14/04/2026
Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Schwesig, Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz ‼️
ich schreibe heute nicht nur als Geschäftsführer, sondern als jemand, der täglich erlebt, wie ein ohnehin belastetes System an seine Grenzen stößt und darüber hinaus.
Die steigenden Kraftstoffpreise treffen uns mit voller Wucht. Unsere Mitarbeitenden sind jeden Tag unterwegs, um Menschen zu versorgen, die auf Hilfe angewiesen sind. Diese Fahrten sind keine Option, sie sind unsere Pflicht. Doch diese Pflicht wird zunehmend zur finanziellen Zerreißprobe.
Was dabei oft vergessen wird:
Hinter jedem Pflegedienst stehen nicht nur Unternehmen, sondern auch Familien.
Unsere Mitarbeitenden sind Mütter, Väter, Menschen, die selbst jeden Euro umdrehen müssen. Viele von ihnen sind bereits am Limit, machen Überstunden und sind kaum noch bei ihren Familien. Manche fahren jeden Tag über 50 Km um an ihren Arbeitsplatz zukommen und können sich das fahren nicht mehr leisten. Und wir als Unternehmen stehen zwischen allen Fronten.
Die Maßnahmen der Bundesregierung empfinden wir nicht als Hilfe, sondern als Verlagerung der Verantwortung:
Woher soll das Geld kommen, um Mitarbeitenden 1.000 € auszuzahlen?
Welche ambulanten Pflegedienste verfügen aktuell über solche finanziellen Reserven?
Eine Entlastung von rund 0,17 € brutto pro Liter Kraftstoff ist für einen fahrintensiven Bereich wie die ambulante Pflege kaum spürbar. Gleichzeitig steigen unsere Kosten täglich weiter.
Es entsteht der Eindruck, dass Unternehmen die Versäumnisse der Politik ausgleichen sollen. Doch das ist weder realistisch noch gerecht.
Es kann nicht sein, dass Unternehmer für politische Unzulänglichkeiten bestraft werden.
Wenn diese Entwicklung so weitergeht, werden die Folgen dramatisch sein:
- Pflegedienste werden gezwungen sein, Leistungen einzuschränken
- Patienten bleiben unversorgt
-Angehörige – ohnehin oft am Limit – werden zusätzlich belastet
-Mitarbeitende verlassen frustriert den Beruf
- Insolvenzen werden zunehmen
Und am Ende steht eine Frage, die uns alle betrifft, wer kümmert sich noch um die Menschen, wenn die ambulante Pflege zusammenbricht?
Wir reden hier nicht über ein Randproblem – sondern über die Versorgung unserer Eltern, Großeltern und Mitmenschen.
Ich appelliere eindringlich an Sie, erkennen Sie die Dramatik der Situation und handeln Sie jetzt.
Wir brauchen:
1. eine echte, spürbare finanzielle Entlastung für ambulante Pflegedienste
2. kurzfristige und flexible Anpassungen der Vergütungssysteme
3. politische Entscheidungen, die Verantwortung übernehmen, statt sie weiterzugeben
Die Zeit für Diskussionen ist vorbei.
Was wir jetzt brauchen, sind konkrete Lösungen ‼️‼️Manuela Schwesig Bundespräsident Frank-Walter SteinmeierFriedrich Merz