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SCANS von Dokumenten sind heute viel besser möglich, als es etwa vor 20 Jahren der Fall war. In der Praxis ergibt sich o...
26/11/2024

SCANS von Dokumenten

sind heute viel besser möglich, als es etwa vor 20 Jahren der Fall war. In der Praxis ergibt sich oft das Problem, dass die alten Dokumente noch bis in die 1920er Jahre in FOLIO-Formaten vorliegen. Sie passen also nicht auf die handelsüblichen A4-Scanner. Einen A3-Scanner hat nicht jeder zur Hand und so weicht man nicht selten auf Freihand-Fotos aus, die in der Qualität aber meist nicht an gute Scans heranreichen.

Inzwischen sind die heutigen Kopiergeräte in guten Kopiergeschäften aber so gut, dass sie einen Scanner ersetzen können. Dazu möchte ich hier einen Tipp aus meiner Praxis geben: Bitte immer eine monochrome Pappe in A 3 auf die Dokumente legen vor dem Scannen. Am besten hat man eine eher in Graublau dabei, eine in Schwarz und eine in bräunlich. Man wählt die Farbe dann so, dass ein guter KONTRAST gegeben ist: ein klassisches eher geblich-braunes Dokument erfordert die graublaue Pappe ein bläulich-graues die beige-braune.

Der Scan sollte dann als BILDDATEI im Kopiergeschäft gespeichert werden, dann ist das Bearbeiten möglich, also nicht als pdf. Und nun kommt das Besondere: Auch mit einem einfachen Bildprogramm ist es dann am Rechner möglich, mittels des Werkzeugs "Flächen ausfüllen" (Symbol meist ein Eimer, der ausgegossen wird) den Hintergrund mit der Pappe weiß zu machen - und somit das alte Dokument mit allen seinen Ecken und krummen Rändern freizustellen.

Dann hat man in etwa die Qualität, wie es sie in sehr guten Publikationen schon seit vielen Jahrzehnten gab: Das alte Dokument "liegt" dann "wie in echt" auf der Seite, nicht so gerade beschnitten wie heute in vielen Chroniken der Fall. Die beiden Bilder stammen aus dem Stadtarchiv Rendsburg; sie sind in diesem Fall mit einem Digitalisierungsgerät aufgenommen, aber mit dem beschriebenen Verfahren mit Hintergrundpappe (meine Scans aus dem Kopierladen betreffen private Dokumente von Auftraggebern, daher hier nicht veröffentlichbar, das Ergebnis ist aber entsprechend!).

P.S. In paint.net heißt das Füllwerkzeug für den Hintergrund "Farbeimer". Wichtig ist die Einstellung der "Toleranz", die oben in der Werkzeugleiste dann angezeigt wird. Meist gehe ich von 20, 25 % aus. Verschiebt man auf weniger, bleiben Reste der Pappfarbe im Hintergrund. Verschiebt man zu stark nach oben, geht die Füllung mit Weiß in das Dokument hinein. Man muss jeweils ausprobieren, welche %-Zahl die beste ist.

Nur wenige Zeitgenossen wissen, wie eigentlich das Verfassen von Darstellungen zur Geschichte vor sich geht. "Schreiben"...
16/06/2022

Nur wenige Zeitgenossen wissen, wie eigentlich das Verfassen von Darstellungen zur Geschichte vor sich geht. "Schreiben" - da denken die meisten an den einsamen Schriftsteller in der Dachkammer, der aus seinem Genius heraus die Seiten füllt. Oder gar noch auf und ab wandelnd Gedanken sammelt und dann zu Papier bringt oder bringen lässt.

Das mag für Romane, Essays oder auch freie philosophische Texte so richtig sein. Für den Historiker ist es weitab von seiner Realität. Hin und wieder erlauben wir uns auch einmal das freie Schreiben. Für Chroniken und Darstellungen ist es aber in der Regel unabdingbar, ganz eng an den Quellen zu schreiben, diese auswertend, zitierend, zusammenfassend, - wenn es gut geht dann in einer solchen Verdichtung, dass die Quellen selber sprechen.

Hier kommt dann oft ein weiteres Klischeebild hervor: der Gelehrte, der mit der Lupe ein Dokument entziffert und einfach abschreibt. Ja, das gibt es, natürlich baut man in eine Darstellung immer auch einmal Abschriften von Urkunden und Quellen ein. Aber in den meisten Arbeiten wäre es nicht möglich, alle Quellen zu edieren - für die Sparkasse aktuell habe ich Tausende Archivaufnahmen gemacht, da würden die Leser ertrinken in Quellen.

Es geht also nur so, dass man zu einem Thema jeweils die Quellen beisammen hat - und dann diese zusammenfassend zur Darstellung bringt, hier und da ein Zitat und eine Abbildung eingestreut, natürlich. Dieses "Zusammenfassen" wiederum stellen sich viele zu einfach vor. Mal eben Unterlagen aus 4 Archivbeständen zusammenfassen, klar, machen Sie mal eben. Das ist nicht anders als wenn handwerkliche Laien der Meinung sind, einen Motor auszutauschen geht doch ganz einfach, raus, neuer rein, fertig, zack. Oder ein Haus zu bauen, zack fertig.

So ist natürlich die Realität weder im Handwerk noch im Erstellen einer historischen Darstellung, wenn diese Hand und Fuß haben soll. Da bleibt bei komplexen Themen mit Akten aus verschiedenen Beständen nur eines: zu einem Thema alle relevanten Aktenbestände einzeln duchsehen und excerpieren. Da die Bestände in der Regel miteinander KORRESPONDIEREN - Bestandsbildner A schreibt an B, C ist auch involviert, Konzept in A, Original in B, Kommentar in C, D ist auch noch beteiligt etc. pp. - mache ich das in der Regel so, dass ich jeden Bestand durchsehe und von den relevanten Dokumenten notiere:

1. Datierung
2. Wer schreibt an wen
3. Original/ Konzept
4. kurze Notiz zum wesentl. Inhalt.

Es kann sein, dass es noch effektiver wäre, das alles in einer Datenbank einzutragen - allerdings habe ich mich dazu noch nicht entschließen können, ich verliere dann die einfache und unkomplizierte Übersicht, die mir handschriftliche Notizen - schön wie seit Studientagen in 3 Spalten in einem zusammengehefteten A4-Heft - immer gewähren.

Denn wenn die aktengebundenen Excerpte in dieser Art dann vorliegen zu einem Thema - dann nehme ich einen Farbstift - das Augenfällig-Sinnliche ist immer hilfreich - und numeriere chronologisch aus allen Beständen - dann zeigt sich zwanglos wie der Zusammenhang ist - z.B. erstes Dokument vom 3.2.1899 aus der Akte A - bekommt die No. 1 in grün - oh schau, in Akte C gibt es das Original vom selben Datum, bekommt ebenfalls die No. 1 in grün verpasst - die Antwort auf No. 1 findet sich in Akte B, der Anhang dazu im Hausarchiv Akte D etc. pp.

So erschließt sich der Zusammenhang der Dokumente über die Bestandsgrenzen hinweg strukturell-sinnlich in einfacher Weise und man kann an dieser Schiene entlang dann endlich in das freie Verfassen kommen, erst dann ist die Grundlage gelegt, die Vorgänge lebendig darzustellen, dabei natürlich auch zu interpretieren und einzuordnen.

Das alles läuft durchaus mit digitaler Stützung - aus der Recherchephase habe ich die meisten Akten digital auf dem Rechner, die meisten auch verarbeitet und schon vorverdaut sozusagen in Dokumentationen als pdfs. Daneben gibt es aus dem Hausarchiv vieles in Original zur Hand, außerdem Handbücher und Literatur griffbereit. Inzwischen geht es gar nicht mehr ohne die 3 Monitore: in der Mitte mein Textdokument, links die Daten und Fotos aus den Archiven, die ich wunderbar heranzoomen und dann leicht lesen kann - rechts die schon erstellten und pdfs der Dokumentationen.

So vergehen mitunter einige Tage mit frischen Excerpten, bis man als Historiker an das eigentliche Schreiben zu einem Thema gehen kann. Und von solchen Themen gibt es in einem Kapitel, wie aktuell zB das zur Epoche 1867 bis 1923 - nicht wenige. Aktuell z.B. die Erlangung der "Mündelsicherheit",- die sich mit Vorakten von 1900 bis 1907 hinzog und die damaligen Gemüter sehr bewegte, drängte sie doch die Spar- und Leihkasse in Rendsburg damals in engere Verbindung zur Stadt. Die Sache ging bis nach Schleswig und es fuhren sogar mehrmals Delegationen nach Berlin, wo man im Innenministerium die Rendsburger Sparkasse schon gut kannte.

Ein gut gemachtes "Zusammenfassen" kann wie dargelegt also nur auf dem beschriebenen Wege einer systematischen Quellenanalyse und -zuordnung beruhen; - so wie ein funktionierendes Haus oder Auto nur auf präzisen Vorarbeiten und fertig zubereiteten Bauteilen, die man dann zusammenfügen kann. Mir scheint, es dürfte gern mehr Historiker:innen geben, die nach einem Studium dieses Handwerk lernen und ergreifen. Der Bedarf ist groß.

20/09/2021

Es ist ein wenig peinlich, dass ich erst nach über 20 Jahren im Beruf gelernt habe, wie man EMAILS als pdf abspeichern kann. Einfach auf "Drucken" gehen, dann anstelle seines Druckers "als pdf speichern" auswählen, Speicherort bestimmen, fertig ist ein wunderbares pdf der Email.

Ich bin wie wohl die meisten meiner Generation in die Nutzung von Emails und PCs nach und nach hereingewachsen, Learning by doing, vieles auch mittels Tipps der PC-Spezialisten, die es schon in den frühen 90ern immer gab. Hier und da wäre ein Kurs sicher hilfreich gewesen (zB für Datenbanken mit Access). Aber was solls, inzwischen arbeite ich mit 3 Monitoren und die meisten Dokumente habe ich digital auf dem Rechner.

Sehr empfehlenswert auch ein professionelles Backup zur Datensicherung, kostet z.B. von Ashampoo nur um die 30 € und erspart umständliches Speichern von Hand, was unendlich mühsam ist, da ich oftmals viele Änderungen in ganz verschiedenen Ordnern habe.

Nach Rechnerwechsel nun mit Windows 10 arbeitend. Extrem lästig: die "neue" Fotoanzeige. Für meinen Beruf vollkommen unp...
16/06/2021

Nach Rechnerwechsel nun mit Windows 10 arbeitend. Extrem lästig: die "neue" Fotoanzeige. Für meinen Beruf vollkommen unpraktisch, da jegliches Heranzoomen erst umständlich über mehrere Mausclicks möglich. - - - Gesucht, gefunden, erfolgreich genutzt: der Trick wie unten verlinkt stellt tatsächlich die gute alte Fotoansicht von Windows 8 wieder her. Erleichtert meine Arbeit sehr, einfach zoomen klein oder groß über Maus und Rädchen möglich. Danke an das Team von CHIP !!!

Sie wollen unter Windows 10 wieder die alte Fotoanzeige benutzen? Kein Problem. Wir erklären Ihnen, wie Sie das an Ihrem Computer wieder einstellen können.

Gedanken beim Abschreiben eines Briefes aus der Zeit um `45 .....  warum heben immer mehr Familien ihre alten Briefe auf...
15/10/2020

Gedanken beim Abschreiben eines Briefes aus der Zeit um `45 .....

warum heben immer mehr Familien ihre alten Briefe auf? Vielleicht spüren sie, dass sie damit unersetzbare Zeugnisse in den Händen halten. Zeugnisse einer Zeit der handschriftlichen Kultur, in der bis in die sog. "einfachen" Kreise das Briefeschreiben üblich und verbreitet war. Diese Kultur begann in den höheren Ständen natürlich weit früher, um 1500, sickerte bis um 1800 nach und nach in bürgerliche Kreise, um dann um 1850 auch in Arbeiter- und Bauernkreisen üblich zu werden. Seit Einführung der Email und anderer digitaler Formen stirbt sie heute in rasendem Tempo aus. Es handelt sich also letztlich um einen begrenzten Zeitraum, im Kern so ungefähr von 1870 bis um 2000, aus dem die meisten Familien briefliche Überlieferung besitzen.

Immer mehr Menschen wird bewusst, dass sie damit etwas Kostbares in den Händen haben. Etwas das es vorher nicht gab - und seitdem kaum noch gibt. Man wird aus Sicht der Wissenschaft diese Epoche einmal als die der allgemein verbreiteten privaten Schriftlichkeit bezeichnen. Versetzen wir uns in eine Familie im Jahre 2100. Sie besitzt aus der Überlieferung vor 1900 nur sehr weniges, dann eine Sammlung von Briefen, Tagebüchern und anderen Dokumenten aus der benannten Zeit - - und dann wieder so gut wie nichts. Eine Prognose, die leider recht realistisch erscheint, und nachdenklich stimmt.

Ein neuer Kurs beginnt - - eine gute Gelegenheit für Einsteiger in die alte deutsche Schrift. "Sütterlin" I - die deutsc...
23/09/2020

Ein neuer Kurs beginnt - - eine gute Gelegenheit für Einsteiger in die alte deutsche Schrift. "Sütterlin" I - die deutsche Schreibschrift um 1900 - schreiben und lesen lernen - für Anfänger. Beginn Mitwoch, 21.102020, 16.30-18 Uhr, 8 Einheiten (bis 9.12). Dieser Kurs legt die Grundlagen im Entziffern und Schreiben. Darauf aufbauend kann dann sinnvoll der Kurs II für Fortgeschrittene gebucht werden, der Anfang Februar beginnt. Nach beiden Kursen werden Sie mit alten Tagebüchern oder Briefen gut zurecht kommen!

Arsenalstr. 2-1024768 RendsburgTelefon 04331 - 20 88-0Fax 04331 - 20 88 30E-Mail: [email protected]: www.vhs-rendsburg.de

https://www.handschriften-entziffern.de/ Meine Website war einmal wieder der Auffrischung bedürftig. Ein neues Profilbil...
22/06/2020

https://www.handschriften-entziffern.de/
Meine Website war einmal wieder der Auffrischung bedürftig. Ein neues Profilbild, ein neuer Blogbeitrag und anderes mehr sind nun zu sehen.

Omas Tagebücher, alte Kaufverträge Ihres Grundstückes, Feldpost eines Vorfahren - - Sie möchten es lesen und erschlossen haben? Schauen Sie auf meine Seite - ich kann Ihnen weiterhelfen!

Transkriptionsregeln der Mediävisten: KEIN Vorbild für Schriften der Frühen und Späten Neuzeit.Immer öfter begegne ich A...
25/04/2020

Transkriptionsregeln der Mediävisten: KEIN Vorbild für Schriften der Frühen und Späten Neuzeit.

Immer öfter begegne ich Abschriften von Handschriften des 16. bis 20. Jahrhunderts, in denen jede kleine Abkürzung oder Auslassung von Buchstaben umständlich mittels KURSIVsetzung kenntlich gemacht ist. Es war in der Frühen Neuzeit (um 1500 bis um 1800) üblich, Doppelungen von Konsonanten mit einem Querstrich über dem Buchstaben zu kennzeichnen, z.B. *imer - mit Strich über dem *m = immer. Nach mediävistischer Methode setzt man dann das 2. *m in KURSIV.

Das ist für mittelalterliche Urkunden auch ganz richtig und passend, kommt es hier doch, zumal wenn in lateinischer Sprache verfasst, mitunter auf jeden Buchstaben an. - - In deutschsprachigen Texten der Frühen Neuzeit wirkt es unpassend. Es ist einfach unnötig und zuviel, eine klassische Projektion der Methoden eines Faches auf ein anderes - unter Missachtung der Eigengesetzlichkeit des Letzteren.

Wir brauchen eine selbstbewusste frühneuzeitliche Paläographie, die sich eigener Regeln bewusst ist und diese gestaltet und auch formuliert. So bedeutsam das Mittelalter ist: dieses darf nicht alles beherrschen - so wie auch das Mittelalter etwas anderes ist als die Antike. Wer nur auf die Traditionslinien schaut, endet immer in Rom - und verkennt die neuen Impulse, die ihr eigenes Recht und Leben haben und haben müssen.

Es geht wieder los: "Sütterlin" I. Einführung in das Schreiben und Lesen der alten deutschen Schreibschrift. Es wird das...
21/10/2019

Es geht wieder los: "Sütterlin" I. Einführung in das Schreiben und Lesen der alten deutschen Schreibschrift. Es wird das Schreiben Schritt für Schritt eingeführt und das Entziffern anhand von Beispielen aus der Zeit um 1800 bis um 1940 geübt. Für Kurzentschlossene: es sind noch Plätze frei!

Beginn: Mittwoch, 23.10., 16.30 im Niederen Arsenal, Raum 1.

Arsenalstr. 2-1024768 RendsburgTelefon 04331 - 20 88-0Fax 04331 - 20 88 30E-Mail: [email protected]: www.vhs-rendsburg.de

Kommenden Mittwoch, 24.4., 16:30 beginnt mein Kurs "Sütterlin II", Einführung in die alte deutsche Kurrentschrift (Schre...
19/04/2019

Kommenden Mittwoch, 24.4., 16:30 beginnt mein Kurs "Sütterlin II", Einführung in die alte deutsche Kurrentschrift (Schreibschrift) in der VHS in Rendsburg. Wer schon ein wenig Grundkenntnisse hat von der Schreibschrift vor 100 Jahren, ist herzlich eingeladen, diese zu vertiefen. Stand im 1. Kurs das Selber-Schreiben im Mittelpunkt, wird nun das Entziffern anhand von praktischen Beispielen vertieft und erweitert.

Arsenalstr. 2-1024768 RendsburgTelefon 04331 - 20 88-0Fax 04331 - 20 88 30E-Mail: [email protected]: www.vhs-rendsburg.de

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