sowie an Menschen, die mit älteren Personen arbeiten. Der Hund wird dabei gezielt eingesetzt, um beispielsweise motorische oder kognitive Fähigkeiten zu fördern. „Dadurch können Ängste überwunden werden. Kinder entwickeln Vertrauen und lernen, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Brinkmann. Voraussetzung sei allerdings, dass auch die Kinder Regeln einhalten.
Dass Hunde im Umgang mit Menschen viel bewirken können, weiß auch Katrin Debus aus eigener Erfahrung. Debus erinnert sich an Kinder, mit denen sie in ihrer früheren Arbeit zu tun hatte und bei denen der Kontakt mit einem Hund erstaunliche Veränderungen bewirkte. „Manchmal kann allein die Anwesenheit eines Hundes dazu beitragen, dass ein Kind ruhiger wird, Vertrauen fasst oder sich öffnet“, sagt Debus.
Weitere Infos über das Konzept der Wald- und Naturkindergärten der AWO Obertshausen sowie über freie Plätze gibt es auf der Homepage www.waldkindergarten.awo-obertshausen.de sowie bei der AWO Obertshausen unter Telefon: 06104 95364436.