29/02/2024
Zu "nett"?
Vor einigen Jahren habe ich von einem Kollegen die Rückmeldung erhalten: "Du bist halt ein netter Mensch".
Das war in einer schwierigen Zeit, in der ich das Gefühl hatte, irgendwie nicht genügend zurückzubekommen.
Dieses "nett" lag mir dann noch Tage lang quer im Magen.
Ja, ich bin ein netter Mensch.
Und ich glaube auch nicht, dass man ein A... sein muss, um an sein Ziel zu gelangen. (Das war doch jetzt sehr nett von mir, dass ich Ar*****ch nicht ausgeschrieben habe, oder? 😉
Nur zu viel Nettigkeit kann zu Nachteilen führen und sogar schädlich sein.
Es wird einem zu wenig Respekt entgegengebracht, man wird ausgenutzt und erreicht möglicherweise nicht das Maß an Erfolg, das man sich erhofft, da man sich zu wenig durchsetzt.
Heute habe ich für mich einen ganz guten Weg gefunden, mich nett durchzusetzen - ja, das geht auch!
Das damalige Feedback war wichtig, hat es mir doch die zwei Seiten des Nettseins klar gemacht.
Es geht darum, es nicht zu übertreiben, ansonsten wird man überangepasst und schafft sich Abhängigkeiten durch andere.
Hier sind 5 Aussagen, falls Du Dich einmal selbst überprüfen willst, ob Du es vielleicht auch manchmal mit Deiner Nettigkeit etwas übertreibst:
⁉️Anstatt auch mal ungehalten zu reagieren, schluckst du lieber deinen Ärger kurz runter, da Wut zu nichts Gutem führt. Freundlichkeit öffnet alle Türen.
⁉️Anstatt rechtzeitig zu unterbrechen, hörst du weiter zu, selbst wenn ein Gespräch bereits zu lange dauert, wie etwa wenn den Kollege vom Urlaub erzählt und das Telefonat sich hinzieht.
⁉️Anstatt ein Lob bei dir ankommen zu lassen und dich zu bedanken, neigst du dazu, das Lob und deine Leistung klein zu reden. Lob anzunehmen fällt dir eher schwer.
⁉️Anstatt sich direkt zu wehren und zu kontern, sagst du nichts, um keinen zusätzlichen Ärger zu provozieren, da Schlagfertigkeit grundsätzlich nicht so dein Ding ist.
⁉️Anstatt weiter zu diskutieren und dich durchzusetzen, gibst du frühzeitig auf, nach dem Motto: "Der Klügere gibt nach".
Usw...
Ist manchmal gar nicht so einfach, sich das einzugestehen in der heutigen Zeit, wo anscheinend nur die Harten in den Garten kommen.
LG Thomas