31/08/2026
Vielleicht haben wir Führung inzwischen mit Harmonie verwechselt.
Eine gute Führungskraft soll wertschätzend sein. Klar. Aber daraus ist stellenweise die Vorstellung entstanden, Führung müsse sich für Mitarbeiter möglichst angenehm anfühlen. Viel Lob, wenig Reibung, Kritik bitte vorsichtig dosieren.
Nur funktioniert Führung so?
Im Gespräch mit Jenna van Houten sprechen wir darüber, wie stark sich die Erwartungen an Arbeit verändert haben. Geld und Status spielen weiterhin eine Rolle. Gleichzeitig sind Sinn, Selbstverwirklichung und die persönliche Qualität der Arbeit deutlich wichtiger geworden.
Das verändert auch Führung.
Für mich bleibt dabei eine Frage zentral. Bedeutet ein guter Arbeitsplatz tatsächlich, dass Mitarbeiter möglichst selten mit unangenehmem Feedback, klaren Erwartungen oder Kritik konfrontiert werden?
Ich glaube, dass wir uns damit keinen Gefallen tun.
Menschen brauchen Wertschätzung. Sie brauchen genauso Klarheit darüber, was gut läuft, was nicht reicht und was von ihnen erwartet wird.
Ein Job kann Freude machen und trotzdem fordern. Vielleicht gehört genau das sogar zusammen.
Wie erlebt ihr das in euren Unternehmen?