31/10/2024
Liebe Kunden, Freunde und Bekannte!
Die Uhren laufen wieder normal, in den länger werdenden Nächten wabern die Nebelschwaden und mystische Stimmung macht sich breit. Allerheiligen steht vor der Türe und Halloween wird gefeiert, ein ureigen europäischer Brauch, wie Funde aus den späten Mittelalter in Irland und auch in Schottland belegen. Damals luden die Menschen dort am Abend vor Allerheiligen "All Hallows' Eve" zum Festessen ein. Zugleich zogen Kinder von Haus zu Haus und erbettelten Spenden. Die Iren nahmen Halloween dann Mitte des 19 Jh. mit in die USA. Höhlten sie in ihrer Heimat noch Zuckerrüben aus, um der Legende vom Hufschmied Jack O`Lantern gerecht zu werden, der mit einer von innen beleuchteten Rübe umherirrte, nahmen sie jetzt ersatzweise Kürbisse, um ihr Haus zu dekorieren. Aus welchen Gründen auch immer - gegruselt hat sich wahrscheinlich schon jeder. So wie auch wir bei der einen oder anderen Beschäftigung mit unserer Arbeit. Willkommen zu unserem Halloween-Special 2024: Spannend, schön und schaurig
Sehr spannend war die Untersuchung an der Jesusskulptur eines Wegkreuzes. Von sämtlichen Farbschichten die jemals auf der Skupltur vorhanden waren, blieb nur wenig übrig. Die Reste der jüngsten „Bemalung“ vorallem im Gesicht ließen viel Raum für morbide Fantasien…. Als Halloween-Maske würde das gut durchgehen. Dennoch ließen wir uns nicht allzulange ablenken, konnten die Fassungsreste verschiedenen Ausführungen zuordnen und rekonstruierten die originale Aussage.
Schön ist er, der Herr in aldeligem Gewand auf dem Ölgemälde aus dem 18.Jh. Doch irgendwie auch unheimlich. Während der Restaurierung kam immer wieder ein seltsamens Gefühl des beobachet werdens auf. Aus welcher Richtung man das Portrait auch immer ansah. Es schaute zurück! Auch jetzt - während des Verfassens und Betrachtens dieses Newsletters - erzeugt dieser etwas unheimliche und geheimnisvolle Blick Gänsehaut. Aber vielleicht haben wir Restauratoren auch einfach nur zu viel Fantasie…!? Den Schleier der Zeit konnten wir dennoch lüften. Der sehr vergilbte, versprödete und rissige Überzug aus mehreren Firnisschichten unterschiedlicher Epochen wurde abgenommen. Verjüngt und neu gefirnist erfreut er nun wieder den Besitzer … .
Vor Ort-Termine gehören des öfteren zu unserem Berufsalltag. Dabei rieselt uns gar nicht so selten ein Schauer über den Rücken. Und wenn es erstmal nur der Staub und Schmutz ist, der sich zwangsweise auf Speichern, Dachböden oder in dunklen Kellern gnadenlos über alles legt, zeigt sich doch manchmal auch Düsteres… . Zugegeben – die Särge haben nicht wir geborgen. Diese Aufgabe und vorallem die Restaurierung derselben – teils mit Inhalt wohlgemerkt – bewerkstelligten Restauratoren-Kollegen. Wir durften auf deren Vorträgen auf einigen unserer Fachgruppen-Tagungen daran Teil und Erkenntnis nehmen. Sehr faszinierend und schaurig zugleich.
Die Zeit des einkuschelns, des besinnens und des Geschichten erzählens hat begonnen und wir hoffen mit unserem kurzen Ausflug ins schaurige wieder einmal Interesse an unserer Arbeit geweckt zu haben. Und egal wo die Kerzen angezündet werden, im Kürbis, in der Laterne oder vielleicht in der Rübe, Erleuchtung ist immer erwünscht. Viele gute Gedanken und eine entspannte Zeit wünschen mit
herzlichen Grüße aus Thansau
Diana Saller und Ulrike Dahms
P.S. und wer mehr über die Legende von Jack dem Hufschmied wissen möchte, findet hier Erhellendes:
https://www.geschichten-haus.com/wp-content/uploads/Jack-o-Lantern-Halloweengeschichte-von-geschichten-haus.com_.pdf