Mittelstand hautnah Podcast

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Der Podcast für Entscheider im Mittelstand. Persönlich. Relevanzstark. Praxisnah.

Meine Mission: Unternehmern und Organisationen dabei helfen, eine wirtschaftlich sinnvolle Kundenzentrierung zu etablieren und echte Kunden-Mehrwerte zu kommunizieren. Dabei werden Prozesse im Vertrieb- und Marketing optimiert und digitalisiert ohne die analoge Bodenhaftung zu verlieren.

31/08/2026

Vielleicht haben wir Führung inzwischen mit Harmonie verwechselt.

Eine gute Führungskraft soll wertschätzend sein. Klar. Aber daraus ist stellenweise die Vorstellung entstanden, Führung müsse sich für Mitarbeiter möglichst angenehm anfühlen. Viel Lob, wenig Reibung, Kritik bitte vorsichtig dosieren.

Nur funktioniert Führung so?

Im Gespräch mit Jenna van Houten sprechen wir darüber, wie stark sich die Erwartungen an Arbeit verändert haben. Geld und Status spielen weiterhin eine Rolle. Gleichzeitig sind Sinn, Selbstverwirklichung und die persönliche Qualität der Arbeit deutlich wichtiger geworden.

Das verändert auch Führung.

Für mich bleibt dabei eine Frage zentral. Bedeutet ein guter Arbeitsplatz tatsächlich, dass Mitarbeiter möglichst selten mit unangenehmem Feedback, klaren Erwartungen oder Kritik konfrontiert werden?

Ich glaube, dass wir uns damit keinen Gefallen tun.

Menschen brauchen Wertschätzung. Sie brauchen genauso Klarheit darüber, was gut läuft, was nicht reicht und was von ihnen erwartet wird.

Ein Job kann Freude machen und trotzdem fordern. Vielleicht gehört genau das sogar zusammen.

Wie erlebt ihr das in euren Unternehmen?

22/08/2026

Ein Unternehmen kauft Pflanzen für die Büros. Schöne Töpfe, liebevoll eingetopft, übers Wochenende hingestellt. Am Montag: keine Reaktion. Nach drei Wochen ist die Hälfte vertrocknet. Die Geschäftsführung war sauer. Verständlich. Aber die eigentliche Frage ist nicht, warum sich niemand gekümmert hat. Die Frage ist, warum jemand erwartet hat, dass sich jemand kümmert, ohne jemals gefragt worden zu sein.

Menschen übernehmen Verantwortung für Dinge, an denen sie beteiligt waren. Nicht für Dinge, die ihnen hingestellt werden. Das gilt für Pflanzen. Für Teamkleidung. Für Software-Einführungen. Für Strategien, die in Klausuren entwickelt und dann als fertige Folie präsentiert werden.

Wolfgang Gehrer nennt das Verhaltensarchitektur. Er war selbst lange im Marketing eines KMU und kennt die Innenperspektive, die viele externe Berater nicht haben. Heute zeigt er Unternehmen, wo die eigentlichen Hebel liegen, und warum die meisten davon kein Budget brauchen, sondern einen anderen Blickwinkel auf das Problem.

Ein Flughafen verlängert den Weg zum Gepäckband, und die Beschwerden verschwinden. Ein Anmeldeformular reduziert die Optionen von acht auf zwei, und die Abschlüsse steigen um 30 Prozent. Ein gebrauchtes Auto bekommt einen Namen, und es verkauft sich ohne Preisverhandlung. Die wirksamsten Veränderungen kosten oft fast nichts. Aber sie erfordern, dass jemand bereit ist, das Problem von der anderen Seite zu betrachten.

Darüber habe ich mit Wolfgang Gehrer im Mittelstand hautnah Podcast gesprochen. Zu hören überall, wo es gute Podcasts für den Mittelstand gibt.

13/08/2026

Reverse Mentoring für gestandene CEOs? Was haltet ihr davon?

13/08/2026

**Wie sichert ein mittelständisches Unternehmen Erfahrungswissen, bevor langjährige Mitarbeiter in Rente gehen? Was unterscheidet dokumentiertes Wissen von Erfahrungswissen und warum ist genau das der blinde Fleck vieler Unternehmen?** **Welche Rolle spielen KI-gestützte Interviews und Lernplattformen beim Wissenstransfer im Mittelstand?**

56 Prozent der Belegschaft sind über 50. Bei der ITV GmbH in Bielefeld ist das keine Statistik, sondern ein konkreter Handlungsdruck. Stefanie Bindzus, Geschäftsführerin in zweiter Generation, hat sich dieser Zahl gestellt – und angefangen, bevor es zu spät ist.

Im Gespräch mit Christian Rahn beschreibt sie, warum klassisches Wissensmanagement zu kurz greift. Arbeitsanweisungen und Handbücher dokumentieren, was jemand tut. Aber nicht, warum. Nicht das Bauchgefühl bei Lieferantenverhandlungen, nicht die Abkürzungen im ERP-System, nicht die stillen Warnsignale, die nur erkennt, wer seit 20 Jahren dabei ist. Stefanie nennt es Erfahrungswissen – und genau das droht zu verschwinden.

ITV geht das Problem pragmatisch an: mit geführten Interviews, KI-gestützter Aufbereitung und einer Lernplattform, die Wissen in kurze, mobile Einheiten zerlegt. Begleitet wird der Prozess von der Agentur Rinker und Rinker, die auf Wissensmanagement spezialisiert ist. Der erste große Testfall: die Übergabe der Einkaufsleitung – eine strategisch zentrale Position.

Gleichzeitig verändert sich, wer künftig dieses Wissen aufnehmen soll. Durch ein Reverse Mentoring hat Stefanie ihren Blick auf jüngere Generationen geschärft. Ihre Erkenntnis: Die Einarbeitungszeit muss kürzer werden, weil die Verweildauer kürzer wird. Wer drei bis vier Jahre bleibt statt 25, braucht schneller Zugang zu dem, was funktioniert.

Das Gespräch zeigt: Wissenstransfer ist kein IT-Projekt. Es ist eine Führungsaufgabe, die Unternehmenskultur, Generationenverständnis und technologische Offenheit zusammenbringt.

05/08/2026

**Warum scheitern strategische Projekte im Mittelstand? Wie lassen sich Strategie und Tagesgeschäft miteinander vereinbaren? Und weshalb reichen Methoden wie OKRs oder Scrum allein oft nicht aus?**

Genau darüber spricht Christian Rahn mit Simon Wondracek. Strategische Ziele scheitern selten am Willen. Sie scheitern daran, dass etablierte Unternehmen für das Tagesgeschäft gebaut sind und Strategiearbeit andere Bedingungen braucht. Genau dort setzt Simon Wondracek an: In der Praxis erlebt er Unternehmen, die operativ stabil laufen, aber bei Vorhaben, die wirklich etwas verändern sollen, zuverlässig ins Stocken geraten.

Im Gespräch wird deutlich, warum „das Tagesgeschäft frisst alles“ nur die Oberfläche ist. Dringlichkeit fühlt sich zwingend an, Routine ist bequem und Veränderung ist unsicher. Dazu kommt ein struktureller Konflikt: Abteilungen sind für Wiederholung und Qualität optimiert, nicht für bereichsübergreifende Veränderung. Sobald strategische Ziele mehrere Bereiche betreffen, etwa einen neuen Markt, ein neues Produkt, einen ERP-Wechsel oder den Einsatz von KI, reichen klassische Linienstrukturen nicht mehr aus.

31/07/2026

80 Prozent der mittelständischen Unternehmen arbeiten in der Buchhaltung noch nicht wirklich digital. Belege werden gesammelt, Monatsabschlüsse kosten Nerven, und der Steuerberater bekommt seine Unterlagen oft Wochen zu spät. Tobias Janiesch verantwortet das Deutschlandgeschäft von Pennylane – einer Plattform, die Unternehmen und Steuerkanzleien auf ein gemeinsames System bringt. Im Gespräch wird deutlich: Die eigentliche Veränderung liegt nicht in der Software, sondern im Prozess dahinter.

Wer Buchhaltung digitalisiert, gewinnt nicht nur Zeit. Er gewinnt Überblick – über Liquidität, offene Posten, Umsatzsteuer. Und er verändert die Rolle der Finanzabteilung: weg vom reinen Ausführungsorgan, hin zu einer Funktion, die strategisch mitdenken kann. Gerade für kleinere Unternehmen, die bisher alles nebenbei erledigen, ist das ein relevanter Hebel.

Gleichzeitig zeigt das Gespräch, wo die Stolperfallen liegen: bei der Migration, bei doppelten Datenbeständen, bei Mitarbeitern, die nicht mitgenommen werden. Und bei der Frage, wie viel Kontrolle man abgeben will – und wie viel man durch Automatisierung tatsächlich zurückgewinnt.

Takeaways

- Rund 80 Prozent der Unternehmen arbeiten in der Buchhaltung noch nicht digital
- Zeitersparnis von 30 bis 40 Prozent ist realistisch messbar
- Steuerberater und Unternehmen sollten gemeinsam ein System wählen
- Digitale Freigabeprozesse ersetzen den ausgedruckten Rechnungsstapel
- KI erkennt Anomalien bei Rechnungen und schützt vor Fake-Belegen
- Migration braucht Struktur – nicht alles auf einmal umstellen
- Mitarbeiter früh einbinden, sonst scheitert die Akzeptanz

Unser Gast

Tobias Janiesch ist Managing Director von Pennylane Deutschland und verantwortet den Aufbau sowie die Expansion des Unternehmens im deutschen Markt. Zuvor war er in verschiedenen Führungsrollen im Tech-Umfeld tätig und beschäftigte sich insbesondere mit der Skalierung digitaler Produkte sowie der Transformation etablierter Branchen. Bei Pennylane treibt er die Vision voran, KMU und Steuerberatungen in einem gemeinsamen digitalen Arbeitsbereich in Echtzeit zusammenzubringen. Zuvor war er u.a. für SumUp, Groupon und Rocket Int

22/07/2026

Willst du Verantwortung übernehmen oder Erwartungen erfüllen?

Am Anfang fühlt sich beides gleich an. Aber es ist ein fundamentaler Unterschied. Und er entscheidet darüber, ob eine Unternehmensnachfolge trägt oder irgendwann bricht.

Sina Thomas hatte einen Plan. VWL-Studium, Einstieg ins Familienunternehmen, gemeinsam mit dem Ehemann die Eltern ablösen. Klassisches Modell, nächste Generation.

Dann ist der Plan zerbrochen. Trennung. Kein Duo mehr. Kind, drei Jahre alt. Und eine Firma mit Mitarbeitern, deren Existenzen an Entscheidungen hängen, die jetzt nur noch eine Person treffen muss.

Sie hat nicht aufgehört. Sie hat einen Neubau durchgezogen, das Team verdoppelt, den Umsatz auf zehn Millionen gebracht. Nicht weil alles glatt lief, sondern weil sie sich entschieden hat.

Was mich an ihrer Geschichte beschäftigt: Nachfolge wird oft erzählt wie ein Staffellauf. Stab übergeben, weiterlaufen. In Wirklichkeit ist es häufiger ein Moment, in dem du allein stehst und entscheiden musst, ob du losläufst ohne zu wissen, ob die Strecke überhaupt noch die gleiche ist.

🎙 Die ganze Geschichte in der neuen Folge Mittelstand hautnah.

16/07/2026

Was bietet dein Handwerksbetrieb zukünftigen Azubis?

15/07/2026

Handwerksbetriebe, die über Nachwuchsmangel klagen, haben oft ein gemeinsames Problem: Sie sind unsichtbar. Kein Webauftritt, kein Social Media, keine Antwort auf die Frage, warum ein junger Mensch ausgerechnet bei ihnen anfangen sollte.

Louis Baureis kennt beide Seiten. Nach drei Jahren im Konzern-Außendienst ist er als Quereinsteiger in die Schreinerei seines Vaters eingestiegen – einen Familienbetrieb mit über 40 Jahren Geschichte, zehn Mitarbeitern und null digitaler Präsenz. Was folgte: Diskussionen über Investitionen, eine neue Website, erste Werbekampagnen und ein Umdenken, das nicht über Nacht kam.

Im Gespräch mit Christian Rahn erzählt Louis, wie er das Vertrauen seines Vaters gewonnen hat, warum ein einziger Online-Kunde knapp 100.000 Euro Umsatz gebracht hat und weshalb der Meisterbrief trotz aller Hürden seine Berechtigung hat.

**Gast:** Louis Baureis – Schreinerei Baureis, Viernheim

15/07/2026

Warum lohnt es sich ins Handwerk zu gehen?

Adresse

Ratingen
40885

Öffnungszeiten

Montag 10:00 - 17:00
Dienstag 10:00 - 17:00
Mittwoch 10:00 - 17:00
Donnerstag 10:00 - 17:00
Freitag 10:00 - 17:00

Telefon

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