17/12/2020
EIN HILFERUF FÜR DIE GASTRONOMIE UND HOTELLERIE - BITTE TEILEN.
EIN HILFERUF FÜR DIE GASTRONOMIE UND HOTELLERIE - BITTE TEILEN
Liebe Politik,
Unser Haus besteht seit 1764, also bereits seit über 250 Jahren. Ich führe den „Engel“ bereits in 9. Generation, meine Tochter und Schwiegersohn sind bereits seit 2010 mit im Unternehmen.
Unsere jetzigen Perspektiven sind allerdings in einem nie erlebten Ausmaß schwierig.
Die Regierung schließt unseren Restaurant-Betrieb, Feierlichkeiten und Familienfeste, die einen großen Teil unseres Restaurantumsatzes ausmachen, sind verboten und das seit fünf Wochen und nun, mindestens noch weitere zwei. Ein Ende ist nicht in Sicht!
Das Hotel darf nur für geschäftlich Reisende vermietet werden, jedoch geht da die Anzahl gegen Null. Wir haben unseren Standort in einem touristischen Urlausort und leben von Gästen, die den Schwarzwald und unsere einzigartige Genussregion entdecken und erleben wollen.
In den letzten zehn Jahren haben wir gemeinsam mehrere Millionen Euro investiert und unseren „Engel“ nahezu komplett renoviert. Wir gehen mit der Zeit, machen unseren Betrieb zukunftsfähig und investieren immer in das, was gerade notwendig ist. Daher haben wir leider keine Rücklagen zu verzeichnen. Wir sind ein gesundes sowie wachsendes Unternehmen und machen seit vielen Jahren nur Gewinne, die wir immer in Reparaturen reinvestieren. Hotelzimmer und öffentliche Bereiche werden stark abgenutzt und müssen immer Instand gehalten werden.
Wir haben ab dem ersten Tag vorbildlich reagiert und das Haus sofort in den Shutdown versetzt, um jeden Euro zu sparen. Wir haben 46 Mitarbeiter, für die und deren Familien wir Verantwortung tragen. 27 Mitarbeiter sind zu 100% in Kurzarbeit, Azubis müssen wir seither bezahlen und beschäftigen. Mit unseren Aushilfen haben wir eine Vereinbarung über das Ruhen des Arbeitsverhältnisses.
Wir haben ein Mitarbeiter-Team auf das wir sehr stolz sind und für das wir alles versuchen, damit auch sie diese Krise finanziell und psychisch überstehen. Viele unserer Mitarbeiter arbeiten seit 10, 15, 20, 30, ja sogar über 40 Jahre bei uns. Keinen möchten wir missen. Wir sind eine „Engel“-Familie! Wir stehen im ständigem Kontakt, tauschen uns aus, wir informieren uns bei der Dehoga und geben jegliche Hilfestellung an weiter.
Unser Geschäft, und hier spreche ich für alle Gastronomen und Hoteliers, ist von 100 auf Null weggebrochen. Und das wird sich nur langsam und schleppend wieder erholen. Wie sollen wir das schaffen? Das können wir über diese lange Zeit nicht auffangen. Wir bieten einen Takeaway Service auf´s Wochenende an, der auch sehr gut ankommt, aber das ist leider auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das ist lediglich Beschäftigungstherapie für unsere Familie.
Wir brauchen JETZT IHRE HILFE!
Wir haben noch nie Hilfe vom Staat gefordert, aber jetzt sind wir diejenigen, die völlig unverschuldet alles verlieren werden.
Sie haben Banken gerettet, die selbst schuld waren und zu hoch gepokert haben! Sie haben die Autoindustrie gerettet und eine Abwrack-Prämie ins Leben gerufen! Sie haben schon viele andere große Firmen in Krisen gerettet!
Jetzt sind wir dran! Wir sind nicht groß, aber wir sind viele, viele Gastronomen und Hoteliers! Und wir tragen keine Schuld. Wir haben keine unternehmerischen Fehler gemacht!
Wir brauchen Ihre Hilfe in Form eines Rettungs- und Entschädigungsfonds und die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes.
Die bislang getroffenen Maßnahmen der Bundesregierung sowie der Landesregierungen sind ein erster Schritt. Doch leider reicht das nun definitiv nicht mehr aus. Wir brauchen auch keine Kredite, die wir mit 3% Zins wieder zurückzahlen müssen. Von welchem Mehr-Umsatz bitte sollen wir dies erwirtschaften?
Bitte lassen Sie uns nicht im Stich!
Wir möchten Sie gerne wieder einmal bei uns verwöhnen dürfen und hoffen, dass es uns dann noch gibt. Denn wir sind Gastgeber mit Herz und Hand und möchten den „Engel“ aus dieser schweren Zeit auf weitere Jahre weiterführen.
Bleiben Sie gesund.
Kulinarische Grüße aus dem „Engel“ in Sasbachwalden,
Ihre Gastgeberfamilien
Herbert Decker
Christine & Christian Mamber
Wir bitten alle, auch im Namen vieler Kollegen, diesen Brief zu teilen - vielen Dank für die Unterstützung!