04/01/2021
„Kommunikationsteam, bitte übernehmen Sie“, das hat man in den vergangenen Monaten auch hier eher selten gehört. Alle waren viel zu beschäftigt, sich auf die Pandemie einzustellen und ihr nach Möglichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Kommunikation war erstmal kein Thema.
Als die Pandemie fortschritt, kam es zum ersten Lockdown, und das Wort Homeoffice ging von heute auf morgen in den allgemeinen deutschen Sprachgebrauch über. Aber, wie denn nun kommunizieren? Ach ja, da gab es doch Skype, das kaum genutzt wurde, weil es nicht sooo zuverlässig war. Aber wir mussten rasch lernen und konstruktiv sein, also haben wir uns sehr schnell an die Alternativen zur alltäglichen Bürokommunikation gewöhnt.
Auch wenn Anfang des Jahres 2020 nahezu jeder Berufstätige und ausnahmslos jeder Schüler keine Vorstellung von Videkonferenzen, E-learning und der entsprechenden Handhabung hatte, so war man bis zur Jahresmitte völlig eingespielt.
Und, oh Wunder: Wir konnten endlich effektiv kommunizieren, auch ohne jemanden neben uns sitzen zu haben. Wir konnten unsere Kommunikation in ungeahnter Weise managen, waren nicht mehr ständig auf „Sendung“, sondern konnten selbst entscheiden, wann wir mit wem sprechen wollten. Im Büro zu Hause herrschte plötzlich Ruhe anstatt ständiger Störungen, wie man sie aus dem Büro kannte.
Und, ganz im Ernst: Wer kann sich heute noch vorstellen, morgens um halb acht zur Straßenbahn zu laufen, dann zum Bahnhof zu fahren, um dort in den Zug zu steigen, der nur zehn Fußminuten vom Arbeitsplatz entfernt anhält. Stattdessen frühstückt man um acht und schaut gegen halb neun auf die Uhr, schaltet den Computer an, liest die neuen Mails und bereitet sich noch schnell auf die erste Telco um neun Uhr vor...
Paradiesische Zustände!
Tja, Kommunikation ist schon etwas Wunderbares, aber alles zu seiner Zeit.